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Zwei Kerzen brannten symbolhaft vor dem Altar, als Weihbischof Wolfgang Bischof (M.) gemeinsam mit zahlreichen Vertretern der beiden Kirchen einen Gottesdienst im evangelischen Gemeindehaus in Miesbach feierte.

Zum Reformationsjubiläum

Weihbischof gestaltet denkwürdigen Gottesdienst

Ein deutliches Zeichen der Versöhnung setzten Vertreter der Katholischen und Evangelischen Kirche am Samstag in Miesbach. Sie feierten einen ökumenischen Gottesdienst, die Predigt hielt Weihbischof Bischof.

Miesbach – Es war ein Buß- und Versöhnungsgottesdienst anlässlich des Reformationsjubiläums, zu dem katholische und evangelische Christen in ganz Deutschland aufgerufen waren. Wegen Miesbachs wechselvoller Konfessions-Geschichte fiel die Wahl für den zentralen Gottesdienst im Erzbistum München und Freising auf die Kreisstadt: Am Samstagnachmittag feierten hier Weihbischof Wolfgang Bischof, Dekan Martin Steinbach, Dekan Walter Waldschütz, Pfarrer Michael Mannhardt, Pfarrerin Arnika Sergel-Kohls und weitere Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche im Landkreis mit rund 200 Gläubigen das gegenseitige Verzeihen und Vertrauen im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes.

Als Sinnbild dafür, dass es die Konfessionen waren, die beinahe 500 Jahre den Weg zwischen den Christen, zum Nächsten und zu Gott versperrten, lag ein Kreuz quer wie ein Sperrkreuz auf dem Altar. Dialoghaft räumten die Kirchenvertreter Fehler und Versäumnisse ein. Zum Beispiel den, dass „die Freude des Glaubens in Hochmut verkehrt wurde und der Verkündigung des Evangeliums im Wege stand“ oder dass „das Streben nach Macht Familien zerrissen“ habe.

„Die Beziehung zwischen Katholiken und Protestanten ist geprägt von Fehlverhalten, Unverständnis, Hass und Gewalt“, räumte Weihbischof Wolfgang Bischof in seiner Predigt ein. „Aber es ist wichtig, sich auf das zu konzentrieren, was uns verbindet – auf die gemeinsamen Wurzeln und vor allem der gemeinsame Auftrag zur Verkündigung des Evangeliums.“

Symbolhaft wurde an dieser Stelle das liegende Kreuz auf dem Altar aufgerichtet. Bischof forderte: „Es gilt die frohe Botschaft vom Reich Gottes zu verkünden. Nicht an uns selbst, die wir viel zu lange den Blick nur auf uns selbst gerichtet hatten, sondern in die Welt. Es gilt zu verzeihen, was wir einander angetan haben. Und Gott dafür zu danken, was wir aneinander haben.“ Der Weihbischof fügte hinzu: „Wir sind dann glaubwürdige Zeuginnen und Zeugen des Evangeliums, wenn wir einander auf Augenhöhe, in christlicher Verbundenheit zugewandt und auf gegenseitige Achtung bedacht begegnen. Wenn wir die Praxis der Nächstenliebe erkannt haben.“

Die Predigt des Weihbischofs wurde durch den Austausch der sogenannten Ökumenekerzen, welche sich die katholische und evangelische Kirchengemeinde in Miesbach alljährlich überreichen und dann ein ganzes Jahr in der jeweils anderen Kirche brennen lassen, unterstrichen. Diesmal zieren sie jeweils zwei sich reichende Hände als Zeichen der Versöhnung.

Alexandra Korimorth

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