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Zwei versierte Klangkörper hatten sich im Waitzinger Keller unter der Leitung von Rudolf Maier-Kleebatt (vorne) zusammengetan: das Orchester des Freien Landestheaters Bayern und der Münchner Knabenchor. 

Von Schneeflocken und Sternenkriegern

So schmissig klang das Neujahrskonzert in Miesbach

Miesbach – Mit Humor und Schwung ins neue Jahr führten das Freie Landesorchester Bayern und der Münchner Knabenchor im Waitzinger Keller in Miesbach. Sie präsentierten ein vielfarbiges Angebot.

Mit Humor und Schwung ins neue Jahr führen wollten das Freie Landesorchester Bayern und der Münchner Knabenchor laut ihrer Einladung im Miesbacher Waitzinger-Saal. Das taten sie bei ihrem Neujahrskonzert auch mit einem vielfarbigen Angebot: Die ewig knackigen Melodien der Familie Strauß wärmten die Herzen im ersten Teil, und nach der Pause wirbelten Musiker und Sänger die Ohrwürmer aus Film und Musical in die Gemüter.

Die Führung von Orchester und Chor hatte Rudolf Maier-Kleeblatt, die durchs Programm Elisabeth Neuhäusler, Ehefrau des Dirigenten. Die Sängerin präsentierte zu jedem Stück Informationen, zum Auftakt mit dem „Gruß aus Miesbach“ auch ihren Kulturpreis-Kollegen und Komponisten Max Winkler, der erfreut den herzlichen Beifall aus dem vollen Saal entgegennahm. Im Publikum saßen viele Freunde des Freien Landestheaters Bayern, denn dessen Stammorchester tritt seit einem Jahr wie nun beim Neujahrskonzert als eigenständiger philharmonischer Klangkörper auf.

Spritzig ließen die zwei Dutzend Musiker die „Fledermaus“-Ouvertüre über den Zuhörern tanzen und zusammen mit dem Münchner Knabenchor im „Schneewalzer“ die Flocken wirbeln. Mit einer Handvoll großer weißer Konfetti ließ dies die Clown-Schauspielerin Anette Schregle noch realer wirken, die mit Witz und Artistik heitere Glanzlichter auf die Konzertnummern setzte. Die schöne Welt besang der Münchner Knabenchor munter und frisch zur „Pizzicato-Polka“ von Johann und Joseph Strauß, und wie Lerchengesang stiegen die Chorstrophen kristallklar über dem „Frühlingsstimmen-Walzer“ auf. Mit Strauß‘ wiegender „Annenpolka“ und Jacques Offenbachs fetzigen Cancan aus „Orpheus in der Unterwelt“ schickten die Interpreten ihre Gäste in die Pause.

Dazwischen hatte Knabenchor-Leiter Ralf Ludewig über seine Truppe informiert, die in den zwei Jahren ihres Bestehens bereits internationale Bühnen erobert hat. Mit Recht, denn auch moderne Stücke kommen glockenrein, einfühlsam und präzise gesungen über die Rampe. So gab es Bravo-Rufe für die Lieder aus dem Filmdrama „Die Kinder des Monsieur Mathieu“. Begeisterten Applaus spendete das Publikum auch Henry Mancinis Thema des rosaroten Panthers und dem wilden „Typewriter“-Stück von Leroy Anderson mit dem Rhythmus der fast schon ausgestorbenen Schreibmaschinenanschläge sowie Andrew Lloyd Webbers Musical-Hits aus „Das Phantom der Oper“ und „Cats“.

Als das hingerissene Publikum sich stürmisch eine zweite Zugabe erklatschte, sprach Dirigent Maier-Kleeblatt schon von „Erpressung“, aber auch ein drittes Extra musste her – auf Wunsch von Sohn Felix das lange, elegische „Star-Wars“-Stück. Doch Orchester und Chor nahmen auch das „mit Schwung und Humor“ und intonierten den Krieg der Sterne beim zweiten Mal so schmissig und gelungen wie alles andere zuvor.

Von Gudula Beyse

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