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Ins Miesbacher Freibad kommt man auch ohne zu zahlen, weil der Eingang nicht besetzt ist. Nun soll im Bad verstärkt kontrolliert werden.

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Warmbad Miesbach: Immer mehr Besucher baden ohne zu bezahlen

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Wenn es am Miesbacher Freibad ums Bezahlen des Eintritts geht, tauchen zu viele Besucher ab. Deswegen will die Stadt nun handeln: Künftig soll konsequenter kontrolliert werden.

Miesbach – Das Miesbacher Warmbad ist familiär, und das hat seine Tücken. Der Eingangsbereich ist nämlich personell nicht besetzt, und so geschieht das Bezahlen des Eintritts in der Praxis eher freiwillig. Der Trend, ohne zu zahlen trotzdem hineinzugehen und zu baden, hat heuer offenbar deutlich zugenommen, wie Fördervereinsvorsitzender Bernhard Heidl an den Stadtrat schrieb: „Bei Kontrollen in der letzten Zeit ist aufgefallen, dass viele Badegäste ohne gültige Eintrittskarte angetroffen werden. Hier wird immer wieder behauptet, man habe die Karte verloren oder weggeworfen.“

Das Problem: Das Badepersonal kann Kontrollen nur stichprobenartig durchführen. Das nutzen die Schwarzbader aus. Deshalb beantragte der Förderverein, Eingangsbereich und Kassenautomat per Videokamera zu schützen. An den Kosten wolle man sich gerne beteiligen, schreibt Heidl – mit 50 Prozent bis zu 1000 Euro.

Doch so einfach geht die Videokontrolle nicht. Nach Artikel 21a Absatz 1 des bayerischen Datenschutzgesetzes sind Videoüberwachung und -aufzeichnung personenbezogener Daten nur zulässig, um Leben, Gesundheit, Freiheit oder Eigentum von Personen oder Kulturgüter und öffentliche Einrichtungen zu schützen, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung. Da fällt das Nichtbezahlen des Eintrittspreises nicht darunter. Laut Bayerischem Gemeindetag brauche es zudem mehrere dokumentierte Straftaten. Solche liegen ebenfalls nicht vor.

Badreferent Erhard Pohl (CSU) konnte die rechtliche Situation nicht recht nachvollziehen: „Überall wird man gefilmt, aber hier soll es nicht gehen. Die Aufnahmen werden ja nach 14 Tagen gelöscht.“ Für ein klares Signal sprach sich Markus Seemüller (FW) aus. „Kontrollen finde ich gut“, stellte er fest. Allerdings sollten diese Leute vornehmen, die nicht in Miesbach wohnen. „Sonst kennt man ja die Hälfte, und es sind emotionale Bindungen da.“ Ebenfalls kein Verständnis zeigte Manfred Burger (Grüne): „Wenn ich ein kostengünstiges Bad habe, gehört es sich, dass man zahlt. Eintrittskarte verloren oder weggeworfen – mach das mal in der S-Bahn.“

Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD) konnte sich mit der Videoüberwachung nicht anfreunden: „Dass der Ehrliche der Dumme ist, passt mir nicht. Aber ,Big Brother is watching you‘ mag ich auch nicht.“ Er regte daher ein besseres Drehkreuz am Eingang an, doch das kostet laut Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) an die 10 000 Euro. Fertls Idee, mit Plakaten an die Zahlungsmoral zu appellieren, fand sie dagegen gut.

Der Stadtrat einigte sich deshalb darauf, künftig konsequenter zu kontrollieren und mit Infoplakaten auf die Zahlpflicht hinzuweisen. Wer künftig ohne Ticket erwischt wird, muss 20 Euro Strafe zahlen. Ausreden sollen nicht mehr gelten. Für Pohl eine passable Lösung: „Wenn wir das machen, hat der Video-Antrag einen Sinn gehabt.“

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