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Die Sorgen Gott ans Herz legen: Das Friedensgebet rund um den Taubenbrunnen am Marienplatz leiten (v.r.) Pfarrer Erwin Sergel und sein katholischer Kollege Stefan Füger im Wechsel. Nächster Termin ist der 30. Dezember. 

Treffen sollen auch 2016 Zeichen setzen

Verlängerung für Miesbacher Friedensgebet

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Miesbach - Es ist gelebte Ökumene. Das Miesbacher Friedensgebet soll auch 2016 wöchentlich stattfinden.

Es braucht nicht viel, um etwas zu tun. Für das Friedensgebet, das seit den Anschlägen von Paris Mitte November wöchentlich um 17 Uhr am Marienplatz in Miesbach stattfindet, braucht es nur ein paar Blätter Papier mit Liedtexten. Der Rest entsteht in der Gemeinschaft.

Es ist die Sorge um den Frieden, die die Menschen hier zusammenführt. Diesmal sind es gerade mal sechs Personen, die gekommen sind, aber das ist nicht wichtig. „Auch zwei Leute sind in Ordnung“, sagt Diakon Franz Mertens. „Es geht nur um das Gebet.“ Miesbachs katholischer Pfarrer Stefan Füger stimmt dem zu: „Es zählt Qualität, nicht Quantität.“

Das Friedensgebet ist gelebte Ökumene – Kirche im Alltag. Pfarrer Füger und seine evangelischen Kollegen, das Pfarrer-Ehepaar Anika Sergel-Kohls und Erwin Sergel, wechseln sich dabei ab. Der Ablauf ist fix, lediglich Bibelstellen und die beiden Lieder variieren.

15 Minuten dauert das Friedensgebet, das diesmal Pfarrer Sergel leitet. Er erzählt eine Anekdote über Sternschnuppen, spannt den Bogen zum Stern von Bethlehem, beschreibt die Hoffnung, die das Licht bringt. Die Sorgen seien groß in einer Zeit, „in der wir sehen, wie schnell Erreichtes wieder kaputt geht. Diese Sorge wollen wir Gott ans Herz legen.“

Einer, der zum ersten Mal mitbetet, ist Franz Mayr aus Miesbach. „Es ist wichtig, sich Gedanken zu machen über diese Entwicklung in der Welt“, sagt der Miesbacher, der mit seinem Sohn Felix (9) gekommen ist. „Es sind 15 Minuten, um innezuhalten und ein Zeichen zu setzen.“

Das Friedensgebet soll sich in den Alltag integrieren, sagt Füger – nach dem Einkauf kurz zum Friedensgebet. Ein Ende ist nicht abgesprochen. „Bis Frieden auf Erden ist“, sagt Füger, und Mertens ergänzt: „Das Ende ist offen.“ Beim Friedensgebet umschreibt es Sergel so: „So lange wir beten, hat nicht die Gewalt das letzte Wort, sondern die Liebe.“

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