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Tragischer Vorfall kurz vor Weihnachten: Bei diesem Unfall am 23. Dezember 2016 auf der B307 zwischen Miesbach und Agatharied ist ein 48-jähriger Haushamer ums Leben gekommen.

Sicherheitsgespräch der Polizei

Verkehrsbilanz: Mehr Zusammenstöße, aber weniger Verletzte

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Ein abgeebbter Trend hat 2016 wieder Fahrt aufgenommen. Zum ersten Mal seit drei Jahren ist die Zahl der im Bereich der Polizei Miesbach bei Verkehrsunfällen verletzten Personen deutlich gesunken.

Miesbach – Ein in den vergangenen Jahren eher abgeebbter Trend hat 2016 wieder Fahrt aufgenommen. Zum ersten Mal seit drei Jahren ist die Zahl der im Dienstbereich der Polizeiinspektion Miesbach bei Verkehrsunfällen verletzten Personen wieder deutlich gesunken. Wies die Verkehrsstatistik 2015 noch 233 Verletzte aus, waren es im Vorjahr nur noch 207. Ein auch für die Polizei erfreuliches Minus von fast 13 Prozent. Dass die Beamten trotzdem 937 und damit um 1,5 Prozent mehr Blechschäden gezählt haben, liegt vor allem an den um zehn Prozent gestiegenen Kleinunfällen (504). Nahezu unverändert geblieben ist hingegen die Zahl der Schwerverletzten (46, 2015 waren es 50). Und wie schon 2014 und 2015 kamen auch 2016 wieder zwei Menschen im Verkehr ums Leben.

Zu schnell unterwegs war am Morgen des 4. August ein 49-jähriger Kradfahrer aus Bad Aibling. Er geriet auf der Kreisstraße MB 1 bei Aufham (Gemeinde Irschenberg) in einer Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn und raste dabei in einen Lkw. Er erlag noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen. Ein weiterer tragischer Vorfall ereignete sich einen Tag vor Heiligabend auf der B 307 zwischen Miesbach und Agatharied. Ein 25-jähriger Schlierseer hatte sich trotz 1,56 Promille Alkohol im Blut hinters steuer seines Opel Astra und fuhr dabei frontal in den entgegenkommenden Chevrolet eines 48-jährigen Haushamers. Weil letzterer nicht angeschnallt war, wurde er aus seinem Wagen herausgeschleudert und starb noch am gleichen Tag im Krankenhaus.

Insgesamt 18 Alkoholunfälle hat die Polizeiinspektion 2016 registriert, im Jahr davor waren es 13. Im Schnitt hatten die Fahrer dabei 2,04 Promille im Blut. Bei gut 4,15 Prozent aller Unfälle war Alkohol im Spiel. Spitzenreiter bei den Hauptunfallursachen waren jedoch Klassiker wie Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren (300 Fälle), ungenügender Sicherheitsabstand (97), Nichtbeachten der Vorfahrt (55) und Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit (42). Für die Unfälle mit Toten und Schwerverletzten waren hingegen in erster Linie zu hohe Geschwindigkeit (14) und falsche Straßenbenutzung oder Nichtbeachtung des Rechtsfahrgebots (12) verantwortlich. Mit jeweils leichten Verletzungen endeten die fünf Schulwegunfälle (2015 waren es nur zwei). Leicht gesunken auf 22,3 Prozent ist der Anteil der Unfallfluchten (209) an der Gesamtunfallzahl, wobei aber auch die Aufklärungsquote um drei auf 43 Prozent zurückgegangen ist.

Um die Geschwindigkeitsüberschreitungen als eine der Hauptunfallursachen weiter zu bekämpfen, setzte die Polizei auch 2016 auf eine gezielte Überwachung der kritischen Stellen. 204 Anzeigen und 958 Verwarnungen wurden dabei ausgesprochen. Der vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd eingesetzten Kontrollgruppe Motorrad gingen an Sudelfeld und Kesselberg insgesamt 773 Biker wegen Verhaltens- und Ausrüstungsverstößen ins Netz. Eine Aktion, die Früchte zu tragen scheint: So verzeichnete die Polizei auf der Sudelfeldstraße 2016 einen erfreulicher Rückgang der Motorradunfälle.

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