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War auch nicht lange seine Heimat: Pfarrkirche in Miesbach.

Wechselspiele in den Pfarreien

Ex-Pfarrer von Miesbach verlässt schon wieder Gemeinde

Dietramszell/Miesbach – Es hielt ihn nur knapp vier Jahre im Nachbarlandkreis. Im September kehrt der frühere Miesbacher Stadtpfarrer Herbert Weingärtner (64) Dietramszell den Rücken.

„Ich habe ein Resignationsgesuch eingereicht, das von unserem Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, angenommen wurde.“ Mit diesen Worten verkündete Weingärtner kürzlich im Gottesdienst in Dietramszell seinen Abschied von der Gemeinde. Seine Nachfolge dort übernimmt „bis auf Weiteres“, so die offizielle Verlautbarung, Dekan Mario Friedl.

„Es handelt sich nicht nur um eine Übergangslösung für kurze Zeit“, erklärt Bettina Göbner von der Pressestelle des Erzbischöflichen Ordinariats München auf Nachfrage. Zu Friedls personeller Unterstützung im seelsorgerischen Bereich sei geplant, „mehrere Priester und pastorale Mitarbeiter“ einzustellen. Warum Dietramszell kein eigener Pfarrverbandsleiter zugeteilt wird, will das Ordinariat nicht erläutern.

Herbert Weingärtner (64)

Auch über die Motive für Weingärtners Versetzungsgesuch wird offiziell Stillschweigen bewahrt. Er selbst sagt im Gespräch mit unserer Nachbarredaktion salomonisch: „Für mich ist und war immer die Bergpredigt von großer Bedeutung. Selig sind die, die Frieden stiften, heißt es da.“ Obwohl es seine eigene Entscheidung gewesen sei, gehe er mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Ich freue mich auf das neue, größere Team“, sagt der 64-Jährige, der in Holzkirchen aufgewachsen ist und als Spätberufener erst mit 37 zum Priester geweiht wurde. „Ich weiß aber, dass viele Dietramszeller traurig und enttäuscht sind, dass ich weggehe. Sie zu verlassen, fällt mir schwer.“ Dass sich auch manche über seinen Weggang freuen, ist für Weingärtner kein Geheimnis.

„Es tut mir leid, dass uns ein so guter Seelsorger verlässt“, betont Dietramszells Bürgermeisterin Leni Gröbmaier. In der Vergangenheit war es zwischen der Rathauschefin und dem Geistlichen zu Differenzen gekommen. Deshalb wandte sich Gröbmaier im vergangenen Jahr an das Erzbischöfliche Ordinariat in München. Sie glaube aber nicht, beteuert Gröbmaier, dass dies der Grund für sein Versetzungsgesuch war.

Weingärtners Zeit in Dietramszell währte damit nur wenig länger als sein Einsatz in Miesbach. In der Kreisstadt hatte er seinen Dienst im Oktober 2009 angetreten. Drei Jahre später – im September 2012 – wurde er verabschiedet. Der Weggang erfolgte damals auf Weingärtners eigenen Wunsch.

Der Zufall will es nun, dass parallel zu Weingärtners Stelle in Dietramszell auch die seines Nachfolgers Stefan Füger in Miesbach neu besetzt wird. Wie berichtet, wird Füger ab 1. September den Pfarrverband Neubiberg-Waldperlach leiten. Wer ihn als Stadtpfarrer beerbt, ist weiter offen. „Es hat sich leider noch kein Nachfolger gefunden“, sagt Ordinariats-Sprecherin Göbner auf Anfrage. Sollte sich daran bis Fügers Abschied nichts ändern, werde das Ordinariat einen Vertreter schicken oder die Nachbarpfarreien um Unterstützung bitten. Göbner: „Die Pfarrei wird definitiv nicht alleine dastehen.“

cw/sg

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