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Wegen Corona: Müllmenge auf Rekord-Hoch

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Von: Bettina Stuhlweißenburg

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Zwölf Müllautos sind für VIVO im Einsatz. Im Pandemiejahr haben sie deutlich mehr Abfall gesammelt.
Zwölf Müllautos sind für VIVO im Einsatz. Im Pandemiejahr haben sie deutlich mehr Abfall gesammelt. © Archiv TP

Rekordjahr für den Abfallentsorger VIVO: Noch nie zuvor hat das kommunale Unternehmen so viel Müll beseitigt und verwertet wie im Pandemiejahr 2020.

Landkreis – Essen To Go, Shopping-Touren im Online-Handel und viel Zeit zum Garteln und Ausmisten während der beiden Lockdowns: Corona ist selbst an der Abfallwirtschaft nicht spurlos vorübergegangen. Insgesamt 67 700 Tonnen Müll sind im Jahr 2020 angefallen. Das ist die größte Menge, die das Kommunalunternehmen VIVO bisher zu entsorgen hatte. Bezogen auf die Einwohner sind das 638 Kilo pro Person – ohne Gewerbemüll. Das geht aus dem aktuellen Abfallwirtschaftsbericht hervor. VIVO-Vorstand Thomas Frey führt das auf das geänderte Verbraucherverhalten zurück sowie auf konjunkturelle Entwicklungen.

Wertstoffe sind um vier Prozent auf einen Höchststand von 47 400 Tonnen geklettert. Den größten Zuwachs verzeichnet das Unternehmen beim Altholz mit einem Plus von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und bei den Elektrogeräten mit einem Plus von zehn Prozent. Altglas hat um neun Prozent zugelegt, Bioabfälle und Altmetall um jeweils sieben Prozent.

Mit Blick auf Abfälle, die nicht verwertet werden können, ist die Hausmüllmenge um zwei Prozent gestiegen. Dagegen sind die Mengen aus der Sperrmüllsammlung um fünf Prozent gesunken. Auch die gesondert angelieferten Gewerbeabfälle sind weniger geworden – um zwei Prozent.

Hausmüll

Insgesamt 12 168 Tonnen Abfall sind 2020 in den grauen Restmülltonnen gelandet – ein Plus von 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr mit 11 903 Tonnen Restmüll. Zwar sind die Einwohnerzahl und die Zahl der Abfallbehälter im Landkreis gestiegen, aber das allein ist laut VIVO keine Erklärung für den Zuwachs. Vielmehr sei pro Kopf mehr Restmüll produziert worden – und zwar mit 12,17 Kilo rund zwei Prozent mehr als 2019.

Altpapier

Die Menge an Altpapier ist 2020 mit 9 910 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleichgeblieben. Damit hat sich der seit Jahren anhaltende Rückgang nicht fortgesetzt. Zwar gibt es ein Minus von 125 Tonnen alter Zeitungen und Illustrierten, allerdings kompensiert das ein gleich großes Plus an Kartonagen. Die höheren Kartonagenmengen spiegeln dem Bericht zufolge die zunehmende Bedeutung des Online-Handels wider.

Organische Abfälle

Gestiegen ist die Bioabfallmenge. Samt Grüngut machte sie im Jahr 2020 18 894 Tonnen aus. Zum Vergleich: 2019 waren es 18 149 Tonnen Bioabfall samt Grüngut und 2018 waren es 18 342.

Verpackungen

Speisen zum Mitnehmen statt Essen vor Ort: Der Lockdown der Gastronomie hat die Verbrauchergewohnheiten verändert – und damit auch den Verpackungsmüll. Verglichen mit 2019 ist 2020 die Menge an Glas- und Leichtverpackungen zusammengenommen um 420 Tonnen beziehungsweise um sechs Prozent gestiegen. 3 569 Tonnen Leichtverpackungen zählt die VIVO 2020 (2019: 3 460 Tonnen) und 3 751 Tonnen Behälterglas (2019: 3 439).

Altholz

Insgesamt 4 562 Tonnen Altholz hat VIVO 2020 gesammelt – ein Plus von 570 Tonnen verglichen mit dem Vorjahr. Das Unternehmen führt die Steigerung auf „positive wirtschaftliche Entwicklungen in einigen Bereichen“ zurück.

Bilanz

Das Wirtschaftsjahr 2020 schließt mit einem negativen Betriebsergebnis von 4,516 Millionen Euro ab – und schneidet damit um 5,195 Millionen Euro schlechter ab als 2019. Das liegt an neu gebildeten Rückstellungen, die samt Zinsen 5,807 Millionen Euro betragen. VIVO braucht sie für die bis Ende 2022 laufende Sanierung der Oberflächenabdichtung von zwei früheren Ablagerungsflächen der ehemaligen Hausmülldeponie in Hausham. Mit der Sanierung soll die Sickerwassermenge reduziert und die Gesamtdeponie stabilisiert werden. Rechnet man die Rückstellungen heraus, ergibt sich ein positives Betriebsergebnis von 1,289 Millionen Euro – 106 000 Euro mehr als im Jahr zuvor.

Wasser

VIVO hat sich einer ökologisch nachhaltigen Kreislaufwirtschaft verpflichtet. Um den Trinkwasserverbrauch gering zu halten, setzt das Unternehmen beim Betrieb sanitärer Einrichtungen und des Kompostwerks sowie für die Reinigung im Wertstoffzentrum Warngau teilweise Brauchwasser ein. Damit konnte es den Trinkwasserverbrauch 2020 um 4,5 Prozent senken. Die Abwassermenge ist im Vergleich zum Vorjahr sogar um fast zehn Prozent gesunken.

Sonstiges

VIVO beschäftigt 118 Mitarbeitende und hat zwölf Müllautos. Landkreisweit gibt es insgesamt 30 353 graue Restmülltonnen, 19 238 braune Biomülltonnen und 25 381 blaue Papiertonnen.

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