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Ein Tunnel für Waakirchen? Geprüft werden soll diese Alternative.

Nach Kabinettsbeschluss: Umfahrungen bleiben im vordringlichen Bedarf 

Verkehrsprojekte behalten Premium-Status

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Landkreis - Das Bundeskabinett hat beschlossen: Die vier großen Verkehrsprojekte des Landkreises  behalten im Bundesverkehrswegeplan den Status vordringlicher Bedarf. Das löst gemischte Gefühle aus. 

Die Holzkirchner Südspange, der Ausbau der B 318 bei Holzkirchen als Autobahnzubringer, die Ortsumfahrungen von Waakirchen und Gmund: All diese Projekte will der Bund anpacken. Am vergangenen Mittwoch hat das Kabinett den Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 beschlossen. Demnach behalten alle vier Projekte den Status „vordringlicher Bedarf“. 

Das war schon im viel diskutierten Entwurf  so  (wir berichteten). Rechtskräftig ist der BVWP zwar noch nicht. Das wird erst nach einem parlamentarischen Verfahren der Fall sein, das voraussichtlich Anfang 2017 endet. Doch ist nicht damit zu rechnen, dass sich an der Einstufung der Landkreis-Projekte noch etwas ändert. „Ich gehe davon aus, dass der Status so durchs Parlament geht“, meint der CSU-Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan. 

Eine Nachricht, die gemischte Gefühle auslösen dürfte. Die Holzkirchner Südspange, die Waakirchner Umfahrung und auch die Gmunder Trasse sind heftig umstritten. In Holzkirchen und Waakirchen haben sich Initiativen für und gegen Umfahrungen gebildet. Auch in Gmund gibt es viele Gegner, vor allem die Wiesseer Nachbarn lehnen die grob skizzierte Trasse ab. Eine konkrete Planung existiert bislang aber für keines der Vorhaben. 

Das Staatliche Bauamt Rosenheim hatte im März erklärt, in die Planungsphase steige man erst ein, wenn die Ausbaugesetze rechtskräftig verabschiedet sind. Doch so lange müssen die Kommunen nach Überzeugung Radwans nicht warten. „Vorgespräche für die Planung kann man jetzt schon führen.“ Zu prüfen sind alle Alternativen für die Entlastung vom Verkehr. „Ich gehe davon aus, dass in Waakirchen auch der Tunnel dazu gehört“, meint Radwan. In Holzkirchen sind Möglichkeiten für eine ortsnahe Umfahrung zu untersuchen. Mit einbezogen werden sollen auch die Umfahrungen von Kurzenberg und Großhartpenning. 

Der Bund stellt für die Umsetzung des BVWP bis 2030 fast 270 Milliarden Euro zur Verfügung. Welche Projekte zum Tragen kommen, hängt aber vor allem von den Kommunen ab. Wehren die sich am Ende gegen die Planung, setzt der Bund das Vorhaben erfahrungsgemäß nicht um. Die Waakirchner Bürgerbewegung meldete sich schon am Mittwoch mit einer Pressemitteilung zu Wort. Sprecher Lars Hülsmann zeigte sich enttäuscht, dass die Stellungnahmen der Bürger offenbar nicht berücksichtigt wurden. Viele Waakirchner hatten sich ablehnend geäußert. Sollte die Umfahrung geplant werden, hat die Bewegung mit Blick aufs Landschaftsschutzgebiet schon eine Popularklage angekündigt.

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