Wieder hat es nicht geklappt: Nikolaus Ruml wartet weiter auf seinen ersten Auftritt als Wassergeist vom Miesbach. An Material hat es nicht gemangelt. Vielleicht schaffen es ja ein paar Teile ins Programm 2022.
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Wieder hat es nicht geklappt: Nikolaus Ruml wartet weiter auf seinen ersten Auftritt als Wassergeist vom Miesbach. An Material hat es nicht gemangelt. Vielleicht schaffen es ja ein paar Teile ins Programm 2022.

Starkbieranstich wieder ausgefallen

Wassergeist vom Miesbach wartet weiter auf sein Debüt

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Der heutige Freitag war vor einem Jahr bei manchem Miesbacher rot im Kalender markiert: „Starkbieranstich“. Coronabedingt fiel das traditionelle Derblecken damals ebenso aus wie heute – und Nikolaus Ruml alias der Wassergeist vom Miesbach muss weiter auf sein Debüt als Fastenredner warten.

Miesbach – Das, was Maxi Schafroth kürzlich auf dem Münchner Nockherberg abgeliefert hat, hätte Nikolaus Ruml auch für Miesbach gefallen. „Er hat das Problem, kein Publikum zu haben, super gelöst“, findet Ruml – ein Kompliment gewissermaßen von Fastenprediger zu Fastenprediger. Wobei Ruml genau genommen immer noch Fastenprediger in spe ist.

Der Corona-Lockdown hat Rumls Debüt als Wassergeist vom Miesbach heuer wie bereits 2020 verhindert. Wie berichtet, hatte Rumls Vorgänger Wolfgang Ober alias Bruder Oberitas nach zwölf Jahren die Predigt beim Starkbieranstich im Bräuwirt abgegeben. Mit Ruml, der hauptberuflich die Musikalienhandlung „Der Musikant“ betreibt, war ein Nachfolger gefunden, doch coronabedingt wurde der Auftritt kurzfristig abgesagt. Heuer wurde gar kein Termin mehr angesetzt.

Viel Material gesammelt

Schade sei es schon, sagt Ruml, „aber es war abzusehen“. Umso mehr habe es ihn gejuckt, als er Schafroths Starkbierrede verfolgte. Material für einen eigenen Auftritt hätte er durchaus gehabt. „Natürlich habe ich das ganze Jahr über Themen gesucht, Zeitungsberichte gesammelt und alles in meinem Notizbücherl festgehalten“, berichtet der 35-Jährige. Aber er habe das Material nicht zu einem Text veredelt. „Das wäre sonst viel Arbeit umsonst gewesen.“

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Thematisch hätte das zurückliegende Jahr einiges zu bieten gehabt – außer Corona: Asiatischer Laubholzbockkäfer, Bürgermeisterwahl, neuer Stadtrat, die Suche nach einem Bolzplatz, um nur einige zu nennen. Zudem hätte er auch Teile seiner ersten Rede für den abgesagten Starkbieranstich 2020 gewissermaßen recyceln können. „Denn die erste Rede war ja so gut wie fertig.“

Starkbierfest soll nicht einschlafen

Mit der Rede hat er auch an seiner Figur, dem Wassergeist vom Miesbach, gearbeitet. „Das hat sich gut angefühlt. Es ist eine interessante Figur. Ich bin von deren Potenzial nach wie vor überzeugt.“

Dass die zweijährige Abstinenz dem traditionellen Fest schaden und es an Beliebtheit verlieren könnte, glaubt Ruml nicht: „Ich glaube, dass die Leute es zunehmend vermissen. Einschlafen darf es jedenfalls nicht.“ Eher sei es überlegenswert, eine Ersatzveranstaltung ins Leben zu rufen wie im vergangenen Jahr den Wiesn-Anstich in Miesbach. „Vielleicht gibt es heuer ja wieder so etwas.“ Denn auch Bräuwirt-Wirtin Hanni Huber wolle ihren Gästen etwas bieten.

Premiere dann also 2022

Bis dahin bleibt die Hoffnung, dass die Premiere vom Wassergeist 2022 stattfinden kann. Hinzu kommt, was dann im Rahmen der Pandemie möglich sein darf. „Denn nur mit 50 Leuten vor der Bühne – das wirkt nicht. Dazu braucht es einen vollen Saal.“ Und alle anderen Gedankenspiele, den Geist vom Miesbach vielleicht ersatzweise in anderer Form auftreten zu lassen, sind kaum umsetzbar, weil es bislang noch keinen Auftritt gegeben hat. Und damit bleibt das Geheimnis, wie Rumls Bühnenfigur aussieht, weiter ungelüftet – zumindest bis 2022. „Dann aber“, sagt er, „wird’s Zeit.“

ddy

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