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Sorgenkind Warmfreibad: Die Folie des Beckens ist in keinem guten Zustand. Eine Schließung wollen die Miesbacher Stadträte aber in jedem Fall vermeiden.

Solltemperatur sinkt auf 22 Grad

Wegen Haushaltsloch: Warmbad wird kühler

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Miesbach - Das Loch im Miesbacher Haushalt wirkt sich auch auf das Warmfreibad aus. Einstimmig hat der Stadtrat nun eine Absenkung der Solltemperatur auf 22 Grad beschlossen. 

Die Miesbacher trauen ihrem Warmfreibad nicht mehr recht über den Weg. Vor allem bei den Stammgästen ist die Verunsicherung groß, berichtete Warmbadreferent Erhard Pohl (CSU) nun im Stadtrat. „Die Leute fragen immer wieder, ob sie sich überhaupt noch ruhigen Gewissens eine Jahreskarte kaufen können“, sagte Pohl. Die Angst vor einer vorzeitigen Schließung geht um.

Wie berichtet, hatte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz im Zuge der Haushaltsdebatte nicht ausgeschlossen, das Bad zuzusperren, falls die Folie im Becken nicht mehr halten sollte. Von einer definitiven Schließung habe sie aber nie gesprochen, betonte Pongratz. „Ich weiß nicht, was die Leute da immer raushören.“ Auch Pohl war sichtlich bemüht, das „Schreckgespenst“ zu verjagen. „Wir fahren auf Kante, aber wir werden das Bad nicht wegen eines kleinen Lecks sperren“, versprach er.

Nicht die einzige Sorge, die den Badegästen derzeit die Vorfreude auf den Sommer trübt. Auch die Absenkung der Solltemperatur von 24 auf 22 Grad sorgt für Gesprächsstoff. Zu unrecht, wie Pongratz erklärte. „Das heißt ja nicht, dass es im Sommer nicht mehr wärmer wird.“ So gehe es lediglich um die Schlechtwetterphasen, in denen die Stadt das Wasser künftig nur noch auf 22 Grad aufheizen müsse. „Wir reden überall von Einsparungen, da müssen wir halt auch hier ran“, erklärte sie.

Pohl verteidigte die Entscheidung – auch wenn man sich diese nicht leicht gemacht habe. „Das Ziel ist nach wie vor 24 Grad plus X“, sagte er. Trotzdem sei es eine Erleichterung, die verpflichtende Temperatur um zwei Grad abzusenken. So habe er immer wieder Leute beobachtet, die ein Thermometer ins Becken gehalten hätten. „Wenn es dann nur 23,5 Grad waren, haben sie sich beschwert“, sagte Pohl.

Dritter Bürgermeister Michael Lechner (FWG) hielt eine geringere Zuheizung nicht nur aus Kosten-, sondern auch aus Umweltgründen für sinnvoll. In der Schweiz sei in Zeiten des Klimawandels in Freibädern eine Wassererwärmung mit Fremdenergie grundsätzlich verboten. Zudem habe die Bäderfahrt im vergangenen Jahr gezeigt, dass auch andere Gemeinden durch eine niedrigere Wassertemperatur keinen Besucherschwund erlebt hätten. „Die Leute kommen eh nicht gleich beim ersten schönen Tag“, sagte Lechner. Gänzlich auf eine Heizung verzichten will Pohl jedoch nicht. Diese zeichne ein Warmbad schließlich aus, stellte er klar. „Sonst kann ich ja gleich in den See gehen.“

Das könnte aber auch dann passieren, wenn die Folie im Becken endgültig den Geist aufgibt. „Was machen wir dann?“, wollte Markus Seemüller (FWG) wissen. Eine Sanierung des Bads tauche in der Finanzplanung der Stadt bis einschließlich 2019 nicht auf. Pohl hielt dagegen. Die Planung sei ja nicht in Stein gemießelt. Und dass dreieinhalb Jahre lang im Bad nichts passiere, habe keiner gesagt. Falls es aber so weit ist, führt laut Pohl an einer gut 2,5 Millionen Euro teuren Sanierung kein Weg vorbei. „Eine Light-Variante gibt es nicht.“

Eine Diskussion, die man zu gegebener Zeit fortführen müsse, kündigte Bürgermeisterin Pongratz an. Ihr Stellvertreter Paul Fertl (SPD) sah das ähnlich. „Wir sollten unser Bad nicht schlechter machen, als es ist.“

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