Badespaß im Miesbacher Warmfreibad
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Badespaß im Miesbacher Warmfreibad.

Sorge vor finanzieller Belastung

Warmfreibad Miesbach: Stadtrat beschließt nächste Planungsphase für Umbau

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Die Planung für den Umbau des Miesbacher Warmfreibads hat die nächste Hürde genommen. Der Stadtrat hat die Beauftragung der Ausführungsplanung beschlossen. Es gab aber auch Kritik.

Miesbach – Der Umbau des Miesbacher Warmfreibads geht in die nächste Planungsphase. Gegen die Stimme von Michael Lechner (FWG) hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die Ausführungsplanung zu beauftragen und die Ausschreibung vorzubereiten. Zugeschaltet war dabei der für die Technik verantwortliche Planer Dirk Hartisch, Geschäftsführer des Planungsbüros Möller und Meyer in Gotha.

Aktuell befinden sich die Pläne noch zur Prüfung beim Landratsamt. Dennoch ist es jetzt laut Bürgermeister Gerhard Braunmiller (CSU) an der Zeit, die nächsten Schritte zu beauftragen. Für Paul Fertl (SPD) ist dies jedoch ein schwieriger Schritt. Die Ausführungsplanung sei Teil des Projekts, jedoch befürchtete er, dass man dem endgültigen Startschuss mit der Vorbereitung der Ausschreibung vorgreife. Denn angesichts der geschätzten vier Millionen Euro und der prekären Haushaltslage sei es zu überlegen, das Projekt zeitlich zu strecken, um die finanzielle Belastung besser verteilen zu können.

Denn, so stellte Fertl fest, „sieht es mit dem Haushalt 2022 sehr mager aus. Unsere finanzielle Bewegungsfreiheit beträgt gerade mal 0,56 Prozent.“ Zugleich liege man 248 Prozent über der durchschnittlichen Verschuldung in Bayern. „Ich bin kein Sparweltmeister, aber das treibt mich um.“ Zumal auch das Kloster für fünf Millionen Euro in ein Kinderhaus umgebaut werde. „Die Stadt begibt sich in eine finanzielle Stresssituation.“ Deshalb sei ein Verschieben um ein bis zwei Jahre sinnvoll.

Florian Hupfauer (FDP) wollte diese Sichtweise ganz und gar nicht teilen. „Das ständige Verschieben hat ja zu dieser Kostenproblematik geführt“, stellte er fest. „Wir sollten vielmehr schnell zu Potte kommen, denn die Kosten am Bau steigen exorbitant. Alle haben sich für den Umbau ausgesprochen – jetzt setzen wir es um.“

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Doch auch Lechner zeigte sich skeptisch. Bekanntlich sieht er im Zuheizen einen Kostenfaktor, den man einsparen könne. „Es ist uns als große Geschichte verkauft worden, dass die Wärme über die Hackschnitzelheizung am Oberlandcenter bezogen wird, aber die läuft im Sommer nur mit Öl, weil der Bedarf so gering ist.“ Dies habe er als Aufsichtsratsvorsitzender der MW Biomasse AG erfahren, die die Anlage beliefere. „Und wir meinen immer, wie biologisch wir unterwegs sind.“

Für Badreferent Erhard Pohl (CSU) ist es dagegen keine Frage dranzubleiben: „Wir haben uns dazu bekannt.“ Zudem sei eine Ausschreibung über die Wintermonate erfahrungsgemäß günstiger. Auch sei das Warmfreibad die Spitzenlast, die die Hackschnitzelanlage brauche.

Ähnlich wie Pohl sah es Florian Perkmann (SPD): „Seit 2001 ist das ein Thema. Wir sollten es jetzt in die Wege leiten, denn das öffentliche Interesse für den Umbau ist da.“ Was auch Manfred Burger (Grüne) unterstützte: Wir sollten alles so weit vorbereiten, dass wir durchstarten können.“

Der Zeitplan für den Umbau des Warmfreibads sieht nun so aus: Bis November 2021 soll die Ausführungsplanung fertiggestellt sein. Bis Mitte Dezember folgt die Erstellung der Leistungsverzeichnisse, an die sich bis Februar 2022 die Ausschreibung anschließt. Nach der Angebotsprüfung im März ist die Auftragsvergabe – abhängig vom noch zu genehmigenden Haushalt – bis April 2022 vorgesehen. Baubeginn ist dann nach Ende der Badesaison im September geplant.

ddy

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