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Kaum gesäubert, schon wieder verschmiert: Florian Beck zeigt eine Kritzelei im Durchgang zum Bahnhof.

Oberlandcenter setzt auf Videokameras

Vandalismus im Einkaufszentrum: Betreiber reagiert auf erschreckende Zustände

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Seit Jahren wird das Oberlandcenter in Miesbach von Vandalismus-Fällen in Atem gehalten. Um die Probleme in den Griff zu bekommen, werden nun Videokameras eingesetzt.

Es war eine Polizeimeldung, die vor den Faschingsferien schockierte: Unbekannte Vandalen haben im Obergeschoß des Oberlandcenters in Miesbach die öffentliche Kundentoilette am Parkdeck verwüstet. Besonders widerlich: Wände wurden bis zur Decke mit Exkrementen und Erbrochenem verschmiert. Zudem demolierten die Täter die Kloschlüssel. Passiert ist der Vorfall an einem Samstag zwischen 12  und 21 Uhr, also nach Geschäftsschluss. Schaden: etwa 1000 Euro.

Auch wenn dieser Fall besonders krass ist: Sachbeschädigungen und Vandalismus begleiten das Oberlandcenter schon seit Jahren, bestätigt Florian Beck, Vermietungsmanager bei der Objektverwaltung Drago Service GmbH in Starnberg: „Es gibt immer wieder Schmierereien.“ Vornehmlich liefern sich Bayern- und Löwen-Fans ihre Scharmützel.

Parkdeck ist beliebter Platz für Notdurft

Pro Jahr liege der Schaden bei rund 15 000 Euro. Der Durchgang zum Bahnhof und das Parkdeck sind seit Jahren beliebte Treffpunkte für Jugendliche. Besonders schlimm sei es auf dem Parkdeck beim Notausgang an der Gleisseite. Dort werde schon mal die Notdurft verrichtet – obwohl sich nur wenige Meter entfernt die öffentliche Toilette befindet, die auch am Wochenende geöffnet ist.

Saubere Wände: Im Zuge der Umbauten im Obergeschoß wurden alte Graffiti entfernt. Videokameras sollen neuralgische Punkte wie die Galerie künftig schützen.

Um den Zugang vom Bahnhof zur Parkebene zu verhindern, wurde die Fluchttreppe vor Jahren mit einer Gittertür versperrt, die nur von oben zu öffnen ist – geholfen habe das wenig. Dies zeigt sich auch beim Ortstermin mit unserer Zeitung: Das Schnappschloss des Notausgangs an der Wallenburger Straße ist mit Pappe blockiert – die Tür lässt sich so problemlos von außen öffnen.

Betreiber rüsten mächtig auf

Um sich künftig gegen die Übergriffe zur Wehr zu setzen, rüstet das Unternehmen nun auf. Zehn Videokameras werden in Kürze installiert, um Kassenautomat, Notausgänge, Galerie, Deck, Treppenhaus, Durchgang und Zufahrt zu kontrollieren. Auch bekommt die Hausmeisterin ein Center-Management-Büro, von dem aus sie die Aufzeichnungen im Blick behalten kann.

Und nicht nur das. Zusätzlich sollen an der nördlichen Parkdeckwand die Öffnungen mit Gittern gesichert werden. „Die Jugendlichen klettern dort hinauf und gelangen so aufs Dach“, erklärt Beck. Dies soll künftig nicht mehr möglich sein. „Wir müssen aus dem Parkdeck eine Festung machen – leider.“ Dabei gehe es der Hausverwaltung nicht nur darum, Unfug und Sachbeschädigungen zu verhindern – sie will auch die Jugendlichen schützen. Beck: „Ein Sturz vom Dach kann schlimm enden.“

Dafür greift das Unternehmen tief in die Tasche. Rund 30 000 Euro kosten Kameras, Monitore, Installation sowie Absperrungen. Maßnahmen, die man bei der Drago Service GmbH eigentlich nicht will. „Für uns ist es kein Problem, wenn sich Jugendliche auf dem Parkdeck treffen“, sagt Beck. „Wir haben Verständnis dafür, dass sie einen Platz brauchen und der Bahnhof ein Anziehungspunkt ist, aber wir können die Sachbeschädigungen nicht mehr tolerieren – auch im Interesse der Kunden und Mieter.“ Am liebsten wären Beck Kontrollen durch die Polizei, doch die habe bereits abgewunken: „Dafür fehle das Personal“, sagt Beck. Und die Touren privater Sicherheitsdienste seien für die Vandalen zu leicht auszurechnen.

ddy

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