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Macherinnen und Protagonistinnen: (v.l.) Regina Weber-Toepel, Dagmar Herrmann, Barbara Wank, Hedwig Schmid, Inge Jooß, Bürgermeisterin Ingrid Pongratz, Astrid Güldner und Gabriele Stadler.

Veranstaltungsreihe „Starke Frauen“ in Miesbach

Drei Ausstellungen – eine Botschaft

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Wenn Frauen heute einem Beruf nachgehen, im Parlament sitzen oder leitende Funktionen ausüben, gehört das zur Normalität. Doch der Weg hin zu dieser Selbstverständlichkeit war lang und schwer.

Einblicke in diese gerade nicht selbstverständliche Entwicklung zeigt die Veranstaltungsreihe „Starke Frauen“, die am Dienstagabend im Miesbacher Rathaus eröffnet wurde. Gezeigt werden dabei drei Ausstellungen, die alle eine Botschaft haben: Die Gesellschaft braucht starke Frauen.

Ausstellungsende am 22. November

Es war eine Handvoll Jubiläen, die die Initiatorin, Miesbachs Kreis- und Stadträtin, Integrationsbeauftragte und Kulturreferentin Inge Jooß, zu dieser Veranstaltungsreihe inspiriert haben: 101 Jahre Frauenwahlrecht, 100 Jahre Frauen in der Politik sowie 70 Jahre Grundgesetz, das die Gleichstellung von Mann und Frau garantiert. Zusammen mit ihrem Team – Kulturamtschefin Isabella Krobisch, Archivarin Barbara Wank, Regina Weber-Toepel, Dagmar Herrmann, Gabriele Stadler, Lisa Braun-Schindler, Sibylle Strack-Zimmermann, Sylvia Kaufmann, Marina Köpferl und Stadträtin Astrid Güldner – konzipierte sie drei Ausstellungen: die Monitor-Dokumentation „Miesbacher Politikerinnen“ und „Starke Frauen“ im Rathaus, die Frauenwahlrecht-Ausstellung „Frauen machen Politik“ in der Stadtbücherei sowie im Waitzinger Keller die vhs-Reihe „Mütter des Grundgesetzes“ und eine Auswahl starken Frauen aus der Miesbacher Bevölkerung. Sie alle sind bis Freitag, 22. November, zu sehen.

„Frauen haben eine andere Denkweise als Männer“

Dass die Fähigkeiten von Frauen angezweifelt werden, konnte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz – selbst Teil der Dokumentation im Rathaus – bei der Eröffnung bestätigen: „Kann eine Frau eine Stadtverwaltung führen?“ Dieser Frage habe sie sich beim Amtsantritt 2003 oft stellen müssen. Der Unterschied liege vielmehr in der Herangehensweise. „Frauen haben eine andere Denkweise als Männer“, sagte Pongratz. Männer seien oft lauter, stellte sie fest und verwies auf US-Präsident Trump und Großbritanniens Premierminister Johnson. „Wir Frauen arbeiten anders.“

„Mehr Frauen in Politik und Wirtschaft“

Dass gerade im konservativen Lager Miesbachs bei CSU und Freien Wählern die Frauenquote in der Politik sehr niedrig sei – „Frauen machen ja etwas mehr als 50 Prozent der Bevölkerung aus“ – sei schade. „Aber die Zeiten, in denen Frauen nur für die Familie zuständig sind, haben sich geändert. Wir brauchen Frauen aber nicht nur im Sozialwesen, sondern auch in Politik und Wirtschaft.“

Dass es nicht immer selbstverständlich war, dass Frauen beispielsweise arbeiten, bestätigte Jooß. „Als ich zu arbeiten begonnen habe, brauchte ich dafür noch die Einwilligung von meinem Mann“, erzählte die pensionierte Realschullehrerin. Mit drei gespielten Szenen an den drei Stationen verdeutlichte die Theatergruppe des Beruflichen Schulzentrums unter Leitung von Regina Weber-Toepel – alles Erzieherinnen in Ausbildung –, aus welchen Zwängen sich die Gleichberechtigung der Frau heraus entwickelt hat.

Nicht nur für Jooß ist es zwingend, dass sich Frauen weiterhin einbringen und einmischen müssen. So sei es bezeichnend, dass gerade in Entwicklungs- und Schwellenländer Umbrüche von Frauen ausgehen. „Frauen, traut Euch was zu“, lautete deshalb ihr Appell. Und den Männern riet sie: „Seid stolz auf die Frauen und was sie leisten – und das nicht nur auf die eigene.“

ddy

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