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„Gehen Sie auf Abstand zu sich selbst“: Abt Notkar Wolf aus St. Ottilien sprach vor den Mitgliedern der Urlaub-auf-dem-Bauernhof-Gemeinschaft über Innehalten und Reflexion. 

Mitgliederversammlung

Urlaub auf dem Bauernhof: der Renner

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Ferien neben Stall und Weide boomt: 26 Prozent mehr Gästeankünfte in den vergangenen Jahren verzeichnen die Touristiker. Die  Digitalisierung ist auch hier ein großes Thema.

Miesbach– Informieren, Austauschen, Netzwerken: Rund 80 Mitglieder des Vereins Bauernhof- und Landurlaub im Bayerischen Alpenland nutzten ihre Jahreshauptversammlung in der Miesbacher Oberlandhalle, um sich und ihr Vermietungsangebot auf den neuesten Stand zu bringen. Vor allem in Sachen Digitalisierung.

Ferien auf dem Bauernhof sind im Trend. Das bestätigte den Landwirten aus dem gesamten Bereich im Münchner Süden der Tourismus-Chef der Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS) Harald Gmeiner. Er lieferte Zahlen für den Kreis Miesbach: „In den letzten Jahren ist der Anteil von Ferien auf dem Bauernhof um 20 Prozent gestiegen“, verkündete er. Bei den Gästeankünften waren es sogar 26 Prozent, und die Verweildauer der Gäste auf Bauernhöfen liege bei 5,8 Tagen, also 2,5 Tage länger als Gäste sonst üblich.

Gerda Walser, die Vorsitzende der 217 Bauernhöfe und 21 Landhöfe umfassenden Anbietergemeinschaft „Bauernhof- und Landurlaub Bayerisches Alpenland“, schrieb diese Entwicklung der verstärkten und professionalisierten Vermarktung im Internet zu. Denn grundsätzlich blieben die Bauernhof-Gäste auch nicht mehr so lange wie früher. Im Zeichen der digitalen Zukunft stand deshalb auch das Treffen, bei dem nachmittags unter anderen Workshops für die „Visitenkarte: Homepage“, die bargeldlose Bezahlung und die „Gastfreund-App“ stattfanden. Die Frage nach WLAN sei nicht nur eine der ersten, die Gäste schon bei der Buchung stellten, die digitalisierte Kommunikation bestimme die Arbeit der Vermieterinnen auch sonst, stellte Walser klar. In Richtung Politik forderte sie daher, den Ausbau des schnellen Internets in der Fläche massiv zu betreiben.

Miesbachs Bürgermeisterin Ingrid Pongratz nickte zustimmend bei dem Hinweis auf das Höfebonus-Förderprogramm der Staatsregierung. Darüber hinaus legte sie den Gastgebern regionale Alleinstellungsmerkmale wie einen Besuch bei einer Vieh-Versteigerung in der Oberlandhalle, das „Bayerns schönste Flecken“-Buch, lokale Reiseführer, Feierlichkeiten, Festzüge und kulturelle Ereignisse sowie den Wochenmarkt als Vermarktungsargument nahe.

Landrat Wolfgang Rzehak seinerseits unterstrich die Sehnsucht der Urlauber nach Sicherheit und dem Natürlichen, Echten, Herzlichen. „Das alles inklusive echter, gesunder und regional erzeugter Schmankerl können Feriengäste in unserer Region erleben.“ Urlaub auf dem Bauernhof habe nicht mehr das Image „günstig“, sondern den Anspruch „wertig“. Gmeiner betonte, wie wichtig es ist, im Netz sichtbar und buchbar zu sein. „Unsere Aufgabe ist es, die aktuellen Inhalte, die sie liefern, in die richtigen touristischen Vermarktungs-Kanäle zu spielen“, erklärte Gmeiner die Aufgabe der ATS.

Weil die Digitalisierung Fluch und Segen zugleich sei, hatte Walser für den Impulsvortrag Abt Notkar Wolf aus St. Ottilien, dem bekannten Benediktiner-Kloster mit landwirtschaftlichem Betrieb, eingeladen. Der Philosoph und Autor hatte Vorschläge, wie der Mensch aus dem Dilemma ausbrechen kann, einerseits zum Mitschöpfer und zum Gestalter des Lebens berufen zu sein, anderseits durch seine Gier in Abhängigkeiten geraten und unfrei zu sein. „Halten sie inne, gehen sie spazieren in der wunderbaren Landschaft und gehen sie in Abstand zu sich selbst. Geben sie sich Zeit, um nachzudenken, sich Ziele zu setzten und sich regelmäßig zu kontrollieren.“ Gerade wenn man in der Landwirtschaft tätig ist, sei man näher dran als Menschen, die den ganzen Tag vor dem Computer säßen. „Schenken sie sich selbst und ihren Gästen Zeit.“

Das taten die Gastgeber, in dem sie sich die Urkunden für die 50 Bauernhöfe mit exzellenter „Trust-you“-Bewertung und die neuen Hofschilder mit dem blauen Gockel abzuholen oder um die begleitende Verkaufsausstellung zu besuchen.

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