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Verwirrung um Abstriche im Testzentrum: Wer darf sich testen lassen?

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Von: Christian Masengarb

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Ein Testzentrum im Kreis Miesbach.
Wer darf sich im Testzentrum des Landkreises abstreichen lassen und wer nicht? Diese Frage verwirrt offenbar. © Peter Kneffel/dpa

Wer darf sich im Testzentrum des Landkreises abstreichen lassen und wer nicht? Diese Frage verwirrt offenbar und führt zu anschuldigen. Zwei Grundsätze helfen, Missverständnisse zu vermeiden.

Miesbach – Wer darf sich im Testzentrum des Landkreises abstreichen lassen und wer nicht? Zuschriften mit dieser Frage haben unsere Zeitung und das Landratsamt in letzter Zeit mehrfach erreicht. „Immer mal wieder“ beschwerten sich sogar Menschen, denen die Ärzte an der Miesbacher Oberlandhalle den Abstrich zwar zurecht verweigerten, die sich aber dennoch zu Unrecht abgewiesen fühlten, „weil die Regeln, wann wer wie wo getestet werden darf, einfach so komplex sind, dass niemand sie mehr versteht“, schreibt eine Sprecherin der Behörde auf Nachfrage.

Mit Symptomen immer zum Hausarzt, für PCR-Tests fast immer

Wer seine Verwirrung lindern will, dem helfen zwei Grundsätze, die aus der Tabelle für kostenlose Testmöglichkeiten des Gesundheitsministeriums hervorgehen, auf die das Landratsamt von seiner Internetseite verweist. Der wichtigste Grundsatz: Wer sich ohne Symptome oder mit einem leichten Kratzen im Hals testen lassen möchte, der leistet einen Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Dafür zahlt der Bund, also kann das Testzentrum einen Schnelltest (keinen PCR-Test!) durchführen. Wer stärkere Symptome hat, muss zum Testen immer zum Hausarzt gehen, nicht ins Testzentrum. Das liegt an der nötigen Behandlung und deren Abrechnung. Hat ein Patient stärkere Symptome, braucht er eine Krankenbehandlung: Untersuchung, Medikamente, Krankschreibung. Das kann das Testzentrum weder leisten noch abrechnen. Eine Krankenbehandlung zahlt die Krankenkasse, nicht der Bund.

Zweiter Grundsatz: Das Testzentrum bietet ausschließlich kostenlose Tests an. Das gilt derzeit für die vom Bund bezahlten Schnelltests. Bei PCR-Tests zahlt der Bund nur in Sonderfällen, zum Beispiel für Kontaktpersonen Infizierter und Menschen mit positivem Schnelltest. In diesen Ausnahmefällen bietet das Testzentrum PCR-Schnelltests an. Alle anderen müssen für PCR-Tests zum Hausarzt.

Komplizierte Test-Regeln stiften Verwirrung

Warum diese Grundsätze wichtig sind, zeigt eine Zuschrift, die unsere Zeitung diese Woche erreicht hat: Ein Leser beschwert sich, zwei ihm nahe stehenden Personen seien am Testzentrum Abstriche verweigert und beide „einfach weggeschickt worden“. Offenbar, folgert er, nehme die Politik die Lage nicht ernst. Das Problem: Beide Abgewiesene litten laut dem Leser unter coronatypischen Symptomen. Sie durften im Testzentrum also nicht abgestrichen werden; sie müssen zum Hausarzt. Die Wut des Lesers auf das Testzentrum ist Folge eines Missverständnisses. Wer die Testgrundsätze verinnerlicht, vermeidet ähnliche Fälle. Denn, das betont das Landratsamt: Das Testzentrum verweigere keinem Berechtigten einen Abstrich.

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