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Schulamtsdirektor Jürgen Heiß.

Trotz Lehrermangel

Weniger Kinder, kleinere Klassen: Schulamt legt Zahlen vor

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Das wird viele Eltern freuen: Trotz weniger Kinder hat das Schulamt keine Grundschulklassen gestrichen. Auch sonst sieht Direktor Jürgen Heiß den Landkreis gut versorgt.

Landkreis – Rein rechnerisch hätte Jürgen Heiß den Rotstift ansetzen können. Hat er aber nicht. Trotz 60 Grundschülern weniger als im Vorjahr hat der Schulamtsdirektor keine der 154 Klassen gestrichen. Keine leichte Aufgabe in Zeiten des Lehrermangels, aber Heiß hat sie gemeistert. „Wir sind gut versorgt“, sagt er. Dass bei den Mittelschulen trotz des geringeren Rückgangs um 28 Schüler vier von 62 Klassen wegfallen, erklärt sich aus den geringeren Zugängen von Migranten. Damit brauche es weniger Übergangsklassen.

Hinter Heiß liegen anstrengende Monate. Als Nachfolger von Peter Huber musste er sich ab Anfang des Jahres nicht nur in einen für ihn neuen Landkreis einarbeiten, sondern im Mai auch noch die Aufgaben seiner Stellvertreterin Petra Burkhardt übernehmen. Diese hatte nach nur wenigen Monaten in Miesbach die Leitung des Tölzer Schulamts angetreten. „Das war schon eine intensive Zeit“, sagt Heiß. Sein letzter Urlaub sei ein Jahr her. Umso erleichterter ist der Schulamtsdirektor, dass die Klassenbildung gut über die Bühne gegangen ist.

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Beim Blick in die Statistik stellt Heiß keine größeren Ausreißer fest. 3210 Kinder und 1157 Jugendliche drücken ab Dienstag an 19 Grund- und sieben Mittelschulen die Schulbank. Die leichten Rückgänge seien nicht besorgniserregend, sondern im Rahmen der üblichen Schwankungen. Mit 815 Erstklässlern sei zudem für Nachwuchs gesorgt. Durch die stabilen Klassenzahlen kommen die Grundschüler in den Genuss einer noch besseren individuellen Betreuung. Im Schnitt sitzen 20,8 Kinder in einer Grundschulklasse, bei den Mittelschülern sind es durchschnittlich 19,9.

Dies klappt aber nur, wenn auch ausreichend Lehrer zur Verfügung stehen. Dies sei auch weiterhin der limitierende Faktor, erklärt Heiß. Seit drei Jahren seien die Wartelisten leer, das Kultusministerium müsse sich aktiv um Nachwuchs bemühen. Im Landkreis stehen aktuell 308 Lehrkräfte zur Verfügung, dazu 41 Fach- und acht Förderlehrer sowie zwölf Lehramtsanwärter. Insgesamt stünden 31 Zugänge 18 Versetzungen gegenüber.

Zu ersteren zählen auch vier Gymnasiallehrer, die in zwei Jahren für die Grundschule nachqualifiziert werden, sowie zwei als freie Bewerber. Ein Modell, das sich im Landkreis bewährt hat, betont Heiß. Die Kräfte seien top ausgebildet und würden gut an den Schulen andocken. Die sogenannte mobile Reserve hat Heiß deutlich aufgestockt, nämlich von 28 auf 34 Personen oder 385 auf 540 Stunden. „Dadurch gewinnen wir Flexibilität“, erklärt er. Die Springer könnten als Schwangerschafts- oder Krankheitsvertretungen an allen Schulen im Landkreis eingesetzt werden.

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Keine Änderungen gibt es bei den Ganztagsangeboten. Gebundene Klassen gibt es an fünf Schulen, offene an drei. Konstant bleibt auch die Zahl der vier Kooperationsklassen, in denen Kinder mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf betreut werden, über das Profil Inklusion verfügen die Grundschule Valley und die Mittelschule Miesbach. Sie wurden heuer mit je 26 Lehrerstunden besonders gut versorgt, freut sich Heiß.

Neu sind die zwei Deutschklassen an den Mittelschulen Hausham und Holzkirchen. Dabei handelt es sich um das Nachfolgemodell der Übergangsklassen für Kinder ohne ausreichende Sprachkenntnisse. Sie sollen nun auch nachmittags Deutsch sprechen und dabei auch mehr über die hiesige Kultur lernen. Alles in allem stehen für die 757 Schüler mit Migrationshintergrund 140 Wochenstunden für Förderunterricht zur Verfügung.

Neue Schulleiter

Anja Rettich (Grund- und Mittelschule Valley), Kristina Weber (Grundschule Bad Wiessee), Birgit Ostermeier (Mittelschule Miesbach), Ulrich Throner (Grund- und Mittelschule Rottach-Egern) und Michael Hutzl (Grundschule Elbach und Bayrischzell).

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