Verdächtige Spuren: Am Biergarten des Waitzinger Bräus am Habererplatz wurde der Asiatische Laubholzbockkäfer in einer Kastanie nachgewiesen. Der Baum wurde gefällt.
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Verdächtige Spuren: Am Biergarten des Waitzinger Bräus am Habererplatz wurde der Asiatische Laubholzbockkäfer in einer Kastanie nachgewiesen. Der Baum wurde gefällt.

KÄFER-PLAGE - Funde beim Kronen-Monitoring: Labor bestätigt Befall

Weitere ALB-Spuren mitten in Miesbach entdeckt: Bäume sofort gefällt - auch Fritz-Freund-Park betroffen

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Miesbach – Der Alptraum ist noch nicht vorbei. Beim Kronen-Monitoring haben Kletterer in Miesbach zwei weitere Bäume entdeckt, die eindeutige Befallsmerkmale des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) aufwiesen.

Ein Ausbohrloch wurde an einem Ahorn im Fritz-Freund-Park gefunden. Ein anderes Team entdeckte an einer Kastanie im Biergarten des Waitzinger Bräus verdächtige ALB-Spuren.

Die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), die die ALB-Bekämpfung leitet, ließ Astproben entnehmen und diese labortechnisch untersuchen. Dabei wurde der Befall mit ALB morphologisch eindeutig bestätigt. Beide Bäume wurden gefällt. Anschließend wurde das Gehölz von den Inspektoren und Spürhundeführern der LfL gründlich untersucht und entsorgt.

Glück im Unglück gehabt

Mit dem Fund hat die Stadt Miesbach Glück im Unglück gehabt. Denn in beiden Bäumen wurden keine lebenden Eier, Larven oder Käfer gefunden. Somit ergeben sich keine Änderungen an der Größe der Quarantänezone und -laufzeit bis Ende 2024.

Seit Mitte Dezember 2020 wurden Bäume und Sträucher, die sich im Umkreis von 500 Metern um die ursprünglich befallenen Bäume am Finanzamt erstrecken und sich damit in der sogenannten Fokuszone befinden, in Augenschein genommen und auf Spuren des ALB untersucht. Über mehrere Wochen sah es so aus, als ob sich der weltweit gefürchtete Schädling nicht nicht über die 100 Meter große Befallzone ausgebreitet hat – bis die Experten jetzt, kurz vor Abschluss des Monitorings, doch fündig wurden.

Rund 3500 Gehölze mit Kletterern untersucht

Insgesamt wurden in der Fokuszone die Kronen von rund 3500 ALB-Wirtspflanzen durch geschulte Kletterer auf Anzeichen des Käfers untersucht. Weitere 8500 Sträucher und schwächere Bäume ab einem Zentimeter Durchmesser an der dicksten Stelle, wurden vom Boden aus kontrolliert.

Mit Spürhunden im Einsatz

Gleichzeitig waren Inspektoren der LfL außerhalb der Fokuszone unterwegs, um Laubgehölze mithilfe von Spürhunden zu kontrollieren. Um die landwirtschaftlichen Flächen während der Zeit des Aufwuchses möglichst zu schonen, wurde zunächst in den Außenbereichen der Quarantänezone begonnen. So wurden die Feldhecken und Hage im Umkreis von Miesbach gründlich, zum überwiegenden Teil auch mit dem Fernglas, untersucht. Die verbliebenen Linden, die wegen ihrer besonderen Bedeutung im Waitzinger Park erhalten werden, haben die Kletterer mittlerweile zweimal untersucht. Weitere sollen folgen.

In den kommenden vier Jahren müssen alle möglichen Wirtspflanzen alle zwei Monate in der gesamten Quarantänezone von den jeweiligen Besitzern auf Anzeichen des ALB untersucht werden. Hierfür kann eine fachkundige Person beauftragt werden. Die Stadt Miesbach hat diese Kontrollaufgabe an geeignete Firmen übergeben.

Abgeschnittene Äste und Zweige von Laubbäumen und -sträuchern können auf dem eigenen Grundstück als Brennholz oder geschreddert als Mulch verwendet oder zum Sammelplatz auf der Waitzinger Wiese gebracht werden. Nadelholz, Laub, Grasschnitt und Stauden nehmen auch der Wertstoffhof sowie die Kompostierungsanlage am Brenten an.

ddy

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