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Tüten packen statt Kunden im Laden begrüßen: Wegen der Corona-Krise setzt Uwe Dietrich derzeit verstärkt auf den neuen Lieferservice.

„Ich glaube an das Einkaufen als Erlebnis“

„Weltentdecker“: Miesbacher Spielzeugladen erhält hohe Auszeichnung

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Trotz Corona-Krise: Uwe Dietrich hat mit seinem Miesbacher Spielzeugladen Grund zur Freude:  Eine Zeitschrift hat ihn zum „Fachgeschäft des Monats“ gekürt.

Miesbach – Es gibt derzeit auch schöne Momente als Einzelhändler – trotz Corona und Umsatzeinbußen. Uwe Dietrich ist mit seinem Miesbacher Spielzeugladen „Weltentdecker – Der Laden für Neugierige“ das Fachgeschäft des Monats in der Fachzeitschrift „Das Spielzeug“. Und macht dort Mut zur Nische.

Seinen Traum vom eigenen Spielzeugladen hat sich der 51-Jährige vor zwei Jahren erfüllt. In einer kleinen Seitenstraße am Marktplatz hat er sein Geschäft eröffnet – mit vielen Ideen im Kopf. Als ehemals Verantwortlicher für die Entwicklung und den Betrieb des BMW Welt Junior Campus in München hat der studierte Wirtschaftsinformatiker seit Langem mit Kindern und deren Sichtweise zu tun. Hinzu kam seine Arbeit als Referent bei der Kinderuni der vhs Miesbach sowie in der Kirchengemeinde. Was lag also näher, als eineneigenen Spielzeugladen aufzumachen.

„Ich bin selbst ein neugieriger Mensch“, sagt Dietrich, der es schade findet, dass bei vielen die kindliche Neugier mit dem Erwachsenwerden abnimmt. Diese Neugier zum Forschen, Lernen und Verstehen will er fördern. Mit einem Sortiment, das sich nicht am Angebot der großen Ketten orientiert. Inspiriert hat ihn dabei vor einigen Jahren der Besuch der Spielwarenmesse in Nürnberg. „Es gibt wahnsinnig viele tolle Sachen“, habe er damals festgestellt. „Die haben mich fasziniert.“ Und den Entschluss reifen lassen, in Teilzeit einen Spielzeugladen zu eröffnen.

Dass es der kleine Spielzeugladen nicht leicht haben würde, war Dietrich klar. „Wir sehen uns als Ergänzung zu Müller“, sagt er. Lego und Playmobil sucht man deshalb bei ihm daher vergeblich. Dafür entdeckt man bei ihm unter anderem Bio-Holzspielzeug und Holzfiguren, Sandspielzeug, Puzzles, Plüschtiere, Bücher sowie Spiele namhafter Marken. Der zweifache Vater setzt zudem auf Beratung und die Möglichkeit, vieles anzufassen und auszuprobieren. Doch das ist in Zeiten von Corona schwer umzusetzen, wenn der Laden geschlossen hat. Da zahlt es sich aus, dass Dietrich bereits vorher parallel zum Geschäft eine aussagekräftige Homepage konzipiert hat. Damit fiel es leichter, auf Lieferservice umzustellen und das schon lange geplante Gutschein-Angebot endlich zu starten. Tipps werden auf Facebook und Instagram präsentiert, beraten wird via WhatsApp.

Lesen Sie auch: Einzelhändler im Check: Das hat Miesbach der Kaufingerstraße voraus

Einen richtigen Online-Shop aufzuziehen, das lehnt Dietrich aber ab: „Ich möchte ja mit Menschen zu tun haben und nicht Päckchen packen.“ Denn der Aufwand sei recht groß für den Teilzeithändler – auch in technischer Hinsicht.

An die Chance des Einzelhandels glaubt er weiterhin. „Mit Konzept und Erlebnis kann man viel machen.“ Wichtig sei aber, auch bei kleinen Beträgen alle Bezahlkarten zu akzeptieren. „Ich glaube nicht, dass man gegen den Online-Handel keine Chance hat.“ So gehe er davon aus, dass nach der Corona-Krise der Wert des Einkaufen in Geschäften wieder mehr geschätzt werde. „Das Einkaufen wird immer als Erlebnis geschätzt werden.“

Restaurants, Einzelhändler und Dienstleister sind in der Corona-Krise kreativ geworden, um ihren Kunden weiter einen guten Service bieten zu können. Auf dieser interaktiven Landkarte finden Sie alle Anbieter in Ihrer Region, die Abholung- oder Lieferservice anbieten.

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