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Ein Fan des TEV Miesbach musste sich nun für einen Ausraster vor Gericht verantworten.

Wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung

Harte Strafe: Münchner Fan (24) des TEV Miesbach verurteilt

Beim Spiel gegen den Höchstadter EC wirft der Fan des TEV Miesbach mit einer Flasche. Der Richter spricht von einem feigen und heimtückischen Angriff.

Erlangen/Miesbach – „Staat und Justiz müssen eine Null-Toleranz-Linie fahren“, meinte Richter Wolfgang Gallasch bei der Verhandlung am Erlanger Amtsgericht. Entsprechend geschockt war der angeklagte Münchner, ein Anhänger des TEV Miesbach, vom Urteil: sechs Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung und 1200 Euro Geldauflage wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung.

Eigentlich hörte sich alles gar nicht so schlimm an: Der 24-Jährige aus München hatte im März das Eishockey-Heimspiel des Höchstadter EC gegen den TEV Miesbach besucht, so berichtet nordbayern.de. Die Stimmung unter den Fans heizte sich immer mehr auf. Laut Anklageschrift soll der TEV-Anhänger im Eifer des Gefechts eine kleine Plastikflasche mit 15 Milliliter Nachfüllflüssigkeit für eine E-Zigarette auf einen gegnerischen Fan geschleudert haben. Der Höchstadter konnte dem Geschoss ausweichen.

Trotzdem: „Solchem Verhalten muss man einen Riegel vorschieben“, sagte Gallasch. Allzu oft endeten Streitereien bei Eishockey- oder Fußballspielen in massiven Ausschreitungen. Eine Entschuldigung des Angeklagten später am Spielabend hatte der attackierte Höchstadter (36) abgelehnt. „Ich fand den Angriff feige und heimtückisch.“

Über seinen Verteidiger räumt der TEV-Fan die Vorwürfe ein. Es habe beidseitige Provokationen und verbale Beleidigungen gegeben. Dann habe er das Fläschchen geworfen – allerdings nur in Richtung der gegnerischen Fans. „Ich wollte niemanden gezielt verletzen.“ Bei der Tat war der 24-Jährige mächtig angetrunken. Ein Alkoholtest ergab einen Wert von über zwei Promille. Der Brauer hatte bei der Anreise im TEV-Fanbus ordentlich gebechert.

Zugunsten des nicht vorbestraften Angeklagten werteten die Staatsanwalt das Geständnis und den Versuch, sich zu entschuldigen. Die Forderung: eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 35 Euro, der Verteidiger bat, „deutlich darunter“ zu bleiben.

Richter Gallasch aber wollte „ein Zeichen setzen“ und verurteilte den Angeklagten zu sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung und 1200 Euro Geldbuße.

Jeanette Seitz

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