Erfährt große Resonanz: Katja Schenk hat für Fünftklässler eine eigene Geschichte geschrieben. Am Ende jeder Episode können sich die Schüler für zwei Varianten entscheiden.
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Erfährt große Resonanz: Katja Schenk hat für Fünftklässler eine eigene Geschichte geschrieben. Am Ende jeder Episode können sich die Schüler für zwei Varianten entscheiden.

Gymnasium Miesbach

Trotz Distanzunterricht: So funktioniert Leseförderung online - Lehrerin im Interview

  • Christine Merk
    VonChristine Merk
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Gymnasiallehrerin Katja Schenk hat zur Leseförderung im Distanzunterricht eine eigene Geschichte geschrieben. Nach jeder Episode können Schüler über den Fortgang entscheiden.

Miesbach – Der Distanzunterricht dauert an, das Gymnasium Miesbach möchte aber auf die Leseförderung für die 5. Klassen nicht verzichten. Deutschlehrerin Katja Schenk hat sich hier etwas einfallen lassen: Sie lädt auf „Die Insel der 1000 Abenteuer“ ein. Die Geschichte hat sie selbst geschrieben. Die Schüler treffen sich online zum gemeinsamen Lesen. Der Clou: Nach jeder Episode gibt es zwei Möglichkeiten, wie es weitergehen kann.

Frau Schenk, wie beginnt Ihre Geschichte?

Schenk: Es geht um einen Schiffbrüchigen, der am Strand einer einsamen Insel aufwacht.

Wie bei Robinson Crusoe – nur dass die Kinder entscheiden, wie es weitergeht?

Schenk: Ja. In dieser Anfangsepisode gibt es zum Beispiel zwei Möglichkeiten: Der Schiffbrüchige geht am Strand entlang – die vermeintlich sicherere Variante –, oder er wandert ins Gebirge. Je nachdem, wie die Kinder entscheiden, ist die Geschichte danach schnell zu Ende – dann war es die „falsche“ Richtung. Oder die Handlung geht weiter.

Vorauslesen funktioniert also nicht?

Schenk: Nein, das geht nicht. Ich lade für jedes Treffen immer nur eine Episode hoch. Die Schüler sind dann alle online, und wir lesen gemeinsam. Am Ende wird diskutiert, für welche Variante sich die Kinder entscheiden. Es hört immer an einer spannenden Stelle auf, und die Schüler können kaum erwarten, die Fortsetzung zu lesen.

Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Schenk: Ich leite normalerweise das Literaturcafé im Gymnasium. Nachdem das zurzeit nicht möglich ist, wollte ich eine Alternative anbieten und habe die Schüler angeschrieben, wer mitmachen will.

Haben sich viele gemeldet?

Schenk: Oh ja. Es sind jetzt 28, aufgeteilt auf drei Gruppen und drei Tage. Normalerweise hätte ich lieber nur fünf oder sechs Kinder pro Gruppe, damit jeder mit Lesen drankommt, aber es funktioniert auch so ganz gut. Ich bin sehr zufrieden.

Das Gespräch führte Christine Merk.

Lesen Sie auch über den Umgang der Schulen mit dem Distanzunterricht.

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