Komplizierte Engstelle: Der geplante Radweg von Miesbach nach Weyarn ist technisch sehr anspruchsvoll. Gleich nach dem Kreisel der Kreisstadt wartet der erste Flaschenhals.
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Komplizierte Engstelle: Der geplante Radweg von Miesbach nach Weyarn ist technisch sehr anspruchsvoll. Gleich nach dem Kreisel der Kreisstadt wartet der erste Flaschenhals.

Planungen laufen

Von Miesbach nach Weyarn: Sicherer Weg für Radfahrer kommt

  • Dieter Dorby
    VonDieter Dorby
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Es könnte den Radl-Boom in Miesbach und Weyarn zusätzlich unterstützen. Das Staatliche Bauamt Rosenheim will beide Orte mit einem Radweg verbinden. Das Projekt ist in das neue Radwegeprogramm aufgenommen worden, die Planungen laufen. Doch die Aufgabe ist anspruchsvoll.

Miesbach/Weyarn – Gut acht Kilometer lang ist der Weg von Miesbach nach Weyarn – eine Strecke, die gut mit dem Fahrrad zu schaffen wäre – wenn es einen Radweg geben würde. Aktuell bleibt nur das Fahren auf der Staatsstraße 2073, doch das soll sich ändern. Denn das Staatliche Bauamt Rosenheim plant – wie berichtet – den Bau eines Radwegs zwischen beiden Kommunen.

„Wir stehen noch ziemlich am Anfang“, sagt Matthias Kreuz, beim Staatlichen Bauamt zuständig für Planungen. Vor Kurzem habe es ein Treffen mit Miesbachs Bürgermeister Gerhard Braunmiller und dessen Weyarner Amtskollegen Leo Wöhr gegeben. „Beide unterstützen das Vorhaben.“ Und in das Radwegeprogramm des Freistaats sei es ebenfalls aufgenommen worden.

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Derzeit werde vermessen, geplant und der Grunderwerbsplan erstellt. Denn der Kauf der Grundstücke, die für den Bau nötig sind, ist Sache der Kommunen. Flächen abseits der Staatsstraße bleiben in deren Besitz, Flächen entlang der Staatsstraße kauft der Freistaat ab auf Basis der Richtwerte.

Grundstücksverhandlungen sind entscheidend

An den Verhandlungen der Bürgermeister hängt es auch, wie schnell sich das Projekt umsetzen lässt. „Deshalb können wir jetzt auch noch nicht detailliert sagen, wie die Trasse verlaufen soll“, erklärt Wöhr. Denn erfahrungsgemäß hätten es Grundstückseigentümer nicht so gern, wenn ihre Flächen öffentlich verplant werden, ohne vorher darüber informiert worden zu sein.

Schwierige Streckenplanung

Und einfach wird die Streckenplanung nicht – dafür sorgt allein schon die Topografie. „Wir haben Stellen, die durch Böschungen beengt sind“, sagt Kreuz. Oder wo der vorhandene Platz durch Waldstücke knapp sei. Dort könne man nicht einfach neben der Straße anbauen, sondern muss sich Alternativstrecken suchen. „Das ist technisch durchaus anspruchsvoll.“ Das zeigt schon der erste Bauabschnitt, der vom Kreisverkehr in der Kreisstadt nach Pienzenau führt. Gleich hinter dem Kreisel wartet waldbedingt die erste Engstelle. Doch das sind nicht die einzigen Risiken. So gibt es laut Kreuz aktuell ökologische Probleme beim geplanten Radweg zwischen Hausham und Gmund – und zwar in Form der geschützten Zauneidechse.

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Wöhr ist erleichtert, dass der Radweg nun in die konkrete Phase abbiegt. Zusammen mit der früheren Bürgermeisterin Ingrid Pongratz habe er die Verbindung initiiert und ist nun froh, dass das Vorhaben vom Staat mitfinanziert wird. „Das wird einige Millionen kosten. Als Gemeinde überhebt man sich.“

Alternative zum Auto bieten

Wichtig ist es Braunmiller und Wöhr, gerade bei kurzen Strecken eine Alternative zum Auto zu bieten. „Außerdem ist das auch für unsere innerörtliche Erschließung vorteilhaft“, sagt Wöhr. Vor allem aber wachse das Radnetz im Landkreis. Denn von Weyarn aus könne man bereits jetzt schon über Darching und Holzkirchen bis nach Otterfing radeln.

Die Kosten des Radwegs sind aktuell ebenso offen wie der Zeitrahmen. Der hänge auch von der Haushaltslage des Freistaats ab, sagt Kreuz und betont, dass das Staatliche Bauamt hinter dem Projekt stehe: „An uns scheitert es nicht.“

ddy

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