Mit Abstand und Maske: Nicht alle Gastronomen halten die Corona-Regeln so vorbildlich ein wie hier der Biergarten von Gut Kaltenbrunn. Das Landratsamt will nun Wiederholungstäter häufiger kontrollieren. Foto: Thomas Plettenberg
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Mit Abstand und Maske: Nicht alle Gastronomen halten die Corona-Regeln so vorbildlich ein wie hier der Biergarten von Gut Kaltenbrunn. Das Landratsamt will nun Wiederholungstäter häufiger kontrollieren.

650 Anzeigen bisher

Verstärkte Corona-Kontrollen im Landkreis: Gastronomie im Fokus

  • Christian Masengarb
    vonChristian Masengarb
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Das Landratsamt will die Corona-Kontrollen ausweiten - vor allem in der Gastronomie. Große Betriebe und Wiederholungstäter sollen häufiger überwacht werden.

Landkreis – Die skurrilste der über 650 Anzeigen, die wegen Corona bisher beim Landratsamt Miesbach eingegangen sind, trifft einen jugendlichen Zugfahrer aus Bad Tölz: Als der Fahrkartenkontrolleur an den Mann herantrat, rief dieser: „Gehen Sie weg! Ich habe Corona.“ Die Folge: 200 Euro Bußgeld wegen Belästigung der Allgemeinheit. Ein fragwürdiger Rekord von vielen, den die Pandemie bringt. Bei vielen anderen steht die Gastronomie im Mittelpunkt.

Das Landratsamt will sich bei der angekündigten Ausweitung der Corona-Kontrollen (wir berichteten) deshalb auf Gaststätten und Cafés konzentrieren. Auf Nachfrage unserer Zeitung hat die Behörde ihre Pläne erklärt.

Verstärkte Kontrollen

Der Schwerpunkt der Kontrollen soll auf zwei Typen von Gastronomien liegen: auf betrieben, über die wiederholt Beschwerden eingegangen sind, und auf Betrieben mit mehreren Hundert Sitzplätzen. Stellen die Kontrolleure zum Beispiel fest, dass das Personal keinen Mund-Nasen-Schutz trägt, werden Betreiber und Betroffener sofort auf ihre Pflicht hingewiesen und ermahnt, erklärt das Landratsamt. Im Nachgang werde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Die zusätzlichen Kontrollen sollen fast alle von Mitarbeitern des Landratsamts durchgeführt werden. Den Großteil werde der Fachbereich Öffentliche Sicherheit und Gewerbe übernehmen. Weitere Kollegen aus dem Haus sollen ebenfalls hinzugezogen werden. Die Polizei solle nur in „wenigen Einzelfällen“ Amtshilfe leisten.

Anzeigen bisher

Ein Grund, warum das Landratsamt die Gastronomie stärker überwachen wird, könnten die bisher eingegangenen Anzeigen sein. Rund die Hälfte (326) aller angezeigten Verfahren (655) läuft noch. Unter ihnen sind Fälle, die die bisher erlassenen 125 Bußgeldbescheiden und 103 Verwarnungen (101 Verfahren wurden eingestellt) übertreffen werden – vor allem aus der Gastronomie.

Ein Beispiel: Die höchste Strafe für einen Corona-Verstoß (500 Euro) erhielt derzeit ein Verein, der seine Räume trotz Untersagung nutzte. Gegen Gastronomen laufen Anzeigen wegen vorsätzlich unterschrittener Abstandsregeln und Bedienungen, die ohne Mundschutz in den Dienst geschickt wurden. Bußgeld: bis zu 5000 Euro. Die höhere Strafe spiegelt die Schwere des Verstoßes. Gaststätten stärker zu überwachen, ist also im Nutzen-Aufwand-Verhältnis unschlagbar.

Anzeigen ändern sich

Auch das Anzeigeverhalten der Menschen hat sich laut Landratsamt in Richtung Gastronomie verschoben. Seit das Virus durch steigende Fallzahlen wieder stärker ins Bewusstsein rückt, nehmen Anzeigen gegen Privatpersonen ab, Anzeigen gegen Gaststätten aber zu. Zu Beginn der Pandemie wurden laut behörde vor allem Privatpartys und das Verlassen der Wohnung ohne wichtigen Grund angezeigt. Mittlerweile sind es meist Verstöße gegen Abstandsregeln und die Maskenpflicht in Restaurants.

Das Landratsamt betont aber: Im Verhältnis zu hohen Zahl der Gastronomiebetriebe, würden nur wenige davon angezeigt.

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