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Der Badespaß soll weitergehen: Die Stadt will ihr Warmfreibad sanieren und ist guter Hoffnung, dabei vom Freistaat unterstützt zu werden.

Soviel darf sie kosten

Vor Start der Warmbad-Sanierung: Stadt legt erstmal eine Obergrenze fest

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Die Sanierung des Miesbacher Warmfreibads hat noch nicht angefangen. Der Stadtrat sucht immerhin einen Architekten - und legt schon mal eine Kosten-Obergrenze fest.

Miesbach – In das Thema Freibadsanierung ist Bewegung gekommen. Im Bayerischen Landtag liegt die Forderung mehrerer Kommunen, nach Jahrzehnten ohne jegliche staatliche Hilfe nun doch wieder Unterstützung bei der Sanierung von Freibädern zu bekommen. Auch im Miesbacher Stadtrat keimt Hoffnung.

„Dass der Landtag eine Arbeitsgruppe eingesetzt hat, ist ein erster Schritt“, stellte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) fest. Dennoch sei auf die Schnelle kein Förderprogramm zu erwarten, denn der bayerische Doppelhaushalt 2017/18 sei bereits festgezurrt. „Wir hoffen nun auf 2019. Bis dahin müssen wir vorbereitet sein.“

Pongratz will bis dahin eine fertige Planung in der Schublade haben. Sollte dann wirklich eine Sanierung seitens des Freistaats gefördert werden, soll die Stadt mit bei den ersten Antragstellern sein, um nicht leer auszugehen. Denn Pongratz geht davon aus, dass der Fördertopf nicht für alle reichen wird.

Um eine Architektenausschreibung durchführen zu können, reicht es nach Aussage des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbands, zunächst Baukosten und bestimmte Eckdaten zu beschließen. Die Stadtratsmitglieder legten einstimmig fest, dass die Sanierung bis zu 2,5 Millionen Euro netto kosten darf. Weiter ist gewünscht eine Verkleinerung des beckens von 1350 auf 900 Quadratmeter. Der Schwimmerbereich soll 50 Meter lang sein. Statt wie bisher mit einer Folie wird das Becken mit edelstahl ausgekleidet und mit Startblöcken, einer Rutsche und einem flach abfallenden Eingang versehen. Hinzu kommen ein attraktiver Kinderbereich und eine energieeffiziente Schwimmbadtechnik auf aktuellem Stand. Weiter gilt es, die historischen Umkleiden zu erhalten.

Das das Bauvolumen die Grenze von 209 000 Euro übersteigt, muss die Ausschreibung europaweit erfolgen – eine schwierige Angelegenheit für die Kreisstadt, die deshalb auf die Unterstützung des Prüfungsverbands zurückgreift. Liegen die Bewerbungen vor, sollen die drei Bürgermeister Pongratz, Paul Fertl (SPD) und Michael Lechner (FW) zusammen mit Badreferent Erhard Pohl (CSU) über einen geeigneten Planer entscheiden. „Es geht nur um die Planung“, betonte Pongratz. „Das ist noch kein Beschluss, das Bad zu sanieren.“

Fertl nahm zudem die CSU-Fraktion in die Pflicht: „Meine Bitte an euch ist: Ihr müsst euren Leuten auf die Zehen treten.“ Es müsse im Landtag Druck aufgebaut werden. Dazu habe sie bereits den parlamentarischen Abend des Gemeindetags genutzt, berichtete die Bürgermeisterin: „Für Skilifte und Beschneiungsanlagen ist Geld da, aber zum Tourismus gehören auch Freibäder. Nicht Ski fahren zu können ist nicht so tragisch, wie nicht schwimmen zu können.“

Pohl zeigte sich indes zuversichtlich, dass sich etwas bewegen wird. Allerdings warnte er davor, mit der Sanierung bis zum letzten Tag zu warten, falls es mit einer Förderung nichts wird: „Einen weiteren TÜV werden wir nicht bekommen.“

Trotz aller Einigkeit gab es dennoch einen kontroversen Punkt zum Schluss. Lechner beantragte, der Beschluss solle um den Passus ergänzt werden, dass sich die Stadt hiermit noch verpflichte, die Sanierung zu beginnen. Damit scheiterte er mit 10:14 Stimmen. Einhellige Begründung: Dies sei nicht nötig.

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