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Bleibt erst mal leer: der Waitzinger Bräu in Miesbach.

Wie lange dauert der Leerstand?

Kein Wirt mehr für den Waitzinger Bräu: Das hat der Eigentümer jetzt vor

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Der letzte Wirt im Waitzinger Bräu hat vor über einem Jahr aufgegeben. Einen Nachfolger will Eigentümer Korbinian Kohler nicht mehr suchen. So geht es jetzt weiter.

Miesbach – Im Frühjahr 2018 packte Wirt Tanguy Doron seine Sachen. Der Traum des Franzosen von der bayerischen Brasserie war gescheitert. Seitdem steht die Traditionsgaststätte am Miesbacher Stadtplatz wieder einmal leer. Und Eigentümer Korbinian Kohler hat genug. „Die Wirtschaft ist jetzt zum vierten oder fünften Mal pleite gegangen“, sagt der Unternehmer aus dem Tegernseer Tal. Er war glücklich, eine neue Lösung gefunden zu haben: Aus den großzügigen Räumen im Erdgeschoss des Waitzinger-Gebäudes sollte eine Kontakt- und Begegnungsstätte für Suchtkranke und -gefährdete sowie deren Angehörige werden.

Der Stadtrat Miesbach lehnte eine Umnutzung entschieden ab. Mehr noch: Das Gremium will im Bebauungsplan „Brauereigebiet“ eine Vorgabe verankern, die unter anderem eine soziale, kirchliche oder verwaltungsorientierte Nutzung von Flächen im Erdgeschoss untersagt. Es ist ein Versuch, den traditionsreichen Gaststättenbetrieb am historisch bedeutsamen Standort zu retten. Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD) empfahl Kohler bei der Stadtratssitzung im Juli einen sechsten Versuch, um einen Wirt zu finden. Dieser soll „monetär niedriger“ angesetzt werden.

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Will keinen neuen Wirt mehr suchen: Korbinian Kohler.

War die bisher angesetzte Pacht schlicht zu hoch, um einen Wirt überleben zu lassen? Ein Vorwurf, den Kohler nicht auf sich sitzen lässt. „Ich habe unter zehn Euro pro Quadratmeter verlangt.“ Immer wieder habe er die Pacht sogar erlassen. Zunächst in den ersten Monaten und dann wieder, als der Betrieb ins Stottern geriet.

Warum der Gaststättenbetrieb in bester Lage am Stadtplatz nicht gelingt, ist Kohler ein Rätsel. Die Verpachtung an die Suchthilfe-Einrichtung wäre für ihn eine sehr gute Lösung gewesen. Die Betreiber seien absolut seriös. „Es geht um Hilfe für Leute, die aus dem Lebensrhythmus gefallen sind“, erläutert Kohler, Die nehme man dort vorsichtig an die Hand, gehe mit ihnen zum Einkaufen und sorge dafür, dass sie wieder mit anderen Menschen in Kontakt kommen. Eine wichtige Einrichtung, findet Kohler: „Und jetzt tut der Miesbacher Stadtrat so, als sollte es eine Methadon-Stube werden.“

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Statt sich näher mit den vorgelegten Plänen zu befassen und sich eine ähnliche Einrichtung der Betreiber anzuschauen, sei dem Stadtrat nichts Besseres eingefallen als eine Veränderungssperre, wettert Kohler. Dass die Stadt eine soziale Nutzung verbiete, sei ihm unbegreiflich.

In Zugzwang bringen die Daumenschrauben, die der Miesbacher Stadtrat setzt, Kohler vorerst nicht. Denn mit dem Ertrag, den das 1785 errichtete Haus insgesamt abwirft, ist er im Grundsatz zufrieden. Acht Wohnungen sind dort vermietet, eine Zahnarzt-Praxis, Räume für die Musikschule, eine Versicherung und weitere Gewerbeflächen. „Das Haus läuft eigentlich super“, meint Kohler. Die Gaststättenräume werde er eben leer stehen lassen. Finanziell trage sich das Haus auch so. „Und ich setze da nicht noch einmal Energie rein.“

Abwarten ist für Kohler zunächst die beste Strategie. Wie berichtet, hatte er das markante Haus mit sechs Gewerbe- und acht Wohneinheiten 2015 schon einmal zum Verkauf ausgeschrieben, damals für 3,15 Millionen Euro. Davon ist nun nicht mehr die Rede. Stattdessen setzt Kohler auf politische Veränderungen: „Vielleicht geht es mit dem nächsten Stadtrat weiter.“

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