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Nächstes Jahre 50 Jahre alt: Die Grundschule in Parsberg ist schwer sanierungsbedürftig. 

Kosten verdreifachen sich

Wegen Generalsanierung: Parsberger Grundschüler müssen umziehen

Der Stadtrat Miesbach schwenkt um. Die Grundschule Parsberg soll nicht nach und nach saniert werden, sondern in einem Aufwasch. Die Schüler müssen deshalb nach Miesbach umziehen.

Miesbach – 580 000 Euro, so der bisherige Plan, sollte die Sanierung der Grundschule Parsberg kosten. Dieser Betrag war in den Haushalten 2017 bis 2019 vorgesehen. Das Problem: Am Ende der Baumaßnahmen würde in Parsberg eine Schule stehen, die immer noch renovierungsbedürftig ist. Neuere Prüfungen haben ergeben, dass das Gebäude in einem extrem renovierungsbedürftigen Gesamtzustand ist. Die Wasserleitungen und Heizungsrohre sind marode und müssen immer wieder geflickt werden, und bei den Abwasserleitungen sieht es nicht besser aus. Energetisch ist das Schulgebäude fernab moderner Standards.

Mit Reparaturen kommt man nicht weiter, deshalb schwenkt Miesbach auf eine Generalsanierung um. Der Stadtrat hat einstimmig beschlossen, diesen Weg einzuschlagen. Ein auf den ersten Blick teurer Weg. Denn ersten Schätzungen zufolge wird es zwei Millionen Euro kosten, das Schulgebäude zu erneuern. Aber: Es gibt eine staatliche Förderung. Und laut Beschlussvorlage im Stadtrat spielt bei der Höhe diese Förderung auch die städtische Finanzlage der Jahre 2013 bis 2016 eine Rolle. Gerade im letztgenannten Jahr ging es Miesbach ziemlich schlecht. Die Verwaltung geht daher von einem Fördersatz von circa 64 Prozent der förderfähigen Kosten aus. In der entsprechenden Richtlinie ist ein maximaler Fördersatz von 80 Prozent genannt.

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Das Problem: Für ein Schuljahr müssen die Parsberger – und ein paar Niklasreuther – Kinder ausziehen. Als Alternative hat die Stadt den Erweiterungsbau an der Mittelschule Miesbach ins Auge gefasst. Dorthin soll die Grundschule für ein Jahr umziehen. Die Mittelschule bekommt stattdessen vier neue Klassenzimmer im Dachgeschoss. „Kurze Beine, kurze Wege“, sagte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) im Stadtrat. Weil Mittelschüler längere Beine haben, sollen eben sie ins Dachgeschoss. Auch den Ausbau beschloss der Stadtrat einstimmig – im Grundsatz. Denn bei beiden Maßnahmen werden die ersten Architekturleistungen ausgeschrieben. Liegt das Ergebnis vor, wird über die weiteren Schritte entschieden. Die Kosten für die Mittelschule werden auf 1,4 Millionen Euro inklusive Ausstattung geschätzt, 300 000 Euro entfallen auf Räume für die Volkshochschule. Wiederum geht die Stadt von einer Förderung von rund 64 Prozent aus, wobei man erfahrungsgemäß – nicht alles ist förderfähig – bei 40 Prozent der Gesamtkosten lande.

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Die Stadträte sprachen sich im Grundsatz für diesen Weg aus, mancher hätte sich aber mehr Infos gewünscht. Gerhard Braunmiller (CSU) hätte gerne aufgeschlüsselt gesehen, was die Stadt für die 580 000 Euro bekommen hätte, und was für zwei Millionen. Er wollte das Thema Generalsanierung wieder auf den Tisch bekommen, sobald eine Kostenschätzung vorliegt, was Pongratz zusagte. Bei der Mittelschule geht die Stadt einen Schritt weiter. Nicht nur eine Vorplanung, sondern eine echte Entwurfsplanung mit Berechnung der Kosten wird beauftragt.

Michael Lechner (FW) verstand den Beschluss als „klares Signal, dass wir die Schule erhalten wollen“. Franz Mayer meinte, „um den Ausbau der Mittelschule kommen wir nicht herum“, und auch die Parsberger Schule solle an moderne Anforderungen angepasst werden. Dazu gehört unter Umständen auch die gebundene Ganztagsschule, wie Pongratz sagte und Paul Fertl (SPD) bekräftigte. Denn der Betreuungsbedarf werde steigen. Den mehrfach geäußerten Wunsch nach einem Raumkonzept konnte die Verwaltung noch nicht erfüllen. Es soll Bestandteil der Ausschreibung sein.

Klar ist: Der Ausbau des Dachgeschosses an der Mittelschule muss als erstes angepackt werden. Sonst würden die Parsberger Grundschüler – heuer sind es rund 80, Prognose: etwa gleichbleibend – auf der Straße stehen. Näheres zum Zeitplan kam im Stadtrat derweil noch nicht zur Sprache. Wenn irgendwann alles fertig ist, werden die vier neuen Klassenzimmer in Miesbach aber sicher nicht leer stehen, meinte Pongratz. „Räume kann die Mittelschule immer brauchen.“

Von Daniel Krehl

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