Grundstein des neuen Apartmenthauses des Bayerischen Hofs Miesbach
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Ein Moment für die Ewigkeit: (v.l.) Geschäftsführer Uwe Schulze-Clewing, Bauherren-Vertreter Christian Epp und Miesbachs Bürgermeisterin Ingrid Pongratz versenken die „Zeitkapsel“ im Grundstein des neuen Apartmenthauses des Bayerischen Hofs. 35 Wohneinheiten sollen in zwei Baukörpern entstehen.

Grundsteinlegung beim Bayerischen Hof in Miesbach

Voll digital: Neues Apartmenthaus lässt sich komplett per Smartphone steuern

  • Sebastian Grauvogl
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35 Apartments sollen im Neubau „Leo“ des Bayerischen Hofs in Miesbach entstehen. Steuern lassen werden sie sich komplett per Smartphone. Jetzt war die Grundsteinlegung.

Miesbach – Dieser „Löwe“ braucht keinen Dompteur. Er lässt sich mit dem Smartphone bändigen. Das Leo – so heißt das neue Apartmenthaus des Bayerischen Hofs in Miesbach – wird rein per Fingerdruck aufs Handydisplay gesteuert. Von der Buchung über das Öffnen der Zimmertür der 35 Apartments bis hin zum Zahlen der Rechnung: alles digital dank schnellem Internet. „Wir werden mit dem Leo neue Wege gehen“, kündigte Geschäftsführer Uwe Schulze-Clewing nun bei der Grundsteinlegung an. Rund sechs Millionen Euro investiert der Bayerische Hof in die beiden Baukörper samt Tiefgarage neben der Tennishalle des Sportparks im Gewerbegebiet Nord.

Ehe sie die „Zeitkapsel“ einmörteln konnten, mussten die Ehrengäste erst mal über eine schmale Holztreppe in die tiefe Baugrube hinabsteigen. „Ich hoffe, Sie haben Gummi-Stiefel dabei“, scherzte Bauherr Alois Apfelböck in Richtung von Miesbachs Bürgermeisterin Ingrid Pongratz. Der Betonmischer sei bereits bestellt. Pongratz feixte lachend zurück: „Wollen Sie mich einbetonieren?“

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So weit kam es dann doch nicht. Stattdessen versenkten Schulze-Clewing, Pongratz und Christian Epp als Vertreter der Bauherren zahlreiche Zeitdokumente in der Kupferröhre, darunter auch ein USB-Stick mit dem kurz zuvor aufgenommenen Erinnerungsfoto von der Baustelle. Ein historischer Moment – nicht nur für den Bayerischen Hof, wie Epp hervorhob. „Wir erhoffen uns eine hohe Akzeptanz für unser neues Angebot bei den Unternehmen des Landkreises.“

Damit meinte Epp nicht nur die mit Planung und Bau beschäftigten Firmen, sondern auch die künftigen Nutzer der beiden zusammengehörenden Gebäude. Wie berichtet, soll Leo vor allem Mitarbeiter von Unternehmen in Miesbach und Umgebung ansprechen, die nur für eine bestimmte Zeit hier tätig sind oder noch keine eigene Wohnung auf dem freien Markt gefunden haben. Vom kostengünstigen „Budget-Apartment“ für Berufseinsteiger bis zum großzügigen Premium-Angebot für neu angeworbene Entscheidungsträger soll das „Boarding Haus“ alle Bedürfnisse abdecken.

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Flexibilität ist dabei das Stichwort. Die Aufenthaltsdauer kann sich zwischen wenigen Tagen und mehreren Monaten bewegen, das Frühstücks- und Sportangebot im nur wenige Schritte entfernt gelegenen Haupthotel Bayerischer Hof können die Gäste nach Belieben „à la Carte“ zubuchen. Gleiches gilt für einen Wäsche- und Reinigungsdienst. „Das Angebot wird eine gelungene Mischung aus Laptop und Lederhosen, digitaler Innovation und regionaler Gemütlichkeit“, schwärmte Schulze-Clewing. Letztere soll sich auch aus der Holzständerbauweise speisen. Dank Dämmung und Pelletsheizung verursache das Apartmenthaus so gut wie keine CO2-Emissionen.

„Ein Projekt, das wir in Miesbach brauchen“, sagte Pongratz und dankte den Bauherren für ihr Engagement. Die gaben das Lob ans Rathaus zurück. Bauamtsleiter Lutz Breitwieser habe das Vorhaben beinahe „väterlich“ begleitet, meinte Apfelböck schmunzelnd.

An den baurechtlichen Vorgaben führte dennoch kein Weg vorbei. Wie berichtet, liegt das Boarding Haus neben den Tennishallen des Sportparks und damit im Gewerbegebiet. Da hier dauerhaftes Wohnen aber nur für Betriebsleiter zulässig ist, musste der Bayerische Hof auf Apartments für seine eigenen Mitarbeiter größtenteils verzichten. Nur noch drei solcher Wohnungen sind übrig geblieben, so Schulze-Clewing. Um die eigene Personalgewinnung zu erleichtern, hätte man gerne mehr geschaffen, räumte der Geschäftsführer ein. Der einzige Wermutstropfen bei der Grundsteinlegung.

Eröffnen soll Leo übrigens schon im Sommer 2020. Eine Schlüsselübergabe wird es dafür wohl nicht brauchen. Leo versteht digital.

sg

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