Unwetter durch Dauerregen

Hochwasser im Landkreis: Tegernsee und Schliersee erreichen Meldestufen - BRB: Ausfälle und Verspätungen

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  • Christina Jachert-Maier
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  • Dieter Dorby
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  • Christian Masengarb
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Die Hochwasserlage im Landkreis Miesbach spitzt sich zu. Die Pegel von Schlierach, Leitzach, Mangfall, Schliersee und Tegernsee steigen. Straßen sind überflutet und gesperrt.

  • Bereits am Montagabend (3. August) gab es eine amtliche Vorwarnung vor Hochwasser im Landkreis Miesbach.
  • Nach einer weiteren Nacht mit starkem Dauerregen wird die Lage zunehmend kritisch.
  • An der Schlierach herrscht bereits Meldestufe 2. Leitzach und Schliersee haben ebenfalls bereits Hochwasser.

Update, 5. August, 7.03 Uhr: Der Scheitelpunkt der Pegel von Tegernsee und Schliersee ist erreicht, nachdem der Dauerregen die Zuflüsse zu reißenden Strömen anschwellen lassen hatte, die am Dienstag regelrechte Wassermassen in die beiden Gewässer spülte. Am Tegernsee wurde die Meldestufe 1 überschritten. Uferpromenaden in Tegernsee, Rottach-Egern und Bad Wiessee wurden zum Teil überflutet. Am Schliersee wurde die Meldestufe 2 deutlich überschritten. Auch hier sind ufernahe Flächen überflutet. Heute sollten die Seepegel wieder langsam abfallen.

16.23 Uhr: Schliersee tritt über die Ufer: Campingplatz teils unter Wasser

Der Schliersee ist über die Ufer getreten und hat den Campingplatz Schliersee teils überflutet. „Unsere ersten zwei Reihen am See sind direkt abgesoffen“, sagt Rezeptionistin Fanny Gradnig. Verletzt worden sei dabei niemand, auch größere materielle Schäden seien ausgeblieben. Die Gäste seien inzwischen alle entweder an trockene Stellen des Campingplatzes gezogen oder, wenn das Zelt zu nass war, ins Hotel. „Sie haben es mit Humor genommen." Böse sei niemand gewesen - Naturerlebnisse gehörten beim Campen nun einmal dazu.

Voll: das Rückhaltebecken in Moosrain

16.04 Uhr: Polizeien: Straßen weitestgehend ruhig

Die Polizeien im Landkreis berichten trotz der Witterung übereinstimmend eine ruhige Lage auf den Straßen. Die Inspektion Miesbach habe die meisten Fälle an die Feuerwehr weitergegeben, sagte ein Sprecher. Auch die Inspektionen in Bad Wiessee und Holzkirchen sowie die Autobahnpolizei Holzkirchen zählen nur kleinere, nicht witterungsbedingte Unfälle.

15.31 Uhr: BRB meldet Zugausfälle und Verspätungen

Die Bayerische Regiobahn (BRB) meldete heute witterungsbedingte Zugausfälle zwischen Holzkirchen und München. Zwischen Schliersee und Bayrischzell sowie Holzkirchen und München kam es zudem zu Verspätungen. Auf der Strecke Richtung München kontrollierten Mitarbeiter der DB Netz gegen Mittag bei Fischhausen eine Brücke, um Regenschäden auszuschließen. Bis zu erneuten Freigabe der Strecke rund zwei Stunden später mussten Fahrgäste laut BRB auf die S-Bahn oder Ersatzbusse umsteigen. Im Landkreis fuhren die Züge wegen einer Bahnübergangsstörung zwischen Hausham und Agatharied langsamer. Das führte zu Verspätungen.

15.15 Uhr: Staatsstraße im Leitzachtal wohl bis Mittwoch gesperrt

Keine guten Nachrichten aus dem Leitzachtal hat die Straßenmeisterei Hausham. Die Staatsstraße 2077 zwischen Leitzach und Wörnsmühl bleibt voraussichtlich bis Mittwochfrüh gesperrt. Aktuell stehe das Wasser der Leitzach immer noch rund 75 Zentimeter hoch auf der Fahrbahn. Im Laufe des Abends wieder freigegeben werden soll die St 2077 zwischen Sandbichl und Fischbachau. Aber auch hier müsse man noch die Entwicklung des Wasserstandes abwarten, so die Straßenmeisterei.

