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Verwirrung am Testzentrum: Schnelltest positiv? Beleg einpacken!

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Von: Christian Masengarb

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Ohne Nachweis der Berechtigung dürfen die Mitarbeiter des Testzentrums keine Abstriche nehmen.
Ohne Nachweis der Berechtigung dürfen die Mitarbeiter des Testzentrums keine Abstriche nehmen. © TP

Eine Frau wird am Testzentrum abgelehnt, weil sie den Nachweis für ihren positiven Schnelltest vergas. Sie ist enttäuscht. Das Landratsamt stellt die Regeln klar und bringt zusätzliche Hinweise an.

Landkreis – Auch wenn die Corona Inzidenz im Landkreis wieder deutlich unter die 500er-Marke gefallen ist (Stand Freitag: 332) und sich die Nachfrage im Miesbacher Testzentrum weiter in starken Grenzen hält (vergangene Woche 94 PCR- und 36 Schnelltests), beschäftigt das Thema Testen offenbar weiter die Menschen. Jüngster Beleg dafür ist eine Zuschrift, die unsere Zeitung diese Woche erhielt. Sie belegt, dass sich Missverständnisse nach wie vor schnell erhitzen und dabei die Nerven aller Beteiligten strapazieren. Dennoch arbeiten die Behörden an Lösungen.

Eine Leserin schreibt in der E-Mail, ihr sei am Impfzentrum am Sonntag, 7. August, ein kostenloser PCR-Test verweigert worden, obwohl sie zuvor einen positiven Schnelltest hatte. Der Grund: Den Schnelltest hatte sie nicht dabei, das Impfzentrum bestand aber auf einem Nachweis. „Nirgends wird auf diesen Nachweis hingewiesen“, schreibt die Frau. Schnell von zuhause holen konnte sie ihn auch nicht, weil das Impfzentrum zehn Minuten später schloss. Auch einen Schnelltest mit anschließendem PCR-Test hätten die Ärzte abgelehnt. „Ich verließ wohlweislich infiziert die Teststation.“

Die Leserin ist, daran lässt sie keinen Zweifel, äußerst verärgert. Das Vorgehen des Impfzentrums zeige Misstrauen gegenüber den Bürgern, ein „Skandal“. Außerdem trage das Landratsamt zur Verbreitung des Virus bei.

Eine Landratsamtssprecherin bestätigt auf Nachfrage: Der Fall ist bekannt. Die Behörde habe unverzüglich reagiert und auf ihrer Internetseite weitere Hinweise ergänzt, den positiven Schnelltest auch mitzubringen.

Die Sprecherin spricht von „weiteren Hinweisen“, weil auf der Landratsamt-Internetseite bereits mehrfach stand, dass Testwillige an der Teststation ihren Anspruch auf einen kostenlosen Test nachweisen müssen. „Egal wie, Hauptsache ein Nachweis“, betont die Sprecherin. Im Musterformular für einen Berechtigungsnachweis stehe wortwörtlich, dass der positive Schnelltest mitgebracht werden muss.

Dies sei keine Schikane des Landratsamtsamts, sondern Anforderung des Gesetzgebers. Eine rein mündliche Erklärung reiche nicht, weil die gültige Testverordnung Testzentrum-Mitarbeitern explizit vorschreibt, den Nachweis zu prüfen. Die Sprecherin: „Die Mitarbeiter machen doch auch nur ihren Job.“

Während Ukraine-Krieg und Gas-Knappheit Corona aus der öffentlichen Debatte verdrängt haben, diskutieren Menschen also weiter über das Thema. Das führt offenbar auch zu Anpassungen, die bei einer Infektionswelle im Herbst Missverständnisse wie das unserer Leserin verhindern sollen.

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