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Gut besucht war der Miesbacher Pfarrsaal beim Ehrenamtlichenempfang. Auch hier tauschten sich die Gäste über die pfarrerlose Zeit in Miesbach und Parsberg aus. 

Pfarrverband wünscht sich Gespräch

Weihbischof kommt nach Miesbach - als Aushilfspfarrer

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Ein prominenter Aushilfspfarrer feiert am 19. Februar zwei Gottesdienste in Miesbach: Weihbischof Wolfgang Bischof. Auch ein Gespräch zur Pfarrersuche ist geplant.

Miesbach – Die Priester in der Miesbacher Stadtpfarrkirche geben sich derzeit die Klinke in die Hand. Kein Wunder, hat das Erzbischöfliche Ordinariat doch noch immer keinen Nachfolger für den im August 2016 nach Neubiberg-Waldperlach abgewanderten Stadtpfarrer Stefan Füger gefunden. Dafür steht am Sonntag, 19. Februar, ein ganz besonderer „Aushilfspfarrer“ am Altar: Weihbischof Wolfgang Bischof. Gleich zwei Gottesdienste wird der Bischofsvikar für die Seelsorgsregion Süd im Pfarrverband feiern. Die 9 Uhr-Messe in Miesbach und die 10.30 Uhr-Messe in Parsberg.

„Der Bischof hat sich gewünscht, dass unser Seelsorgsteam einmal ein bisschen entlastet wird“, sagt Haushams Pfarrer Michael Mannhardt, der den Pfarrverband seit September mitbetreut. Bei einem Gespräch in kleiner Runde werde sich der hohe Geistliche anschließend höchstpersönlich über die schwierige Situation in Miesbach erkundigen. Dass er sogar die ersehnte Nachricht eines neuen Priesters für den Pfarrverband im Gepäck hat, darauf sollten die Gläubigen aber lieber nicht hoffen. „Der Bischof macht regelmäßig Besuche in den Pfarreien“, sagt Bettina Göbner, Pressesprecherin am Erzbischöflichen Ordinariat. Mit der Pfarrersuche habe der Termin also nicht unbedingt etwas zu tun.

Davon geht auch der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Ferdinand Huber, aus. „Wir können nur vermuten, ob er was dazu sagt.“ Wünschen würden es sich die Gläubigen aber schon. Immer wieder würden die Mitglieder des Pfarrgemeinderats von den Kirchgängern gefragt, wie es denn nun mit dem Pfarrverband weitergeht. Zufriedenstellende Antworten konnten sie jedoch nicht geben. „Deshalb wünschen auch wir uns endlich mal verlässliche Informationen aus dem Ordinariat“, sagt Huber. Trotz aller Unsicherheit gibt er die Hoffnung auf eine gute Lösung nicht auf. „Ich bin ein positiver Mensch“, sagt er schmunzelnd.

Pfarrer Mannhardt baut dabei auf die neue Strategie des Ordinariats. Wie berichtet, ist mittlerweile eine Stelle für einen Pfarrvikar ausgeschrieben. „Wenn es kein Stadtpfarrer in Aussicht ist, ist das die einzige Möglichkeit, aus dieser Extremsituation herauszukommen“, sagt Mannhardt. Geplant sei, dass der Vikar – ein geweihter Priester ohne Leitungsaufgaben – sowohl in Miesbach als auch in Hausham eingesetzt werden kann. „Diese Flexibilität ist auch dringend notwendig“, sagt Mannhardt.

Eine Eigenschaft, die zuletzt nicht nur die Mitarbeiter der beiden Pfarrverbände, sondern auch die vielen Ehrenamtlichen unter Beweis gestellt haben. Um ihnen für Engagement zu danken, richteten die Pastoralteams einen großen Empfang im Miesbacher Pfarrsaal aus. Der Zuspruch konnte sich sehen lassen. Schon der abendliche Gottesdienst mit Taizé-Liedern des Chor Mosaik war gut besucht. „Die Kirche war voll wie an Weihnachten“, schwärmt Mannhardt. Mehr als 150 Leute hätten anschließend gemeinsam im Pfarrsaal gefeiert. Für Mannhardt ein wichtiges Zeichen – gerade in dieser schwierigen Zeit. „Vielleicht braucht es manchmal so eine Situation, dass man sich der guten Substanz im Pfarrverband wieder bewusst wird.“

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