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Abschied von den Spielhütten: Auf diesem Gelände an der Hirschbergstraße im Ortsteil Wachlehen soll ein Doppelhaus entstehen. Der Verkauf des Grundstücks erfolgt gegen Höchstgebot.

Wegen Haushaltsloch

Stadt macht aus Spielplatz Bauland

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Miesbach - Die Stadt Miesbach macht Ernst. Infolge des Lochs im diesjährigen Haushalt werden nun die ersten Grundstücke verkauft. Konkret geht es um ein Areal im Ortsteil Wachlehen, das der Stadt gehört. Es soll zu Bauland werden.

Bekanntermaßen bekommt die Stadt heuer bei der Gewerbesteuer statt der geplanten 9,4 Millionen Euro wohl lediglich vier Millionen Euro. Damit beträgt das Defizit in der Gesamtrechnung rund drei Millionen Euro. Neben der Aufnahme von Krediten sind auch Immobilienverkäufe unabdingbar. Denn die Stadt ist verpflichtet, ihr Vermögen einzusetzen, sonst bekommt sie von der Kommunalaufsicht am Landratsamt kein grünes Licht für weitere Darlehen.

Auf dem Grundstück an der Hirschbergstraße in Wachlehen befindet sich derzeit ein Spielplatz, doch seine künftige Verwendung steht bereits fest: Ein Doppelhaus soll dort entstehen. Eine Parzelle ist 383 Quadratmeter groß, die benachbarte umfasst 508 Quadratmeter. Ein entsprechend genehmigter und rechtskräftiger Vorbescheid liegt bereits vor und ist laut Stadtverwaltung für die künftige Bebauung verbindlich.

Wie Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt, steht die Fläche schon seit längerer Zeit zur Disposition. Bereits 2015 sollte der Verkauf über die Bühne gehen, jedoch waren damals noch einige Punkte offen. Nun sei aber alles geregelt. Dass damit auch der Spielplatz verschwindet, spreche nicht gegen einen Verkauf: „Er wird nicht mehr genutzt.“ Zudem befindet sich etwa 100 Meter weiter nördlich ein weiterer öffentlicher Spielplatz.

Offen ist dagegen der Preis, denn der Verkauf erfolgt per Höchstgebot. Der Einstieg liegt bei 430 Euro – ein für Miesbacher Verhältnisse durchaus hoher Wert, auf den sich aber der Stadtrat in nicht öffentlicher Sitzung verständigt hat. Grundlage ist der Bodenrichtwert des Gutachterausschusses des Landkreises, der von 380 Euro pro Quadratmeter ausgeht. Hinzu kommen die Kosten für die Erschließung.

Geht man davon aus, dass die Grundstücke zum Mindestgebot veräußert werden, darf die Stadt mit rund 380 000 Euro rechnen. Damit wäre zumindest der ungedeckte Rest aus dem vergangenen Haushaltsjahr hereingeholt. Er musste in das laufende übertragen werden.

Gebote können bis Dienstag, 31. Mai, bei der Stadt Miesbach eingereicht werden – deponiert in einem geschlossenen Umschlag mit dem Vermerk „Vertrauliche Unterlagen – nicht öffnen“. Denn das Verfahren folgt strengen Richtlinien: Erst im nicht öffentlichen Teil der Stadtratssitzung am 2. Juni werden die Gebote geöffnet und gesichtet. Bei gleichen Angeboten entscheidet das Los.

Angesichts des Haushaltslochs soll das Areal in Wachlehen nicht die einzige verkaufte Immobilie bleiben. „Wir haben noch weitere Grundstücke, aber es ist aktuell noch offen, was wir machen und was wir auf den Markt bringen.“

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