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Versammelte Mannschaft: Im Otterfinger Trachtenheim sprachen die Führungskräfte der Feuerwehren im Landkreis über brennende Themen. 

Versammlung der Feuerwehrkommandanten

Beim Digitalfunk ist Geduld gefragt

Die Umstellung auf den Digitalfunk beschäftigt die Feuerwehren im Landkreis. Noch läuft nicht alles glatt, wurde bei der Kommandantenversammlung deutlich.

Landkreis In der Rückschau sei das vergangene Jahr gewöhnlich verlaufen, stellte Kreisbrandrat Anton Riblinger bei der Dienstversammlung der Kommandanten im Otterfinger Trachtenheim zufrieden fest. Vor „extrem Herausragendem“ sei der Landkreis verschont geblieben, fügte Kreisbrandinspektor Andreas Schwabenbauer hinzu. 2016 sei für die Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises ein Einsatzjahr mit „normaler Statistik“ gewesen.

Nahezu alle Kommandanten und ihre Stellvertreter waren nach Otterfing gekommen, dazu auch die Vertreter weiterer „Blaulichtorganisationen“ wie etwa der neue Leiter der Holzkirchner Polizeiinspektion, Johann Brandhuber. Riblinger brachte deren gute Zusammenarbeit auf den Punkt: „Wenn irgendwas ist – kurzer Dienstweg“.

Ein Kommandant aus dem Tegernseer Tal richtete in diesem Sinne einen Appell in Richtung Polizei. In ihrem Einsatzgebiet müssten sie häufig Straßensperren errichten. Polizisten säßen im geheizten Auto und bekämen dafür ihr Gehalt, während die Freiwilligen der Feuerwehr für lau in der Kälte stünden.

Auf den Nägeln brennt der Kreisfeuerwehr die Umstellung auf den Digitalfunk. Derzeit läuft der erweiterte Probebetrieb. „Wir müssen austesten, ob wir das Ganze so im Echtbetrieb übernehmen können“, sagte Schwabenbauer. Früher habe man nur zwei Kanäle zur Verfügung gehabt. Jetzt gebe es mehrere Gruppen innerhalb des Landkreises. Einzelne Gruppen könnten per Digitalfunk direkt kommunizieren, ohne sich untereinander zu stören.

Apropos Störung: Ralph Benda aus Weyarn klagte über die schlechte Qualität. „Da hörst du oft nur Rauschen“, sagte er. Ob das so bleibe, wollte er wissen. Ihm antwortete Erich Schröck von der Abteilung Brand- und Katastrophenschutz am Landratsamt. Er höre selbst mit und habe keine gravierende Mängel der Tonqualität festgestellt. Freilich laufe nicht alles glatt, wandte Riblinger ein. Auch mit der Autorisierten Stelle (AS) Bayern für den Digitalfunk, die für Aufbau und Überwachung des Netzes zuständig ist, gebe es hie und da Querelen. Riblinger warb aber um Verständnis und betonte die Stärken des neuen Systems. Früher hätten sogar Kameraden bis aus Garmisch dazwischengefunkt. „Vergesst das nicht“, sagte der Kreisbrandrat.

Neben der Digitalisierung des Funkes beschäftigt die Wehr derzeit verstärkt die Qualifizierung ihres Nachwuchses. Ende 2015 hatte die Umstellung auf modulare Gruppenausbildung begonnen. Wehren verschiedener Orte realisieren gemeinsame, zentralisierte Schulungen. Ziel ist ein gleichwertiger Ausbildungsstand der Jugend. Seinen Beitrag leistet hier Peter Schlickenrieder als neuer Jugendleiter. Zuvor war er Erster Kommandant der Feuerwehr Holzkirchen.

Übergangsweise hatte Karl Limmer das Amt des Jugendleiters ausgefüllt. Er berichtete, dass das Engagement der Jugend tendenziell steige: „In anderen Kreisen sieht das ganz anders aus.“

Müssten die Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr von Hauptamtlichen übernommen werden, könnte „der Staat das gar nicht zahlen“, merkte Landrat Wolfgang Rzehak an. Effizienter sei das freiwillige System obendrein. Schließlich gebe es Länder ohne freiwillige Wehren. Und ein Vergleich mit diesen zeige den Erfolg des freiwilligen Systems.

Voll des Lobes war auch Otterfings Vizebürgermeisterin Ulrike Stockmeier. Da sie bei der Sitzung nicht persönlich anwesend sein konnte, hatte sie ein launiges Gedicht verfasst. Riblinger verlas es und schloss mit deren Worten: „Behütet bitteschön unser Miesbacher Land weiterhin. Es grüßt von Herzen die Stockmeierin.“

Statistik

Was die 36 Freiwilligen Feuerwehren und die eine Werksfeuerwehr im Landkreis leisten, zeigt ein Auszug aus der Jahresstatistik 2016. Die 2038 aktiven Wehrler – darunter 55 Frauen – rückten zu 1863 Einsätzen aus und leisteten 31 650 Stunden Einsatz – ehrenamtlich. Bei Bränden retteten sie sieben Menschen, als First Responder 116. Insgesamt retteten sie 2016 123 Menschenleben und leisteten darüber hinaus technische Hilfeleistung bei der Rettung von 81 Personen. Sie bargen 29 Tiere. Zu Fehlalarmierungen kam es 246 Mal. In zwölf Fällen war der Alarm böswillig ausgelöst worden.

Johanna Wieshammer

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