Letzte Chance: Die WC-Anlage am Habererplatz ist die letzte öffentliche Möglichkeit, um die Notdurft zu verrichten. Geöffnet ist sie täglich von 6 bis 22 Uhr.
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Letzte Chance: Die WC-Anlage am Habererplatz ist die letzte öffentliche Möglichkeit, um die Notdurft zu verrichten. Geöffnet ist sie täglich von 6 bis 22 Uhr.

Weil die Gastronomie geschlossen ist

Wegen Corona: Am Marktplatz in Miesbach fehlen öffentliche WCs

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Weil wegen coronabedingt die Gasthäuser und Cafés in der Miesbacher Innenstadt geschlossen haben, fehlt es auch an öffentlich zugänglichen Toiletten. Das Rathaus verweist auf Kundentoiletten der noch geöffneten Läden, doch auch dabei gibt es Haken.

Miesbach – Da war es nur noch eine. Die öffentliche WC-Anlage am Habererplatz in Miesbach ist die letzte in der Kreisstadt, die noch geöffnet ist. Wie Bürgermeister Gerhard Braunmiller (CSU) am Donnerstagabend im Stadtrat mitteilte, sind die Toiletten im Bräuwirt sowie im Rathaus coronabedingt nicht mehr öffentlich zugänglich. Wie berichtet, sind die Gaststätte sowie das Rathaus derzeit für den Publikumsverkehr geschlossen.

Für Besucher des Marktplatzes ist das im Fall der Fälle eine ziemliche Misere. Zwar hat die WC-Anlage am oberhalb gelegenen Habererplatz täglich von 6 bis 22 Uhr geöffnet, aber dorthin muss man vom Unteren Markt erst mal kommen – gerade wenn’s pressiert.

Bürgermeister verweist auf Kundentoiletten

Als alternative Möglichkeit verwies Braunmiller auf die „Kundentoiletten in den diversen Geschäften“, die dort auch benutzt werden könnten. Zudem sei zu beachten, dass „das Verlassen der Wohnung nur aus triftigen Gründen erlaubt ist und die Bevölkerung angehalten ist, zu Hause zu bleiben“. Zudem habe man am Rathaus den Weg zur Anlage am Habererplatz beschrieben.

Lesen Sie auch den Kommentar zum Thema: „WC-Problem wird von der Stadt zu einfach gelöst“

Eine Lösung, die Hedwig Schmid (SPD) so nicht akzeptieren wollte. „Ich habe ein Problem damit, denn die Leute sind ja trotz Corona unterwegs“, stellte sie fest. „Der Bräuwirt ist zu, beim Rathaus anklopfen mag man auch nicht. Warum kann man aber den Schlüssel fürs Bräuwirt-WC nicht in der geöffneten Bräuwirt-Metzgerei hinterlegen?“ Jedenfalls reiche es nicht, einfach auf die Läden zu verweisen. „Wenn schon, dann muss man auch konkret sagen, welche Geschäfte das sind.“ Zumal die Läden auch nicht die Größe für ein Kunden-WC hätten.

Toilette im Bräuwirt darf nicht geöffnet werden

Die Öffnung der Bräuwirt-Toilette habe man geprüft, entgegnete Sandra Bauer vom Ordnungsamt, „aber der Bräuwirt darf als Gaststätte nicht geöffnet werden“. Das habe eine Anfrage beim Gesundheitsamt ergeben. Auch der Vorschlag von Paul Fertl (SPD), der das Problem in der anschließend notwendigen Desinfektion sah und es mit einer Reinigungskraft lösen wollte, ist laut Bauer keine Option: „Das Problem ist die Lage der Toiletten. Die Gaststätte muss geschlossen bleiben.“

Dass der Verweis auf Kundentoiletten nicht funktioniert, erläuterte Florian Perkmann (SPD). „Alle Läden haben einen Hygieneplan, den sie beachten müssen“, stellte der Bäckermeister, der im Oberlandcenter einen Laden mit Café betreibt, fest. Das Problem seien die Aerosole, die beim Spülen der Toilette entstehen.

Lesen Sie dazu auch den Bericht: „Wirtschaftsreferent Florian Perkmann sieht Stadt in der Pflicht“

Für Kick van Walbeek (Grüne) ist eine Notdurft-Gelegenheit am Marktplatz jedenfalls unerlässlich. Gerade für schwangere Frauen sei der Weg rauf zum Habererplatz zu weit.

ddy

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