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Radikal entwurzelt wurde die Blutbuche beim Gewittersturm am Freitagabend. Sie krachte auf die Lourdes-Grotte auf dem Miesbacher Klostergelände.

Bürgerstiftung ist schockiert

Wegen Sturm: Blutbuche zerschmettert Klostergrotte

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Nach und nach werden auch abseits der Straßen die Sturmschäden vom Freitagabend bekannt. Besonders schlimm hat es in Miesbach die Lourdes-Grotte auf der Klosterwiese erwischt. 

Miesbach – Es hätte nicht viel gefehlt, und die Lourdes-Grotte an der Miesbacher Klosterwiese wäre nur noch ein Haufen Schutt gewesen. Doch auch so ist der Schaden durch den Sturm am Freitagabend noch groß genug. Der Stamm einer alten Blutbuche hat das Bauwerk auf dem Gelände der Miesbacher Bürgerstiftung schwer getroffen. Ein trauriger Anblick, der sich dem Vorsitzenden des Stiftungsrats der Bürgerstiftung, Ferdinand Huber, bei seinem Kontrollgang am Samstagabend bot. „Ich habe mit heruntergerissenen Ästen gerechnet“, sagt Huber, „aber das hat mich total überrascht“.

Hat den Schaden als Erster entdeckt: Ferdinand Huber, Vorsitzender der Bürgerstiftung Miesbach, vor der Grotte.

Nach dem ersten Schock sperrte Huber den Grottenbereich großräumig mit einem Plastikband ab. „Der Baum ist schiach droben gelegen“, berichtet er. Mittlerweile ist die Gefahr gebannt. Michael Lechner, Dritter Bürgermeister und Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Holzkirchen, arbeitete den umgestürzten Baum soweit wie möglich auf. Die 21 Meter hohe und wohl zwischen 50 bis 60 Jahre alte Buche sei eigentlich „gesund und vital“ gewesen, meint Lechner. Durch die starken Böen sei sie aber „radikal entwurzelt“ worden. Das Bild der Zerstörung an der Grotte spricht für sich. Schwere Brocken aus gemauerten Ziegeln sind aus der Wand und der Decke gerissen worden – samt ihrer Verkleidung aus Tuffstein und dem Bewuchs aus Efeu.

Ein Bild aus besseren Tagen: Die Grotte mit der heute verschollenen Marienfigur im Jahr 2005.

Anfang des 20. Jahrhunderts hatten die Armen Schulschwestern das spirituelle Bauwerk auf dem Klostergelände errichtet. „Als Ort der inneren Einkehr“, erklärt Carl Langheiter, Vorsitzender des Museumsvereins Miesbach. Eine Nachbildung der berühmten Wallfahrtsstätte Lourdes in den französischen Pyrenäen. Nicht die einzige in der Kreisstadt, weiß Langheiter. „Im alten Krankenhauspark gibt es auch noch eine Lourdes-Grotte.“ Auf der Klosterwiese gehörte die künstliche Höhle sogar zu einem Ensemble aus einem Laubengang und einem Gartenhaus. Bis heute überdauert hat aber nur die Grotte. Bis vor einigen Jahren beherbergte sie eine Marienfigur, die die Schulschwester einst auf den kleinen Sockel gestellt hatten. „Die ist aber aktuell nicht mehr auffindbar“, sagt Langheiter. Stattdessen erinnert ein gemaltes Bild an die verschollene Madonna.

Seit die Bürgerstiftung im Jahr 2010 das südliche Klostergrundstück gekauft hatte, ist die Grotte wieder mehr ins Bewusstsein der Miesbacher gerückt. 2014 befreiten sie die Helfer vom üppigen Bewuchs und verhalfen ihr wieder zu einem gepflegten Äußeren. Weil auch der bauliche Zustand altersbedingte Mängel aufwies, machte sie die Bürgerstiftung Gedanken über eine Sanierung. „Gott sei Dank haben wir da noch nichts unternommen“, sagt Huber mit Blick auf die Sturmschäden.

Spätestens jetzt steht fest, dass an einer Reparatur kein Weg mehr vorbeiführt. Zu den Kosten kann Huber aktuell noch nichts sagen. Er will sich zuerst mit den anderen Vorstandsmitgliedern beraten. „Die meisten sind gerade im Urlaub“, sagt der Vorsitzende. Im Herbst werde man aber einen Plan ausarbeiten. Dass die Bürgerstiftung dabei auf Spendengelder angewiesen sein wird, lässt sich schon beim Blick auf die zerstörte Grotte erahnen. Auch der Museumsverein würde einen Beitrag leisten, stellt Langheiter in Aussicht. Schließlich ist die Lourdes-Grotte auch ein Teil Klostergeschichte.

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