14.45 Uhr: Leonhardikapelle in Hundham von Wasser umzingelt

Wie eine Insel in einem See sieht die Leonhardikapelle in Hundham im Hochwasser aus.

Ein eindrucksvolles Bild hat uns aus Hundham erreicht. Die Leonhardikapelle sieht im Hochwasser wie eine Insel in einem See aus.

14.30 Uhr: Miesbach hebt Straßensperrungen auf

Die Stadt Miesbach hat zwei Sperren aufgehoben, nämlich die am Schopfgraben und an der Harztalstraße. Damit ist aktuell nur noch die Kleinthalstraße gesperrt.

14 Uhr: Schliersee erreicht Meldestufe 2, Tegernsee Meldestufe 1

Inzwischen hat der Schliersee die Meldestufe zwei überschritten. Die Prognose des Hochwassernachrichtendienstes: Weiter leicht steigender Pegel. Der Tegernsee hat vor etwa 20 Minuten (Messstelle St. Quirin) Meldestufe 1 erreicht. Bei der Leitzach zeichnen sich sinkende Wasserstände ab, ebenso bei der Schlierach in Miesbach, die Meldestufe zwei bereits wieder unterschreitet. Tendenz auch hier: sinkend.

12.40 Uhr: Regen lässt etwas nach, Pegel stabilisieren sich

Der Regen im Landkreis Miesbach hat am Mittag etwas nachgelassen. Die Pegel von Schlierach und Leitzach scheinen ihre Höchstwerte (vorerst) überschritten zu haben und stabilisieren sich beziehungsweise sinken leicht (vor allem die Schlierach in Miesbach). Dennoch sind die Feuerwehren immer noch im Dauereinsatz.

12.30 Uhr: Staatsstraße zwischen Aurach und Fischbachau gesperrt

Im Leitzachtal ist eine weitere wichtige Verkehrsverbindung wegen des Hochwassers gesperrt: die Staatsstraße zwischen Aurach und Fischbachau.

12.15 Uhr: Seepromenade Bad Wiessee überschwemmt

Bad Wiessees Bürgermeister Robert Kühn, der selbst mit der Feuerwehr in Sachen Hochwasser unterwegs war, berichtet folgendes aus seiner Gemeinde: „Wir haben uns gemeinsam alle Flüsse angesehen, insbesondere die Geschiebesperren. Zuletzt hatten wir da ja Probleme. Jetzt waren die Geschiebesperren aber alle frei, auch die am Zeiselbach. Die Flüsse sind schon stark angeschwollen, aber im Moment ist noch etwas Luft nach oben. Nur der Moosbach ist leicht über die Ufer getreten. Die Seepromenade ist etwas überschwemmt. Wir als Gemeinde haben sie jetzt gesperrt. Wir füllen hier in Bad Wiessee Sandsäcke ab, wie im gesamten Landkreis. Die Feuerwehr ist in Alarmbereitschaft, aber im Moment ist die Situation noch nicht bedrohlich.“

12 Uhr: Mangfall tritt in Valley über die Ufer

Hochwassereinsatz auch in Valley: Die ausufernde Mangfall überflutet hier einige Grundstücke.

11.55 Uhr: Diverse Keller unter Wasser

In etlichen Orten im östlichen Landkreis laufen durch den vielen Regen die Keller voll. Die Feuerwehren rücken zum Auspumpen aus, beispielsweise an der Industriestraße in Hausham.

Keller unter Waser an der Industriestraße in Hausham: Die Feuerwehr ist im Einsatz.

11.50 Uhr: Zuflüsse des Tegernsee führen viel Wasser

Auch wenn der See selbst noch nicht über die Ufer getreten ist: Die Zuflüsse des Tegernsee wie Alpbach und Söllbach haben sich durch den vielen Regen in reißende Ströme verwandelt. Auch die Weissach und der Zeiselbach führen viel Wasser. Die Feuerwehren haben die Situation im Blick, größere Einsätze hat es bislang aber nicht gegeben.

