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Feststimmung und herrlicher Sonnenschein herrschten bei der Abiturfeier im Pausenhof des Gymnasiums. Schulleiter Rainer Dlugosch (r.) rief die Absolventen dazu auf, selbst für die gewünschen Veränderungen zu sorgen.

Verabschiedung am Gymnasium Miesbach

Abiturienten am Ende einer steilen Bergwanderung

Miesbach - Mit einem Notendurchschnitt von 2,42 war der Abiturjahrgang 2016 des Miesbacher Gymnasiums exakt so gut wie der vorherige. Bei der Abi-Feier entließ Schulleiter Rainer Dlugosch seine Ex-Schüler als Fragende in einer unübersichtlichen Welt.

An Bescheidenheit mangelt es den Abiturienten des Miesbacher Gymnasiums nicht. Bezeichnen sie sich doch selbst als „Goldener Abiturjahrgang“. Doch sie könnten zurecht stolz auf ihre Leistung sein, wie Schulleiter Rainer Dlugosch bei der Abiturfeier im Pausenhof der Schule mit Blick auf den „überdurchschnittlichen Notendurchschnitt“ von 2,42 – exakt derselbe wie der vorherige Jahrgang – erklärte: „Das nenne ich Leistungsstabilität auf hohem Niveau.“

28 Abiturienten haben in ihrem Zeugnis eine Eins vor dem Komma. zwei hatten nicht bestanden. Ihnen wünschte der Schulleiter Kraft und Zuversicht, wenn sie das Abitur im nächsten Jahr erneut angehen. Auch an die Eltern sprach der Chef des Miesbacher Gymnasiums ein großes Lob aus: „Sie haben in den vergangenen acht Jahren alles mit ihren Kindern miterlebt: Freude, Tränen, Erfolge und Enttäuschungen.“ Nun stehe den ehemaligen Schülern die Welt offen. „Das Wort Abitur hat was mit Weggehen zu tun“, erklärte er, „aber nicht, ohne etwas Neues anzufangen.“ Vor den Abiturienten liege nun ein offenes Buch, „das darauf wartet, von Euch mit spannenden Artikeln geschrieben zu werden“. Seine Ex-Schüler entließ er als Fragende. „Wo steht Ihr in einer so unübersichtlichen Welt, die derzeit oft von Themen wie dem Terror überschattet wird?“ Eine Antwort bekamen sie von ihm nicht, lediglich einen Hinweis in Form eines Zitats vom indischen Widerstandskämpfer Mahatma Gandhi: „Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschest für diese Welt.“

Landrat Wolfgang Rzehak ging aus aktuellem Anlass auf den Austritt der Briten aus der Europäischen Union ein. „Populismus ist wieder in, Wirtschaft und Politik haben versagt“, meinte er. „Aber Ihr habt nun das geeignete Rüstzeug dafür, dem Populismus entgegenzutreten.“ Es habe auch nicht an der jungen Bevölkerung gelegen, dass der sogenannte Brexit eingetroffen sei: „75 Prozent der 18- bis 24-Jährigen waren gegen den Austritt – die Jugend hat’s also kapiert.“ Rzehak appellierte an die Absolventen, im Landkreis zu bleiben. „Wir wollen hier für Euch eine Zukunft aufbauen“, sagte er. „Vielleicht sitzt ja auch der neue Landrat oder Bürgermeister unter Euch.“

Miesbachs Vizebürgermeister Paul Fertl forderte die jungen Leute auf, sich einzumischen. Das Leben und Lernen sei nach dem Abitur nun nicht vorbei, sondern gehe immer weiter. Das Lernen dürfte den Schulabgängern in Zukunft vielleicht gar nicht so schwer fallen. Haben sie doch beim Umbau der Schule in den Containern „alle Klimazonen dieser Erde durchlebt“, wie Elternbeirätin Dagmar Herrmann lachend anmerkte. Gar mit einem Schweizer Taschenmesser verglich der Vorsitzende der Freunde und Förderer des Gymnasiums, Uwe Dietrich, das Abitur. „Es ist eine wertvolle Basis und ein tolles Werkzeug. Wenn es aber immer nur in der Tasche liegt, ist es nutzlos.“

Die Schülersprecher Kathi Grabmaier und Daniel Kraeem ließen abschließend die vergangenen acht Jahre Revue passieren. Die beiden verglichen die Schulzeit auf dem Gymnasium mit einer steilen Bergwanderung. Der Rucksack wurde von Mama gepackt, oft war es ein wildes Durcheinander, und an der Sammelstelle wusste nur einer, wo’s langgeht: der Lehrer. Doch auch wenn seit 2008 viele Steine im Weg lagen: „Wir sind oft hingefallen oder gestolpert“, sagte Kraeem, „aber am Ende – und das ist das Entscheidende – sind wir alle wieder aufgestanden.“

Philip Hamm

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