Landgericht München II

Versuchte Vergewaltigung: 44-Jähriger schämt sich

Miesbach - Mehr als 23 Jahre ist es her, dass ein unbekannter Mann versuchte, in Miesbach eine Frau zu vergewaltigen. Jetzt steht der 44-jährige Italiener wegen versuchter Vergewaltigung und räuberischer Erpressung vor dem Landgericht München II.

Den ersten Teil der Anklage hat der 44-Jährige zugegeben. Laut Staatsanwaltschaft war es am Abend des 12. Februar 1990 gegen 18 Uhr, als sich der Angeklagte eine schwarze Nylonstrumpfhose ohne Seh- und Mundschlitze über den Kopf zog. Mit dieser Maskierung lauerte er einer Bekannten im Keller auf, bis sie dort die Geschäftsräume einer Miesbacher Putzfirma verließ. Er drückte sie in den Gang der Geschäftsräume zurück. Dabei hielt er ihr den Mund zu, damit sie nicht schreien konnte. Der Angeklagte verschloss die Eingangstür und drängte die Frau weiter in die Geschäftsräume. Dort versuchte er, sie zu vergewaltigen. Das gelang ihm jedoch nicht, weil sich die Frau heftig wehrte.

Der Italiener schämt sich für die Tat, vor der er Alkohol und Kokain zu sich genommen haben will. „Ich hab das all die Jahre mitgeschleppt“, sagte er. „Ich hab’s nicht rausgebracht. Ich bin froh, dass das jetzt geklärt wird.“

Den zweiten Teil der Anklage bestreitet der 44-Jährige. Demnach habe er der Frau nach der versuchten Vergewaltigung bedeutet, dass er Geld wolle. In der Registrierkasse befand sich jedoch nichts mehr. Deshalb habe die Frau dem Angeklagten 30 Mark aus ihrem eigenen Geldbeutel gegeben. „Ich habe viel Mist gebaut in meinem Leben, Herr Richter“, sagte der 44-Jährige. „Aber ich habe nie was geklaut.“

Der Angeklagte musste sich bereits 1998 wegen eines Sexualdelikts in einem Sonnenstudio vor Gericht verantworten. Eine DNA-Analyse ergab einen Treffer auch im jetzigen Fall. Im Februar 2005 erließ das Amtsgericht München einen Haftbefehl gegen den 44-Jährigen. Der konnte jedoch nicht vollstreckt werden, weil sich der Mann wieder in Italien aufhielt. Doch voriges Jahr machte er - aus seiner Sicht - einen Fehler: Er war in Deutschland zu schnell mit dem Auto unterwegs und wurde geblitzt. Daraufhin nahm ihn die Polizei am 18. April 2013 fest. Seitdem sitzt er in München-Stadelheim in Untersuchungshaft. Der Prozess dauert an.

Nina Gut

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