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Freuen sich über neuen Schwung: Der SPD-Unterbezirksvorsitzende Hannes Gräbner und die Bezirksvorsitzende der SPD Oberbayern, Bärbel Kofler, referierten beim Neujahrsempfang im Neureuthersaal in Gmund.

19 neue Mitglieder in nur einem Monat

Wegen Martin Schulz: SPD im Oberland im Aufwind

Von der Kanzlerkandidatur von Martin Schulz profitiert auch die SPD im Oberland. Beim Neujahrsempfang war nun die Rede von einem deutlichen Mitgliederzuwachs.

Landkreis– Voll besetzt war der Neureuthersaal in Gmund beim Neujahrsempfang der Kreis-SPD. Das lag nicht nur an den Ehrungen verdienter Genossen, sondern auch am Besuch der Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Bärbel Kofler. Die stellvertretende Bezirksvorsitzende der SPD Oberbayern und Bundestagsabgeordnete aus Traunstein sprach von einem „beeindruckenden Ruck“, den die Kanzlerkandidatur von Martin Schulz in der Partei ausgelöst habe.

Davon profitiert offenbar auch die Miesbacher Kreis-SPD. Unterbezirksvorsitzender Hannes Gräbner verkündete stolz, man habe in den letzten sechs Wochen doppelt so viele neue Parteibücher ausgestellt wie im gesamten Vorjahr. 19 Mitglieder sind seit Mitte Januar im Bundeswahlkreis 223 Oberland, der sich aus den Landkreisen Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen zusammensetzt, in die SPD eingetreten. Eine Steigerung von 2,7 Prozent binnen Monatsfrist. Mit jetzt 730 Mitgliedern gehe die SPD gestärkt in den Bundestagswahlkampf, betonte Direktkandidat Gräbner. „Die Menschen spüren, dass unser Kanzlerkandidat der Richtige ist in diesem Jahr.“

Für die SPD war dies das Ende eines „verrückten Jahres“, das den Sozialdemokraten laut Gräbner „viel Kopfzerbrechen“ bereitet hat. Das lag seiner Meinung nach vor allem am Populismus – vom Brexit in England über die AfD in Deutschland bis hin zum neuen US-Präsidenten Donald Trump. Nun müssten alle Demokraten aufstehen und gegen „die Spaltung des Landes“ kämpfen, forderte Gräbner. Rassismus und antidemokratisches Denken seien Feinde der Demokratie.

Kofler nahm in ihrem Vortrag die humanitäre Situation in den Blick – und die sei „sehr bedenklich“. 65 Millionen Menschen seien auf der Flucht oder vertrieben worden. Und noch sei das Ende der Fahnenstange nicht erreicht. Die deutliche Zunahme „konfliktbedingter, komplexer Krisen wie Ebola“ sei nicht zu leugnen. „Wir brauchen ein umfassendes humanitäres Engagement der internationalen Gemeinschaft“, sagte Kofler. Auch die Wirtschaft habe eine Verpflichtung. Laut der Internationalen Labour Organization (ILO) könnten weltweit 327 Millionen Menschen von ihrer Arbeit nicht leben. Hinzu kämen die katastrophalen Arbeitsbedingungen in der Textil- und Elektroindustrie sowie im Rohstoffabbau.

Hans Pawlovsky, Vorsitzender des sozialdemokratischen Arbeitskreises für Arbeitnehmerfragen (AfA), kritisierte dabei die „menschenverachtende Wirtschaftspolitik“ der reichen Länder, die Armut erzeuge. Hier sei die SPD im Wahlkampf besonders gefordert, meinte der Vorsitzende des Bundeswahlkreisvorstands, Walter Sedlmayer. Die politische Glaubwürdigkeit der Partei hänge davon ab, wie sehr sie sich für soziale Gerechtigkeit einsetzen.

Ehrungen

Die Willy-Brandt-Medaille – die bedeutendste Auszeichnung der Partei – erhielt der Fraktionsvorsitzende der SPD im Kreistag, Martin Walch aus Kreuth. Für 50 Jahre Treue zur SPD wurden Jakob Appeltshäuser, Fritz Thamm, Kurt Weber und Günther Bewer ausgezeichnet. Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurde Manfred Wagner geehrt, Gisela Bluhm erhielt für 25 Jahre ein Auszeichnung.

Von Hugo Molter

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