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Kabel Deutschland und Vodafone

Umstellung auf digitalen Empfang 

Vodafone stellt analogen Empfang in der Region ab: Das sind die Folgen für Kunden

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Die Zeit des analogen Fernsehens geht zu Ende. Im Landkreis stellt Vodafone Kabel Deutschland im August das TV- und Radioprogramm auf digitalen Empfang um. Die Folgen im Überblick.

Landkreis – Den Anfang machte Niederbayern. In Landshut und Dingolfing hat Vodafone als einer der größten Anbieter in Deutschland bereits im Januar den analogen Empfang abgezwickt und auf digitale Sender umgeschaltet. Nach und nach folgen weitere Regionen in Bayern. Ende August ist der Landkreis Miesbach an der Reihe. Die wichtigsten Infos auf einen Blick.

Hintergrund

Der Freistaat Bayern hat festgelegt, dass im Kabel ab dem 1. Januar 2019 keine analogen TV- und Radio-Sender mehr verbreitet werden dürfen. Vodafone treibt die Volldigitalisierung voran. Wobei: Der Anteil digitaler Kabelhaushalte liegt laut dem Digitalisierungsbericht 2017 bundesweit schon jetzt bei 88,6 Prozent.

Haushalte

Betroffen sind Kabelkunden von Vodafone in der gesamten Region. Wie viele Haushalte der Konzern im Landkreis versorgt, will er aus „wettbewerbs-taktischen“ Gründen nicht preisgeben. Die Kunden würden nach Angaben des Unternehmens aber vorab persönlich angeschrieben. In Mietshäusern geht das Schreiben demnach an den Vermieter. Übrigens: Wer in Fischbachau, Gmund, Hausham, Holzkirchen, Kreuth, Miesbach, Otterfing, Rottach-Egern, Schliersee, Tegernsee oder Waakirchen wohnt und noch analoge Programme empfängt, kann jetzt schon umsteigen.

Termin

Die Umstellung erfolgt in der Nacht vom 22. auf den 23. August in einem Zeitfenster zwischen 0 bis 6 Uhr. Wie Unternehmenssprecherin Heike Koring auf Anfrage mitteilt, kann es sein, dass in der Umstellungsnacht Internet, Telefon und Fernsehen zeitweise nicht gehen. Im Krankheitsfall sollten Kunden ein Handy für den Notfall zu Hand haben. Koring: „Das Mobilfunknetz bleibt unberührt.“

Voraussetzungen

Voraussetzung ist ein Digital-Receiver, der zwischen der Kabel-Dose und dem Fernseher angesteckt wird. Das Gerät macht das digitale Signal auch für alte Röhrenfernseher lesbar. Entsprechende Receiver gibt es im Internet bereits ab 30 Euro. In vielen neueren Flachbildfernsehern ist ein solcher „DVB-C-Empfänger“ schon eingebaut. Bei denjenigen, die bis zum Umstellungstag nicht auf digitalen Empfang umrüsten, bleibt der Bildschirm am Morgen schwarz.

Umstellung

Viele Digital-Receiver führen die Umstellung automatisch durch. Einzige Voraussetzung: „Das Gerät muss nachts am Strom bleiben“, erklärt Sprecherin Koring. Wenn nicht, muss der Sendersuchlauf händisch erfolgen. Gleiches gilt für den Kabel-Router: Bleibt er nachts nicht am Strom, morgens einfach ein- und ausschalten. „Dann funktioniert es wieder“, sagt Koring. Bei der Premiere in Niederbayern habe technisch alles „sehr gut“ geklappt. Nur ein paar einzelne Haushalte hätten sich beim Kundenservice gemeldet.

Vorteile

Nach der Umstellung empfangen Kunden Fernseh- und Radioprogramme ausschließlich in digitaler Qualität, darunter 17 frei empfangbare HD-Sender. Zudem wirbt Vodafone damit, dass Haushalte sich auf Internet in Gigabit-Geschwindigkeit freuen dürfen. Durch den Wegfall der analogen Verbreitung würden in der Netzstruktur Kapazitäten frei werden. „Der Kabel-Empfang nimmt viel Platz ein“, sagt Koring. Der Effekt betrifft aber nur die Spitze, nicht die Breite: Welche Bandbreite letztlich zuverlässig zuhause ankommt, hängt weiterhin von verschiedenen Faktoren ab.

Nachteile

Nachdem sich auch das analoge Radioangebot zur Ruhe setzt, brauchen Kunden, die ihr Radio oder ihre Stereoanlagen direkt an die Kabel-Dose anschließen, ebenfalls einen Digital-Receiver. Sonstige Mehrkosten für das unverschlüsselt gesendete digitale Angebot entstehen laut Vodafone aber nicht. Auch ein zusätzliches Abonnement ist demnach nicht notwendig.

fp

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Kommentare

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slowmanAntwort
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Die Abschaltung der analogen Signale kam aber jetzt nicht ganz so überraschend, dass Analog auf dem fallenden Ast sitzt war schon länger bekannt. Außerdem benötigen Sie nicht unbedingt einen neuen TV oder Radio dafür, sondern nur einen entsprechenden Receiver. Reine Analogreceiver oder Analog-TV dürften aber schon seit geraumer Zeit nicht mehr im Handel zu erwerben gewesen sein. Der analoge SAT-Empfang wurde bereits schon vor etlichen Jahren eingestampft, da ist es nur logisch dass Kabel irgendwann folgt.

slowmanAntwort
(1)(0)

Ja klar, warum fahren wir heute dann mit Autos und nicht noch in der Pferdekutsche? warum nutzen wir den ICE der Bahn wo es doch die gute, bewährte Dampflok genauso kann? Wenn es nur Menschen mit Ihrer denkweise gäbe würden wir heute noch im Wald wohnen und am Feuer sitzen.

steve
(0)(0)

Das Analogsignal ist im Vergleich zum Digital-SD-Signal grausig schlecht. Außerdem belegen die Analogtransponder einen sehr großen Frequenzbereich, der sich besser nutzen lässt. Bei SES-Astra wurde schon vor Jahren umgestellt, ohne große Probleme!
Dass UKW-Radio im Kabel auch gekillt wird, finde ich jetzt nicht so prickelnd, aber da habe ich Verständnis.