Fronleichnam, Elbach, Prozession
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Prozessionen wie hier 2018 in Elbach wird es heuer an Fronleichnam wegen Corona nicht geben.

Auch die Gottesdienste selbst laufen anders ab

Wegen Corona: Keine Prozessionen an Fronleichnam im Landkreis Miesbach

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Die Auflagen durch die Corona-Pandemie zwingen die Pfarreien im Landkreis seit Ostern zur Improvisation. Und auch Fronleichnam wird anders als sonst.

Landkreis – Jeder Feiertag eine neue Überraschung: Die Auflagen durch die Corona-Pandemie zwingen die Pfarreien im Landkreis seit Ostern zur Improvisation. Was sich im normalen Gottesdienstbetrieb mittlerweile den Umständen entsprechend gut eingespielt hat, ist an Hochfesten im Kirchenjahr immer wieder eine neue Herausforderung. So auch an Fronleichnam am kommenden Donnerstag, 11. Juni.

Dekan Michael Mannhardt bereitet die Gläubigen bereits darauf vor, dass auch dieses Fest heuer anders ablaufen wird als in den Jahren zuvor. Denn: Die traditionsreichen Prozessionen dürfen wegen der Auflagen zur Eindämmung des Virus nicht stattfinden. Eine entsprechende Richtlinie habe das Erzbischöfliche Ordinariat herausgegeben. „Es wäre nicht kontrollierbar, wie viele Leute da mitgehen“, erklärt Mannhardt. Die Einhaltung der Beschränkung auf maximal 50 Personen bei Veranstaltungen im Freien ließe sich somit nicht garantieren.

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Das ist auch der Grund, warum mancherorts die Gottesdienste auch bei schönem Wetter nicht draußen, sondern in der Kirche gefeiert werden. Als Beispiel nennt Mannhardt Miesbach. Weil man hier den Zugang zum Marktplatz nicht beschränken könne, dürfe man die Messfeier folglich auch nicht an diesem Platz abhalten. Die Gläubigen müssen also mit einem der wegen des Abstandsgebots maximal 50 verfügbaren Plätze in der Stadtpfarrkirche vorliebnehmen. Anders sieht es in kleineren Orten wie Agatharied aus. Weil hier in der Kirche wegen der Corona-Regeln nur etwa 20 Leute Platz hätten, wird die Fronleichnamsfeier auf den – gut abgrenzbaren – Vorplatz verlegt.

Einen modernen Weg schlägt der Pfarrverband Waakirchen-Schaftlach ein. Unter dem Motto „Fronleichnam zum Selbergehen“ können die Gläubigen von Mittwochabend bis Sonntagnachmittag (10. bis 14. Juni) den Prozessionsweg in Schaftlach und Waakirchen alleine abschreiten. An den Stationen, an denen sonst die Altäre stehen, sind Schilder mit dem Evangelium und einem Gebet aufgestellt. Außerdem gibt es QR-Codes fürs Smartphone. Wer sie abruft, kann Fronleichnam „interaktiv“ mitfeiern, heißt es.

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Generell gelinge es den Pfarreien recht gut, die Gottesdienste trotz der Einschränkungen der Pandemie zu feiern, betont Mannhardt. Die Kirche in Miesbach sei gut besucht, aber man habe nie jemanden wegschicken müssen. Vielmehr weise man bereits bei der Anmeldung darauf hin, wenn es eng werden könnte. Manche Gläubige würden dann gleich nach Hausham ausweichen. „Wer in die Kirche gehen will, nimmt diesen Weg gern auf sich“, sagt der Dekan.

Überhaupt komme man in kleinen Schritten zurück zur Normalität. So sei es mittlerweile wieder erlaubt, die Kommunion nach gründlicher Händedesinfektion ohne Handschuhe auszuteilen. Nur die Mundschutzpflicht für die Besucher gelte weiterhin. „Schade“, findet Mannhardt. „Ich würde den Leuten lieber ins Gesicht schauen können.“

Dennoch bemühen sich die Pfarreien, die festliche Stimmung trotzdem zu erzeugen. So ruft der Dekan explizit dazu auf, an Fronleichnam die Häuser zu schmücken. Auch ohne Prozession könne man so ein Zeichen für den Glauben aussenden. 

sg

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