Abstandhalten kein Problem: das Warmfreibad Fischbachau verfügt über ein weitläufiges Gelände.
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Abstandhalten kein Problem: Das Warmfreibad Fischbachau verfügt über ein weitläufiges Gelände.

Ende der Badesaison

Freibäder im Landkreis bekommen den durchwachsenen Sommer zu spüren: Verregneter August verwässert Bilanz

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  • Christina Jachert-Maier
    Christina Jachert-Maier
  • Dieter Dorby
    Dieter Dorby
  • Sebastian Grauvogl
    Sebastian Grauvogl

Die Badesaison im Landkreis ist zu Ende. Die Bilanz fällt gemischt aus. Vor allem der verregnete August wirkt sich aus.

Landkreis – Regen ist immer ein Dämpfer für die Freibadsaison. In Bayrischzell hat sich das Nass von oben heuer aber gleich in zweifacher Hinsicht negativ ausgewirkt. So musste die Gemeinde bei mehrfachem Starkregen die Wärmepumpe des Alpenfreibads abschalten. „Wir mussten das Staubrett aus dem Wendelsteinbach entfernen“, erklärt Kämmerer Josef Teucher. Damit habe man zwar Überflutungen vermieden, aber in diesem Zeitraum auch das Becken nicht beheizt. Dass es heuer dazu kommen kann, habe die Gemeinde bereits zu Beginn der Badesaison kommuniziert.

Wie berichtet, wurde das Alpenfreibad trotz teils maroder Technik und bereits auf den Weg gebrachter Neubaupläne noch mal geöffnet. Alles in allem sei man gut über den Sommer gekommen, meint Teucher. Obwohl das Bad bis Sonntag geöffnet hatte, kann der Kämmerer bereits die Einnahmen nennen: 25 000 Euro Eintritt sei 2021 in die Kasse geflossen. Nur 1000 Euro weniger als im Vor-Corona-Jahr 2019. Ein Vergleich zu 2020 macht hingegen keinen Sinn, weil da das Alpenfreibad komplett geschlossen hatte. Und wie es aussieht, können die Besucher wohl auch 2022 nochmals in Becken springen. „So schnell sind wir mit dem Neubau nicht fertig“, erklärt Teucher.

Renovierung in Fischbachau ist noch nicht ganz abgeschlossen

Ein Übergangsjahr hat auch das Warmfreibad Fischbachau hinter sich. Noch ist die Renovierung nicht ganz abgeschlossen, berichtet Gemeindegeschäftsleiter Johann Neundlinger. Bis zur kommenden Saison sollen eine neue Theke und ein Kassenautomat beschafft werden. Eine Erleichterung auch für die neuen Betreiber des Bistros, Gregor Weidner und Manfred Nerz. Heuer mussten sie eine eigene Kassenkraft beschäftigen – auch bei schlechtem Wetter. Weidner: „Die steht im schlimmsten Fall wegen ein paar Frühschwimmern den ganzen Tag rum.“

Er blickt auf ein eher durchwachsenes Premierenjahr in Fischbachau zurück. Vor allem der verregnete August habe die Bilanz massiv getrübt. Die Umsetzung der Corona-Regeln sei ebenfalls mit mehr Aufwand verbunden gewesen. Von der Renovierung des Bistros erhofft sich Weidner eine Art Schlechtwetterangebot fürs Bad. Dies könne man beispielsweise mit dem bestehenden Minigolfplatz verknüpfen. Auch die Einrichtung eines Fahrradverleihs sei geplant.

Zahlen zur erst am Sonntag zu Ende gegangenen Badesaison liegen laut Gemeinde noch nicht vor. Insgesamt seien die Besucher aber zufrieden gewesen mit dem Angebot, meint Neundlinger. „Ich habe zumindest nichts negatives gehört.“

Positive Bilanz in Miesbach

Im Miesbacher Warmfreibad fiel die Bilanz unterm Strich positiv aus – trotz Regen-August. 12 700 Besucher kamen laut Bürgermeister Gerhard Braunmiller ins Bad: „Damit sind wir zufrieden.“ Ähnlich sieht es Badreferent Erhard Pohl: „Unsere Besucher waren froh, dass wir trotz Corona offen hatten. Es gab keine größeren Un- oder Ausfälle, und mit dem Wetter müssen wir eben leben. Es passt somit alles.“ Immerhin sei das Finale im September „richtig gut“ gewesen. Wenn alles planmäßig läuft, folgt 2022 die letzte Badesaison, bevor im Anschluss der Umbau der Anlage erfolgt. „Es fehlen noch die Förderzusage und der finale Stadtratsbeschluss“, sagt Braunmiller. Er geht aber davon aus, dass es keine bösen Überraschungen gebe. Auch Pohl ist optimistisch: : „Der politische Rückhalt ist da. Und dass wir das Bad brauchen, hat Corona noch mal besonders deutlich gemacht.“

