+
Auch Engpässe im Busverkehr sind Thema der Bürgerbefragung. 

Befragung zur Fortschreibung des Nahverkehrsplans

Was muss sich ändern im ÖPNV? Hier können die Bürger ihre Meinung sagen

  • schließen

Der Landkreis hinkt beim öffentlichen Nahverkehr weit hinterher. Das soll sich bald ändern. Jetzt haben die Bürger die Chance, ihre Wünsche einzubringen - mit einer Umfrage.

Landkreis – Das Krankenhaus Agatharied war noch im Bau, die Bayerische Oberlandbahn (BOB) noch nicht mal gegründet. Die Rede ist vom Jahr 1997. Seitdem hat sich im Landkreis vieles verändert. Nur der Nahverkehrsplan nicht. Er ist auch heute noch auf dem Stand von vor 21 Jahren. Und das, obwohl er gemäß einer bayerischen Leitlinie alle fünf Jahre aktualisiert werden soll. Weil spät bekanntlich besser ist als nie, hat der Landkreis die Fortschreibung des hoffnungslos veralteten Papiers auf den Weg gebracht.

Lesen Sie auch: Rottacherin klagt an: Ich brauche zwei Stunden mit dem Bus in unser Krankenhaus

Während im Strukturgutachten die Experten ihre Visionen von der Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) vorgelegt haben (wir berichteten) und auch die Gemeinden und Verkehrsunternehmen schon ihre Einschätzungen abgeben konnten, kommen nun auch die Bürger zu Wort. In einer vom Münchner Verkehrsplanungsbüro Gevas Humberg & Partner durchgeführten Befragung können sie ihre Meinungen und Wünsche zur Entwicklung des ÖPNV im Landkreis Miesbach kundtun. Entweder online auf www.oepnv-miesbach.de oder handschriftlich in einem der Papierfragebögen, die ab sofort im Landratsamt sowie an zahlreichen weiteren Stellen wie dem BOB-Kundencenter, dem Krankenhaus Agatharied oder den Tourist-Informationen ausliegen.

Die Fragen sollen ein möglichst breites Spektrum abdecken: Gibt es aus Lücken im Fahrtenangebot oder fehlen Verbindungen? Bestehen Probleme an Haltestellen, weil die Bordsteinkante zu niedrig ist oder ein Wartehäuschen fehlt? Fallen Fahrten aus oder sind Busse zu voll? Auch die Zufriedenheit mit den Schnittstellen zwischen Bus und Bahn wird abgefragt. Zudem wird das Anrufsammeltaxi (AST) des Landkreises thematisiert.

Lesen Sie auch: Verkehrsengpässe im Landkreis: Das raten die Experten

Viel Zeit zum Ausfüllen brauchen die Bürger bei rund zehn Fragen nicht. Allerdings gibt es nicht nur Ja-/Nein-Antworten zum Ankreuzen, sondern auch viele Freitextfelder. Hier können die Teilnehmer ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit den bestehenden ÖPNV-Angeboten schildern, teilweise sogar unter Angabe der genauen Liniennummer. Auch für eigene Verbesserungsvorschläge ist ausreichend Platz.

Die Mühe lohnt sich: „Wir werden alle Einwände und Mitteilungen überprüfen“, heißt es in der Einleitung. Die Teilnahme an der Befragung ist übrigens auch anonym möglich. Lediglich Wohnort und Alter werden erhoben.

Die Ergebnisse sollen in die Bestandsaufnahme und Schwachstellenanalyse als Basis der Fortschreibung des Nahverkehrsplans einfließen. Neben der Grundlagenermittlung bei den Gemeinden und Verkehrsunternehmen zählt dazu auch eine im August durchgeführte, landkreisweite Haltestellenerfassung. Dabei wurden alle Stationen auf Ausstattung und Barrierefreiheit hin überprüft und fotografisch dokumentiert.

Ziel ist die Entwicklung eines Maßnahmenpakets mit einer Priorisierung der einzelnen Teilprojekte. Diese sollen neben dem Liniennetz und Fahrtenangebot auch die Infrastruktur sowie weitere qualitative Standards wie ein Fahrgastinformationssystem beinhalten. All das also, was in den vergangenen 21 Jahren im Landkreis nicht konsequent genug weiterverfolgt wurde.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Irrer Kuhglocken-Streit! Anwohnerin fühlt sich gestört - Richter knallhart
Der Kuhglockenstreit von Holzkirchen endete jetzt - kurz nach einem ungewöhnlichen Termin vor Ort. Die Frage, ob es auch GPS statt Glocke täte, sollte geklärt sein.
Irrer Kuhglocken-Streit! Anwohnerin fühlt sich gestört - Richter knallhart
Trotz Corona-Lockerungen: Gastronomen in Miesbach und Schliersee weiter in Sorge
Sie dürfen wieder Gäste ins Haus lassen. Doch die Gastronomen in Miesbach und Schliersee sind nicht glücklich mit der aktuellen Lage. Nicht nur wegen des fehlenden …
Trotz Corona-Lockerungen: Gastronomen in Miesbach und Schliersee weiter in Sorge
Nach GWM-Ausstieg: Miesbach denkt über Stelle für Stadtmarketing nach
Stadtmarketing im Ehrenamt: Das war in Miesbach in der Vergangenheit Usus – der Gemeinschaftswerbung sei Dank. Jetzt soll die Arbeit professioneller aufgezogen werden.
Nach GWM-Ausstieg: Miesbach denkt über Stelle für Stadtmarketing nach
Familientheater zu Corona-Zeiten: Lesung aus „Pettersson und Findus“ im Video-Stream
Das Theater hat wegen Corona zu? Egal, wir bringen das Stück zu Ihnen nach Hause - per Live-Stream. Jetzt live: „Pettersson zeltet“ im Video-Stream von der Bühne zu …
Familientheater zu Corona-Zeiten: Lesung aus „Pettersson und Findus“ im Video-Stream

Kommentare