Wenige Menschen sitzen in Kirchenbänken. Wegen der Pandemie sind die verfügbaren Plätze mit Nummern markiert.
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Leere Kirchenbänke an Weihnachten? In Miesbach gibt es auch einen Outdoor-Gottesdienst.

Kirchen haben Kraftakt geschafft

Weihnachtsgottesdienste organisiert - Anmeldungen jetzt möglich

  • Christine Merk
    vonChristine Merk
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Wegen der Ausgangssperre ab 21 Uhr mussten Kirchen umdisponieren: Neue Gottesdienste kamen hinzu, andere fallen aus. Am Ende soll es ein Nullsummenspiel werden, sagt Dekan Mannhardt.

Miesbach/Landkreis – Die Telefone in den Pfarrbüros haben in den vergangenen Tagen geglüht – so beschreibt es der katholische Dekan Michael Mannhardt. Die mit dem erneuten Lockdown auferlegte Ausgangssperre ab 21 Uhr hat den Zeitplan der Gottesdienste an Weihnachten gründlich durcheinandergewirbelt und den Pfarrämtern einen Kraftakt abverlangt.

Noch Plätze für Gottesdienste frei

Die gute Nachricht: Der Kraftakt ist den katholischen und evangelischen Kirchengemeinden im Landkreis gelungen – teilweise auch in Zusammenarbeit. Wer an Heiligabend eine Messe besuchen will, kann sich noch anmelden. Es gibt noch freie Plätze, sagen sowohl Pfarrer Mannhardt als auch Miesbachs evangelischer Pfarrer Erwin Sergel. Was beide ebenso betonen: Der Besuch der Gottesdienste ist mit den Corona-Regeln konform. „Es sind alle sehr bemüht, sichere Angebote zu machen“, sagt Sergel.

Reservierungen ab Montag möglich

In Miesbach etwa werden am 24. Dezember Gottesdienste unter freiem Himmel im Waitzinger Park gefeiert. Der Trachtenverein stellt dafür seinen Theaterstadl zur Verfügung. Zwischen 15 und 18 Uhr finden im Stundentakt drei Ökumenische Gottesdienste – der erste für Familien mit Kleinkindern – sowie eine Evangelische Christvesper statt. Die Freiluftgottesdienste dauern etwa eine halbe Stunde, sagt Pfarrer Sergel. So sind ausreichende Abstände zwischen den ankommenden und gehenden Besuchern gewährleistet. Ein Reservierungssystem wird am Montag, 21. Dezember, auf www.miesbach-evangelisch.de und www.pfarrverband-miesbach.de freigeschaltet.

Live-Übertragung

Dekan Mannhardt gibt dennoch zu, dass er auf eine Ausnahmegenehmigung für die Ausgangssperre am Weihnachtsabend gehofft hätte. Zum einen waren die Messen seit Wochen organisiert. Viele Gläubige hatte sich schon für die Metten nach 21 Uhr angemeldet. Zum anderen komme es nun unweigerlich zu einer zeitlichen Verdichtung, „was eigentlich nicht im Sinne des Erfinders ist“. Nach der Neuorganisation fielen nun einige Gottesdienste weg, neue seien dazugekommen. „Es ist am Ende ein Nullsummenspiel“, sagt Mannhardt. Eines, das aber viel Arbeit gemacht hat, denn bisweilen musste man auch neue Musiker finden. Verständlicherweise wollten oder könnten nicht alle schon am frühen Abend spielen, wenn eigentlich Zeit für die Familie ist. Wer nicht auf eine der früheren Messen ausweichen will, kann auch auf die Online-Angebote zurückgreifen. Die evangelische Kirchengemeinde etwa überträgt den Weihnachtsgottesdienst aus der Apostelkirche.  cmh

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