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Vom G7-Gipfel ins Culinaria: Junges Pächter-Paar bringt viel Erfahrung mit

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Von: Sebastian Grauvogl

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Margarethe Nirschl und Christian Maß
Bewirten ab sofort das Culinaria: Margarethe Nirschl und Christian Maß. © Andreas Leder

Die Stadt Miesbach hat neue Wirte für den Waitzinger Keller gefunden. Margarethe Nirschl und Christian Maß aus Irschenberg legen ab sofort los im Culinaria - mit viel Erfahrung.

Miesbach – Es funkte beim G7-Gipfel. Während Barack Obama, Francois Hollande, Angela Merkel und Co. auf Schloss Elmau die großen Themen der Weltpolitik wälzten, kümmerten sich Christian Maß (28) und Margarethe Nirschl (32) um das leibliche Wohl der unzähligen im Einsatz befindlichen Polizisten. Die harte Arbeit schweißte den Eventexperten und die Catering-Spezialistin zusammen. Sie beschlossen, fortan gemeinsame Sache zu machen. Nicht nur beruflich, sondern auch privat.

Drei Jahre später hat sich an ihrer Liebe nichts verändert – an ihrer Vorstellung vom Traumjob aber schon. Maß und Nirschl tauschen das internationale Event- und Catering-Geschäft in eine feste Heimat. Sie sind die neuen Pächter des Culinaria im Waitzinger Keller in Miesbach. „Wir wollten sesshaft werden“, sagt Maß und lacht. Ständige Dienstreisen würden sich mit einer Familienplanung eben nicht wirklich vertragen.

Für die Leiterin des Miesbacher Kulturamts, Isabella Krobisch, ist diese Entscheidung des Duos aus Irschenberg ein echter Glücksgriff. Wie berichtet, hatte die Stadt seit dem im Sommer angekündigten Ausstieg von Wirt Manfred Frank nach fünf Jahren nach einem neuen Betreiber für das Culinaria gesucht. Als Krobisch bei Maß und Nirschl anklopfte, hatten die das Lokal im Waitzinger Keller gar nicht auf dem Schirm. „Ich kannte es halt aus meiner Jugend, als wir da vor dem Kino ab und zu reingegangen sind“, erzählt Nirschl. Ab sofort ist sie die neue Wirtin des Hauses.

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Dessen bisweilen etwas unrühmliche Geschichte (2013 hatten sich die Stadt und der damalige Pächter Daniel Kiefer im Streit getrennt) ist den neuen Pächtern nicht verborgen geblieben. Seines Wissens hätten vor allem die teilweise unregelmäßigen Öffnungszeiten für Verstimmung bei den Gästen gesorgt, erklärt Maß. Einen schlechten Ruf habe das Culinaria aber nicht. Im Gegenteil: Maß und Nirschl sind vom Potenzial überzeugt.

Heben wollen sie es mit einer überzeugenden Kombination aus Restaurantbetrieb, Bewirtung von Kulturveranstaltungen im Waitzinger Keller sowie der Organisation und Durchführung von eigenen Events wie Firmentagungen oder privaten Feiern. Der „megaschöne Saal“ und die Gewölbe würden sich dafür optimal eignen, schwärmt Nirschl.

Als Zielgruppe schweben dem Wirtspaar ältere Theaterbesucher ebenso vor wie jüngere Leute und die Mitarbeiter umliegender Firmen. Letztere sollen bei einem Mittagstisch auf ihre Kosten kommen. Eine Wochenkarte mit verschiedenen Fleischgerichten, Pasta, Salat, einer Mehlspeise sowie im Winter Eintopfvariationen soll von Montag bis Freitag, jeweils von 11.30 bis 13.30 Uhr, eine Alternative zur Kantine bieten. Abends hat das Culinaria ab 17.30 Uhr geöffnet, und zwar von Montag bis Samstag. Neben einer Abendkarte wollen Nirschl und Maß zu späterer Stunde – beispielsweise nach Konzerten im Waitzinger Keller – Tapas sowie hochwertige Weine servieren. Ihre Küche beschreiben die beiden als „saisonal und regional, „gut-bürgerlich-schick, aber nicht abgehoben“.

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Weil bekanntlich auch das Auge mitisst, haben die neuen Pächter auch an der Inneneinrichtung des Culinaria keinen Stein auf dem anderen gelassen. Tische und durchgehende Sitzbänke aus hellen Massivholz haben die laut Nirschl eher „düstere Atmosphäre“ abgelöst und ermöglichen eine variable Sitzordnung je nach Veranstaltung. Beleben wollen die frisch gebackenen Wirte auch die Terrasse. „Von da aus hat man einen tollen Blick“, sagt Maß. Auch die kostenlosen Parkplätze auf der Waitzinger Wiese seien ein großer Pluspunkt. „So was gibt’s in München nirgends.“

Nur auf die großen, internationalen Veranstaltungen müssen Nirschl und Maß bei ihrem neuen Engagement künftig verzichten. Die 32-Jährige sieht das aber entspannt: „Die holen wir dann eben alle nach Miesbach.“

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