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Sparkassen-Verwaltungsrat fordert Geld zurück

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Miesbach - Jahrelang hat sie großzügig gesponsert, jetzt will die Kreissparkasse ihr Geld zurück. Der Verwaltungsrat hat beschlossen, Schadenersatz geltend zu machen.

Empfänger von Begünstigungen wie beispielsweise der frühere Landrat Jakob Kreidl (CSU) und der einstige Vize-Landrat Arnfried Färber (FWG) sowie großzügige Geber wie der frühere Vorstandsvorsitzende Georg Bromme dürften in den kommenden Wochen unangenehme Post erhalten.

Dem Vernehmen nach dauerte die Sitzung des Verwaltungsrats am Montag bis in die Nacht. Dann stand der Beschluss des achtköpfigen Gremiums fest. Als zuständiges Organ der Kreissparkasse „wird er die Forderungen, bei denen ein Anspruch besteht, geltend machen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Unterm Strich geht es um Tausende von Euro. Über genaue Summen und darüber, wer genau Geld zurückzahlen soll, schweigt sich die Kreissparkasse aus. Ein Blick in den Prüfbericht der Regierung von Oberbayern, der im Mai im Landtag vorgestellt worden war, lässt aber gewisse Rückschlüsse zu. So empfiehlt die Regierung, zumindest Teilkosten der beiden Geburtstagsfeiern von Kreidl und Färber zurückzufordern.

Erhebliche Zweifel äußerte sie auch an der Verhältnismäßigkeit etlicher Zuwendungen und Immobilienzukäufe, die Bromme in seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender getätigt hat. Infrage stehen beispielsweise der Kauf der Geitauer Alm bei Bayrischzell und des Psallierchors in Tegernsee. Auch die rund 20 000 Euro, die zwischen 2008 und 2012 in Form von Geld- und Sachspenden an den Schießstand in Achenkirch geflossen sind, möge die Kreissparkasse zurückholen, empfiehlt die Regierung.

In den vergangenen Wochen hatten die Rechtsanwälte der Sparkasse den Forderungskatalog in akribischer Arbeit zusammengetragen. Das Ergebnis wurde am Montag im Verwaltungsrat intensiv diskutiert. Obwohl Mitglieder im Gremium, verließen Landrat Wolfgang Rzehak und Vorstandsvorsitzender Martin Mihalovits vor der Debatte den Raum. Um jeden Interessenskonflikt auszuschließen, habe man die Entscheidung ganz bewusst allein den neuen Verwaltungsräten überlassen, erklärten sie auf Nachfrage. Kraft Amtes sind sie die Einzigen, die sowohl dem alten wie auch dem neuen Verwaltungsrat angehören.

Jetzt, da es grünes Licht für die Rückforderungen gibt, werden die entsprechenden Schreiben formuliert und verschickt. Bei einigen Sachverhalten hat der Verwaltungsrat laut Pressemitteilung aber noch weitere Informationen angefordert. Wann die Betroffenen die Schreiben in Händen halten, ist noch offen. Aber: „In seiner neuen Zusammensetzung wird der Verwaltungsrat dafür Sorge tragen, dass dies zeitnah abgeschlossen wird.“

Von Stephen Hank

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