11.45 Uhr: Lage in Irschenberg entspannt

In Irschenberg ist die Lage vergleichsweise entspannt. Dennoch sind Feuerwehr und Bauhof derzeit im Einsatz, wie Bürgermeister Klaus Meixner auf Nachfrage berichtet. So werden in Reichersdorf einige Durchlässe freigeräumt.  

Lesen Sie auch: Ein Rückblick aufs Jahrhunderthochwasser 2013 am Tegernsee

11.35 Uhr: Seen erreichen Meldestufen

Auch die Seen im Landkreis Miesbach füllen sich immer weiter. Der Schliersee steuert aktuell auf die Meldestufe zwei zu, die er laut Prognosen des Hochwassernachrichtendienstes auch erreichen wird. Die ersten Uferbereiche stehen bereits unter Wasser.

Dem kleinen Kilian taugt es im Hochwasser am Schliersee.

Noch im grünen Bereich liegt der Pegel des Tegernsee bei St. Quirin. Dort erwartet der HND aber einen Anstieg auf Meldestufe eins im Laufe des Tages.

Land unter: Überflutete Wiesen und Straßen am Schliersee.

11.30 Uhr: Mangfall schwillt bedrohlich an

Knapp außerhalb des Landkreises liegt die Messstelle Feldolling an der Mangfall. Hier jedoch ist der Pegel enorm. 262 Zentimeter wurden um 11.15 Uhr gemeldet, die höchste Meldestufe vier ist damit überschritten. Die Auswirkungen sind auch im Landkreis Miesbach zu spüren. Im Goldenen Tal bei Naring und in Hohendilching sind die Feuerwehren im Einsatz.

Unter Wasser: Die Mangfall ist bei Mühlthal über die Ufer getreten .

11.20 Uhr: Unterführung zwischen Miesbach und Agatharied unter Wasser

Bis kurz unter die Fahrbahn B307 reicht der Scheitel des Wassers an der Unterführung zwischen Miesbach und Agatharied. Die Feuerwehren sind mit Pumpen vor Ort.

11.15 Uhr: DWD mit höchster Unwetter-Warnstufe

Der Deutsche Wetterdienst hat die Unwetterwarnung für den Landkreis Miesbach am Morgen auf die höchste Stufe vier angehoben. „Nach bisher beobachteten Niederschlagsmengen von 80 bis 120 l/m² tritt weiterhin extrem ergiebiger Dauerregen auf. Dabei werden nochmals Niederschlagsmengen zwischen 15 l/m² und 35 l/m² erwartet", schreibt der Wetterdienst.

Unter Wasser: die Staatsstraße zwischen Parsberg und Miesbach.

11.10 Uhr: Landratsamt beruft Krisenstab ein

Das Landratsamt Miesbach hat laut THW einen Krisenstab zum Hochwasser eingerichtet. Eine aktuelle Mitteilung zur Lage ist für den Mittag angekündigt.

Mit Sandsäcken schützt die Feuerwehr Miesbach die Grundstücke an der überfluteten Straße in Kleinthal.

11 Uhr: THW Miesbach füllt Sandsäcke für Feuerwehren

Das THW Miesbach füllt Sandsäcke für die Feuerwehren.

Seit 5.45 Uhr ist das Technische Hilfswerk Miesbach im Hochwassereinsatz. Wie Schirrmeister Andreas Scholl berichtet, sind 36 Kräfte mit dem Füllen und Ausfahren von Sandsäcken für die Feuerwehren beschäftigt. Der Schwerpunkt des Hochwassers liege im östlichen Landkreis, also an Schliersee, Leitzach und Schlierach. Der Tegernsee sei bislang nicht ganz so stark betroffen. Das THW Starnberg reise zur Unterstützung in den Landkreis Miesbach.

10.45 Uhr: Straßen im Leitzachtal und Miesbach gesperrt

Außer Rand und Band: die Leitzach bei Wörnsmühl hat die Staatsstraße 2077 überflutet.

