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Die Rückgabe der Amt sgeschäfte an Rathaus-Chefin Ingrid Pongratz verband Vize-Bürgermeister Paul Fertl mit einem Geschenk – einer Bilder-Collage, gemalt von Caritas-Kindern.

„Die Bürgermeister-Zeit hat Spaß gemacht“

Paul Fertl über seine Vertretung als Miesbacher Rathaus-Chef

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Miesbachs Bürgermeisterin Ingrid Pongratz ist nach längerer Krankheit wieder zurück im Amt. Vertreter Paul fertel verrät im interview, wie seine Zeit im Rathaus gelaufen ist.

Miesbach – Zwei Monate hat Miesbachs Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD) Ingrid Pongratz (CSU) nach deren krankheitsbedingten Ausfall (Lungenentzündung) und anschließendem Urlaub vertreten. Gestern kehrte die Rathaus-Chefin zurück in den Dienst und wurde bei der Übergabe der Amtsgeschäfte von Fertl überrascht – mit Bildern, die sie zeigen, gemalt von Caritas-Kindern, ersteigert von Fertl. Wir baten den Vertreter der Bürgermeisterin um ein Fazit seiner Dienstzeit.

Herr Fertl, zwei Monate waren Sie nun Bürgermeister von Miesbach. Hat es Spaß gemacht?

Fertl: Ja, auf jeden Fall, denn man kann etwas bewirken. Besonderen Ehrgeiz habe ich sicherlich beim Thema Kinderbetreuung hineingelegt. Unsere Kitas sind voll, also müssen wir schauen, dass etwas weitergeht. Der nächste wichtige Schritt ist nun getan: Wir untersuchen Erweiterungsmöglichkeiten auf dem Klosterareal. Auch das Planfeststellungsverfahren für die Hochwassergebiete Bergham und Kleinthal ist zukunftsweisend.

Die Zeit der Schulabschlüsse fiel auch in Ihren Aufgabenbereich.

Fertl: Ja, das habe ich auch gerne gemacht. Für mich geht es bei solchen Grußworten nicht darum, grüß Gott zu sagen, sondern auch einen Blick über gute Noten hinaus zu werfen. Wichtig war dabei auch all jenen danke zu sagen, die sich mit besonderem Engagement eingebracht haben. Das war mir ein Anliegen.

Wie groß ist die Gefahr, als SPD-Mann den Kurs der CSU-Amtsinhaberin – sagen wir mal – ein wenig zu korrigieren?

Fertl: In den gerade genannten Punkten gab es keine Gefahr, denn da sind wir deckungsgleich. Und generell muss ich sagen, dass ich so eine Gelegenheit nicht nutze, um reinzugrätschen. Das mache ich nicht. Ingrid Pongratz ist die gewählte Erste Bürgermeisterin – das ist zu respektieren. Deshalb wurde keine Entscheidung getroffen, die sie in die Bredouille bringt.

Und der Termin im Freibad mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Markus Rinderspacher?

Fertl: Den Termin habe ich ausgemacht, aber auch der ist kein Problem für die Bürgermeisterin. Ich habe mit Ingrid Pongratz beim Kulinarischen Abend ein Glas Wein getrunken und ihr davon berichtet. Sie fand’s gut, denn vielleicht bewegt sich so ja auch etwas in der CSU.

Sie mussten ja von jetzt auf gleich einspringen und die Geschicke übernehmen. Wie war das möglich?

Fertl: Ich bin ja offiziell Rentner, habe aber seit fünf Jahren meine eigene kleine Firma. Wir vertreiben elektronische Datenbanken für mittelgroße Verlage, die keine eigene Vertriebsmaschinerie haben. Ausgerichtet ist das Programm auf Universitäten in Deutschland. Ich kann mir also meine Zeit frei einteilen. Aber in den vergangenen zwei Monaten habe ich da nicht gerade viel geschafft. Bürgermeister in Miesbach ist ein Fulltime-Job.

Fällt die Rückkehr in das normale Leben umso schwerer?

Fertl: Nein, bei mir steht jetzt erst mal der Urlaub an. Und dann heißt es in der Firma, das aufzuarbeiten, was liegen geblieben ist. Mir wird’s nicht langweilig – auch ohne Rathaus.

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