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Wegen Corona: Abgeordneter warnt vor Versorgungsengpass in Kliniken

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Von: Stephen Hank

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Geboostert: Dr. Thomas Straßmüller (r.) aus Gmund verabreichte dem CSU-Bundestagsabgeordneten Alexander Radwan seine dritte Corona-Schutzimpfung.
Geboostert: Dr. Thomas Straßmüller (r.) aus Gmund verabreichte dem CSU-Bundestagsabgeordneten Alexander Radwan seine dritte Corona-Schutzimpfung. © privat

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan warnt vor einem Versorgungsengpass in den Kliniken. Es könne jeden treffen. Der 57-Jährige ruft daher dringend zum Impfen auf.

Landkreis – Jede Minute zählt. Als Alexander Radwan vor gut einem Jahr mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus Agatharied eingeliefert wurde, dauerte es keine zwei Stunden, bis er operiert war und sein altes Leben wiederhatte. „Dank der schnellen und optimalen Versorgung habe ich heute keinerlei Einschränkungen“, sagt der Bundestagsabgeordnete aus Rottach-Egern. Wäre es aktuell wieder so? Der 57-Jährige hat wegen der starken Belastung des Gesundheitswesens durch die hohe Zahl an Corona-Erkrankten seine Zweifel – und appelliert an die Bevölkerung, sich im eigenen Interesse impfen zu lassen.

„Jeder muss seinen Beitrag leisten“

„Jeder muss seinen Beitrag leisten, damit sich die Situation entspannt“, findet Radwan. Für ihn sei des deshalb keine Frage gewesen, sich jetzt – knapp sechs Monate nach der Zweitimpfung – zu seinem und zum Schutz anderer eine Booster-Impfung verabreichen zu lassen. Von Nichtgeimpften höre er immer wieder das Argument, dass sie eine Covid-Erkrankung schon nicht treffen werde. Diese Einstellung sei fatal. „Jeder redet nur von sich, dabei hat Impfen auch eine gesellschaftliche Wirkung, um gewisse Krankheiten und Herausforderungen gering zu halten“, sagt der Rottacher. Ihn treibt nicht zuletzt die Sorge um, dass die im Landkreis gute medizinische Nahversorgung ab einem gewissen Punkt möglicherweise nicht mehr zur Verfügung steht. Dann könne es jeden treffen, der wegen einer schweren Erkrankung unverhofft in die Klinik muss.

Aufhebung der „pandemischen Lage von nationaler Tragweite“ das falsche Signal

Geht es nach dem CSU-Politiker, wäre die „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ am Donnerstag vom Bundestag neu festgestellt und um sechs Monate verlängert worden. Damit hätte der Bund das Heft des Handelns weiter in der Hand. Die Änderung des Infektionsschutzgesetzes, über die am Donnerstag abgestimmt wird, sieht dagegen die Einfügung eines bundeseinheitlich anwendbaren Katalogs möglicher Schutzvorkehrungen vor. Radwan befürchtet nun einen Flickenteppich an Regelungen. „Eine Verlängerung der epidemischen Lage wird der angespannten Lage als Einziges gerecht“, sagt er. „Sie aufzuheben, ist das falsche Signal an die Bevölkerung. Es gibt keine Entspannung.“ In der derzeitigen Situation brauche es ein gewisses Maß an Stringenz, auch um den Ländern den Rücken zu stärken. Überdies habe es das Parlament jederzeit in der Hand, die epidemische Lage neu zu bewerten und darüber abzustimmen.

Impfpflicht für bestimmte Bereiche

In Sachen Impfpflicht hat Radwan seine Meinung mittlerweile geändert. „Vor einem Jahr habe ich sie noch abgelehnt“, sagt der 57-Jährige. „Inzwischen halte ich sie wegen der aktuellen Entwicklung in Bereichen mit gefährdeten Personen oder überall dort, wo es entsprechende Kontakte gibt, für richtig.“

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