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Waakirchen soll vom Verkehr entlastet werden. Die Bürgerbewegung lehnt eine Umfahrung ab und fordert einen Tunnel.

Bitte um ein Gespräch abgelehnt 

Verkehrsminister lässt Oberland-Initiative abblitzen

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Die Oberland-Initiative für Ökologie&Verkehr hätte sich gerne mit Verkehrsminister Hans Reichhardt (CSU) zu einem Gespräch getroffen. Doch der sieht dafür keine Basis.

LandkreisKeine neuen Umgehungsstraßen mehr im Oberland: Das ist eine der Kernforderungen der Oberland-Initiative für Ökologie&Verkehr. Eine weitere ist der Ruf nach einem Verkehrskonzept fürs Oberland. Die Bitte um ein Gespräch hat Verkehrsminister Hans Reichhardt (CSU) abgelehnt. Die Forderung, auf den Bau von Ortsumfahrungen zu verzichten, lasse sich mit den vom Bund erteilten Planungsaufträgen nicht in Einklang bringen, lässt Reichhardt in einem von Ministerialdirektor Helmut Schütz verfassten Schreiben wissen. Er sehe keine Basis für ein Gespräch.

Wie berichtet, hat sich die Oberland-Initiative Ende 2018 zusammengeschlossen. Sie besteht aus sechs Bürger-Gruppierungen in den Landkreisen Miesbach und Weilheim-Schongau. Mit dabei sind vier Holzkirchner und eine Waakirchner Initiative. Als Sprecher fungiert Lars Hülsmann, der die Waakirchner Bürgerbewegung anführt. Abspeisen lässt er sich von der Antwort des Ministers nicht. „Wir sehen ein Treffen weiterhin als geboten an“, macht Hülsmann deutlich. Nach Auffassung der Oberland-Initiative sind die angedachten Aktivitäten seitens des bayerischen Verkehrsministeriums zur Verbesserung der Verkehrssituation „wenig konkret und unzureichend“.

Das Schreiben aus dem Ministerium vermittle den Eindruck, dass als Varianten für die Umsetzung des Verkehrswegeplans nur Ortsumfahrungen zulässig wären, findet Hülsmann. Diese treffe aber nicht zu, schließlich würden auch Tunnel geprüft.

Aktuell laufen für Holzkirchen, Waakirchen und Weilheim Voruntersuchungen, um die beste Variante für eine Entlastung vom Verkehr zu finden. Man bitte um Verständnis, dass man den Variantenuntersuchungen der Staatlichen Bauämter nicht vorgreifen könne, heißt es in der Antwort des Verkehrsministeriums auf das Schreiben der Oberland-Initiative.

Offenbar nehme die neue Staatsregierung ihr Ziel, den Flächenfraß zu reduzieren, in der Praxis nicht ernst, kritisiert Hülsmann. Ungeachtet der Gesprächsbereitschaft des Ministers werde die Oberland-Initiative „einige Maßnahmen“ angehen. Schließlich träten einige Umfahrungsprojekte in die entscheidende Phase – und die bayerischen Kommunalwahlen rücken näher.

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