Die Bäder im Tegernseer Tal

So kühl und verregnet der August auch war: Im Rottacher Warmbad gab’s keinen großen Besuchereinbruch. Das mag daran liegen, dass es sich bei einem sehr hohen Prozentsatz der Gäste um Urlauber handelt, die bei durchwachsenem Wetter lieber im warmem Wasser planschen als den Tag im Hotel oder der Ferienwohnung vorbeigehen zu lassen. Die endgültigen Zahlen liegen noch nicht vor, aber Betriebsleiter Klaus Bickel geht davon aus, dass in dieser Saison etwa 55 000 Besucher im Bad waren. „Für ein Corona-Jahr ist das ein hervorragendes Ergebnis“, meint er. An die Zahlen der Jahre vor Corona reicht es nicht heran: Da kamen im Schnitt 65 000 bis 70 000 Gäste. Der Rückgang ist dem Zwang geschuldet, die Besucherzahl zu deckeln: Es dürfen lediglich 475 Gäste gleichzeit ins Bad.

Warteschlangen vor dem Eingang

Damit möglichst viele Menschen Wasserfreuden genießen können, gab’s statt Tageskarten nur Tickets für eineinhalb oder drei Stunden. An heißen Tagen bildeten sich vor dem Rottacher Warmbad trotzdem lange Warteschlangen. „Das ist schon ungut, wenn die Leute, oft mit Kindern, eine Stunde in der Hitze draußen warten müssen“, weiß Bickel. Gastronom Peter Blümer habe die Wartenden oft mit Getränken versorgt, um die Stimmung zu heben. Man überlege aber, wie Warteschlangen vermieden werden können. Eine Möglichkeit wäre, auf Online-Buchungen zu setzen. „Erst war ich da skeptisch“, meint Bickel. Aber in anderen Bädern, zum Beispiel in Nürnberg, funktioniere das System tadellos: „Das hat mich überzeugt.“

Nächstes Jahr Online-Buchungen?

Vor allem. weil es an der Kasse nach einer Online-Buchung ganz schnell geht. Die Besucher haben schon bezahlt und weisen lediglich einen QR-Code auf dem Handy oder ausgedruckt vor. „Ein Piep und sie sind durch“, berichtet Bickel. Auch die Registrierung ist damit erledigt, was ebenfalls ein großer Vorteil ist. Zwar könnte die dank Luca-App auch vor Ort sehr schnell gehen, aber die Realität sieht anders aus, wie der Betriebsleiter berichtet: „Die meisten haben händisch Formulare ausgefüllt.“

Jetzt haben Bickel und sein Team damit begonnen, das Bad winterfest zu machen. Die Becken bleiben übrigens gefüllt. Das Wasser wird lediglich mit einem Überwinterungsmittel versetzt und der Pegel abgesenkt. Leer dürfen die Becken direkt am See nie sein. „Sonst würden sie bei Hochwasser aufschwimmen wie ein leerer Topf“, erklärt Bickel. Zudem wird die Anlage mit viel Aufwand frostsicher gemacht.

Freibad Kreuth verlängert die Saison

Das Warmbad Kreuth hat, anders als das Bad in Rottach-Egern, noch bis einschließlich kommenden Sonntag geöffnet. Vor allem, um die vielen Schließtage auszugleichen, wie Betriebsleiter Markus Lang berichtet. Bei Regen kann das Bad nicht öffnen, weil Unterstellmöglichkeiten fehlen. An rund 20 Tagen war das heuer der Fall. Das zeigt sich bei der Bilanz. Laut Lang gab’s im Vergleich zu 2020 ein Minus von 2000 Besuchern. Im Vorjahr waren es 13 000 Besucher. Warteschlangen vor der Kasse bildeten sich in Kreuth nicht. Wegen der großen Liegefläche sind 500 Besucher zugelassen. Ausgeschöpft wurde diese Kapazität nie. „Bei uns ist es sehr familiär“, sagt Lang. Trotz Corona sei der Betrieb gut gelaufen.

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