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Ohne Schnickschnack: Der Rummel um Lottes Schweinebraten beruht auf einem Rezept ohne viele Extras. Markus Wieland hat die Zubereitung von seiner Mama abgeschaut.

Serie: Wir kochen uns in den Winter (und Advent)

Unsere Winter-Rezepte: Das Geheimnis um Lottes Schweinebraten

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Wer die Stadiongaststätte des TEV Miesbach unter ihrer ehemaligen Chefin kannte, der erinnert sich mit Wasser im Mund an Lottes Schweinebraten. Hier ihr unbezahlbares Geheim-Rezept.

Miesbach - „Das ist kein Hexenwerk – komplett ohne Super-Zutaten“, weiß Lottes Sohn Markus Wieland. Der ehemalige Eishockeyprofi kennt das Geheimnis des legendären Bratens: „Er ist einfach bodenständig.“

Er selbst beherrscht ebenso das Traditionsgericht. Auch seine früheren Teamkollegen wussten das zu schätzen. Mit 18 Jahren zog der Eishockeyspieler von daheim aus, um in der Bundesliga sein Können zu zeigen. Der Schweinebraten hat es während Wielands Profizeit regelmäßig in den VIP-Bereich geschafft: Er war Ehrengast bei Kabinenfesten wie zum Beispiel in Landshut. „Alle wollten immer diesen Schweinebraten haben und schwärmten davon“, erzählt Wieland.

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Der Sportler lässt sich nicht nur verköstigen – er schwingt selbst oft den Kochlöffel. „Ich bin durch die Schule von Mama gegangen.“ Was er am liebsten macht: Steak und Fisch. Und natürlich den Schweinebraten. In seiner Zeit als Profi habe er oft in der Sommerpause im Restaurant seiner Eltern mitgeholfen und dort die Kunst des Schweinebratens erfahren.

Aber deftig kommt dem Miesbacher nicht immer auf den Teller. „Schlägt die Waage in die falsche Richtung aus, gibt es schon auch mal Trennkost.“ Beim Schweinebraten werden aber keine Abstriche gemacht. Den mag der 39-Jährige am liebsten mit Semmelknödel. „Das ist was Feines.“ Und statt buntem Gemüse kommt, wenn es nach ihm geht, ein Krautsalat auf den Teller.

Und so wird Lottes Schweinebraten gemacht:

Zwiebeln waschen, mit der Schale grob hacken und in einer Pfanne anbraten. Einen Esslöffel Fett in eine Bratenform geben, die angebratenen Zwiebeln hinein und oben drauf das Fleisch. Nun die Rinde einschneiden und alles mit Salz und Pfeffer würzen. Während der Braten bei 250 Grad im Ofen steckt, kann die Fleischbrühe aufgesetzt werden. Den Braten nach 30 bis 45 Minuten mit der Brühe übergießen und den Ofen auf 180 Grad herunter drehen. Ist das Fleisch dann noch einmal zwei Stunden in der Röhre, kann die Form herausgeholt werden. Nun die Soße samt Zwiebeln abseihen und durch ein Sieb pressen.

Wer möchte, kann die Soße mit einem Esslöffel Mondamin abziehen, um sie etwas einzudicken. Wieland zaubert in der Zwischenzeit einen Krautsalat als Beilage: Das Weißkraut durchhobeln oder mit dem Messer ganz klein schneiden. Salz hinzugeben. „Dann gut durchdrücken, damit es das Wasser herauszieht.“ Den Speck in kleine Würfel schneiden und in der Pfanne anbraten. „So, dass das Fett herausläuft“, betont der 39-Jährige. Nun den Speck mit Salz und Pfeffer würzen. Und Kümmel dazugeben. Nur, wie viel? „Halt eine Hand voll“, lacht Wieland. Den gewürzten Speck zum Kraut dazugeben und mit Essig und Öl anmachen. Und das darf auf keinen Fall vergessen werden: Zucker dazugeben. „Für die süß-saure Soße.“ Und bloß keine Experimente mit Chili und Co – sondern alles ganz naturell. Das ist Wieland wichtig.

Die Zutaten:

Ein Schweinebraten ist kein Hexenwerk. Diese Zutaten reichen für etwa vier Personen:

etwa zwei Kilogramm dicke Schulter vom Schwein

sechs große Zwiebeln

zwei Liter Fleischbrühe

Salz und Pfeffer

Für den Krautsalat brauchen Sie:

einen Kopf Weißkraut

Salz, Pfeffer, Kümmel

250 Gramm Bauchspeck

Brandweinessig, Pflanzenöl

nip

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Und wenn Ihnen jetzt just auch ein tolles eigenes Rezept einfällt, dann schicken Sie uns das sofort! Geben Sie all jenen, die jetzt schon verzweifelt - oder neugierig entspannt - nach ausgefallenen Rezepten suchen, um die Schwiegermama an Heiligabend so richtig vom Hocker zu stoßen, eine noch größere Auswahl in unserer Rezepte-Sammlung.

Dazu brauchen wir freilich das Rezept. Dazu ein Bild vom Gericht, am liebsten mit dem oder der Koch/Köchin selbst mit drauf, sowie ein paar Sätze zu Ihrer persönlichen Geschichte mit dem Gericht. Nicht nur die Schwiegertöchter werden es Ihnen danken.

Das ganze dann: Per Email direkt an klaus-maria.mehr@tegernseer-zeitung.de oder einfach via Facebook.

Die Serie stammt übrigens von Dezember 2015 und wird aus aktuellem Anlass wieder aufgekocht.

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