Auch an der Leitzach hat sich die Lage in den frühen Morgenstunden zugespitzt. Aktuell liegt der Pegel in Stauden bei 152 Zentimeter - Tendenz steigend. Meldestufe eins ist längst überschritten, Meldestufe zwei (170 Zentimeter) rückt laut Prognosen in Reichweite. Die Auswirkungen sind bereits jetzt heftig: Die Staatsstraße 2077 ist zwischen Leitzach und Wörnsmühl überflutet und gesperrt.

Der Pegel der Schlierach in Miesbach stagniert hingegen am Vormittag. Dennoch sind auch in der Kreisstadt einige Straßen unter Wasser und gesperrt: die Kleinthalstraße, die Harztalstraße und die Schopfgrabenbrücke. Zu einem Wasserschaden ist es in der Stadtbücherei gekommen, sie bleibt heute geschlossen. Die Stadt Miesbach bittet die Anwohner der Schlierach, ihre vorhandenen Pumpen bereitzuhalten.

Lesen Sie auch: Das letzte größere Hochwasser an Tegernsee und Schliersee im Februar 2020.

10.10 Uhr: Schlierach: Dritthöchster Pegelstand aller Zeiten in Miesbach - Meldestufe drei rückt nahe

Der Wasserstand der Schlierach hat in Miesbach 169 Zentimeter erreicht. Das ist der dritthöchste Pegelstand, den der Hochwassernachrichtendienst (HND) Bayern in seiner Statistik führt. Höher als die Stände von 2010 und 1999 (je 165 Zentimeter) sowie 2015 (158 Zentimeter). Auch die beiden höheren Werte von 2006 (186 Zentimeter) und 2005 (200 Zentimeter) rücken näher.

Mit Pumpen ist die Feuerwehr am Ortsausgang Miesbach in Richtung Parsberg im Einsatz.

Bis in den frühen Nachmittag sollen die Pegel weiter steigen. Werte bis 185 Zentimeter sind laut HND möglich. Danach wird das Wasser sinken.

Die Lage am Dienstag, 9.20 Uhr: Die Schlierach in Miesbach hat Meldestufe 2 bereits überschritten. Anders als zunächst vorhergesagt, haben auch der Schliersee und die Leitzach die Meldestufe 1 erreicht. die Prognosen des Hochwassernachrichtendienstes sagen dies auch für den Tegernsee voraus. Die Feuerwehren im Landkreis sind ebenso im Einsatz wie das Technische Hilfswerk. Es gilt, vollgelaufene Keller auszupumpen und Barrieren mit Sandsäcken zu errichte. Derweil hält der Dauerregen wohl noch mindestens bis Mittag an.

Bedrohlich angeschwollen ist auch der Alpbach in Tegernsee, wie unser Video zeigt:

Ursprünglicher Artikel von Montag, 3. August:

Schlierach-/Leitzachtal – Kühle Atlantikluft von Nordwesten trifft auf die Wärme Oberitaliens: Die meteorologische Zusammenkunft beider Strömungen findet seit Montagabend am Himmel über dem Landkreis Miesbach statt. Das Ergebnis der sogenannten „Gegenstromlage“: Regen, Regen und nochmals Regen. Vor bis zu 100 Litern pro Quadratmeter und damit vor ergiebigem Dauerregen warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) in seiner bis zum späten Dienstagabend geltenden Unwetterwarnung.

Aktuelle Nachrichten aus Miesbach & Umgebung lesen Sie hier.

Sorgen vor einem größeren Hochwasser müssen die Bürger aber – Stand Montagabend – wohl nicht haben, schreibt der Hochwassernachrichtendienst. Die Niederschläge würden zwar zu „deutlichen Anstiegen der Gewässer“ führen, mit einer Überschreitung der Meldestufe 1 sei aber nur am Pegel der Schlierach in Miesbach zu rechnen. Kleine Gewässer könnten aber durchaus über die Ufer treten, insbesondere Wildbäche. Die Meldestufen an Tegernsee und Schliersee würden nicht erreicht.

Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist die B2 zwischen Murnau und Ohlstadt wegen Überschwemmung gesperrt. Ein Polizeiauto versank sogar in den Fluten.

sg

Rubriklistenbild: © Thomas Gaulke

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