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Viel Lob und Dank: Evangelische Kirche Miesbach feiert Richtfest bei Gemeindehausprojekt

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Von: Sebastian Grauvogl

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Alle Augen aufs neue Foyer: die Gäste beim Richtfest am evangelischen Gemeindehaus Miesbach. Links auf dem Gerüst ist Zimmerermeister Andreas Bernöcker zu sehen, unten spricht Architekt Johannes Wegmann (5.v.r.).
Alle Augen aufs neue Foyer: die Gäste beim Richtfest am evangelischen Gemeindehaus Miesbach. Links auf dem Gerüst ist Zimmerermeister Andreas Bernöcker zu sehen, unten spricht Architekt Johannes Wegmann (5.v.r.). © Thomas Plettenberg

Ein Projekt des Miteinanders war die Sanierung und Erweiterung des evangelischen Gemeindehauses in Miesbach von Anfang an. Jetzt wurde Richtfest gefeiert - mit viel Lob und Dank.

Miesbach – Der Wunsch des Zimmerer auf dem Gerüst wurde prompt erfüllt. „Wer hier vorübergeht, der soll sich freuen“, rief Andreas Bernöcker von seinem Platz unter dem Richtbaum zu den vor dem evangelischen Gemeindehaus Miesbach versammelten Festgästen herunter. Wenige Sekunden später schallte ein Kichern vom Gehsteig hinter dem Zaun herüber. Eine Gruppe Schüler verfolgte amüsiert, wie die von Bernöcker in alter Tradition heruntergeworfenen Sektgläser mit einem lauten Klirren auf dem Boden zersprangen. Und auch die Trompetenmusik von Wolfgang Klaus erregte Aufmerksamkeit bei den Passanten.

Schon beim Richtfest für das neue Foyer zwischen Gemeindehaus und Apostelkirche zeigte sich also, dass die von der Kirchengemeinde gewünschte Öffnung ins gesellschaftliche Leben der Kreisstadt hinein kein Wunschdenken ist. Bereits in den viereinhalb Jahren seit Beginn der Planung für die Sanierung und Erweiterung habe sich ein „tolles Miteinander“ ergeben, schwärmte Pfarrer Erwin Sergel.

Viele Interessen in Planung berücksichtigt

Die verschiedenen Interessen, Bedürfnisse und Wünsche in eine bauliche Hülle zu gießen, sei durchaus eine Herausforderung gewesen, ergänzte Architekt Johannes Wegmann. Anders als bei anderen Häusern habe hier jeder Raum „fünf Funktionen und zehn Zielgruppen“. Um einer so lebendigen Pfarrei gerecht zu werden, habe man den „mutigen Schritt“ gewählt, eine moderne Stahl-Glas-Fassade in die schmale Lücke zwischen Kirche und Gemeindehaus zu setzen. Eine gute Ergänzung zum im ersten Bauabschnitt in Holzbauweise errichteten Pfarrbüro, erklärte Wegmann.

Dass der Richtbaum nun ausgerechnet am auf den ersten Blick im Ensemble eher untergeordnet wirkenden Foyer befestigt wurde, war nicht nur der Symbolik geschuldet. Tatsächlich soll hier nach der Fertigstellung im September das Herz des Gemeindelebens schlagen. Dort können sich laut Sergel die Leute zum Stricken, zum Spaghettikochen oder zur Arbeit an sozialen oder kulturellen Projekten treffen. Jeden Tag, unabhängig von Alter, Herkunft und Konfession. Immer donnerstags laden zudem die Schüler der Anton-Weilmaier-Schule in Hausham zum Inklusionscafé ein.

Neue Vollzeitstelle für Betreuung der Angebote

„Wir wollen jeder Form von Engagement Raum geben“, betonte Sergel und verkündete, dass die evangelische Kirche eine neue Vollzeitstelle zur Betreuung der geplanten Angebote schaffen und mit Kirchenvorstandsmitglied Marlies Mehrer auch schon besetzen konnte. Finanziert werde diese durch Zuschüsse aus Fördertöpfen und von Stiftungen. Auch für das 2,5 Millionen Euro teure Bauprojekt habe die Kirchengemeinde viel Unterstützung erfahren. 1,1 Millionen Euro hätte das Fundraising eingespielt, berichtete Sergel und dankte allen Sponsoren. Nur noch 190 000 Euro würden fehlen, ehe das Spendenziel erreicht sei.

Haushams Bürgermeister und stellvertretender Landrat Jens Zangenfeind erinnerte dabei an die große Gala in seiner Heimatgemeinde, in der das „Herzblut“ der Beteiligten spürbar gewesen sei. Als „wertvollen Ort für die Bürger der Stadt und darüber hinaus“ bezeichnete Miesbachs Bürgermeister Gerhard Braunmiller das neue Foyer. Es sei das Ergebnis eines Planungsprozesses, indem die Ideen gesprudelt hätten.

Pfarrer lobt Engagement aller Beteiligten

Das bestätigte Pfarrer Sergel, der dabei wiederholt den großen Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helfer im Kirchenvorstand, im kirchlichen Bauausschuss sowie im Gemeindehausteam herausstellte. Alle (auch die Handwerker) hätten obendrein viel Flexibilität und Improvisationstalent in der Bauphase bewiesen. Die Arbeiter hätten am Vormittag pausiert, um eine Beerdigung in der Kirche nicht zu stören. Die Organistin hätte ihre Übungseinheiten in den Abend verlegt, weil es tagsüber zu laut gewesen wäre. Und die Sekretärinnen hätten vier Mal das Pfarrbüro umgezogen.

Den geistlichen Part des Richtfestes übernahm dann Dekan Heinrich Soffel. Er sprach nach dem Vaterunser den Segen, ehe alle Gäste in einem gemeinsamen Lied Gott dankten. Und auch da blieben wieder einige Zaungäste vor der Kirche stehen.

sg

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