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Eine Familie, in der Musik drin ist: Die Eltern Margarita Oganesjan und Markus Maier konzertierten im Waitzinger Keller gemeinsam mit ihrem Sohn Erik und später auch mit Tochter Sophia (nicht im Bild). 

Musikerfamilie Oganesjan-Maier gemeinsam im Konzert in Miesbach

Wenn die Eltern mit dem Sohne

„Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“: Unter dem Motto dieser altbekannten Redewendung konzertierte die Musikerfamilie Oganesjan-Maier im Miesbacher Waitzinger Keller.  

Miesbach Vor leider nur etwa 50 Besuchern zeigten die Eltern ihre ganze Klasse und Routine, während der Nachwuchs deutlich machte, dass dem Klassikfan vor der Zukunft nicht bange zu sein braucht.

In seinen einführenden Worten bemerkte Vater Markus Maier, dass in der Musik vor allem die Harmonie eine tragende Rolle spiele, aber auch Dissonanzen mitunter ihren Platz hätten. „Musiker haben halt ihren eigenen Kopf, das wird schon seine Richtigkeit haben.“ Was immer er mit dieser Einleitung andeuten wollte.

Zu den Akteuren: Die Mutter, Margarita Oganesjan, ist eine aus Armenien stammende, vielfach ausgezeichnete und weltweit konzertierende Meisterpianistin, die übrigens über das absolute Gehör verfügt, was nur etwa 0,01 Prozent der Normalbevölkerung und ein Prozent der Berufsmusiker von sich behaupten können. Ihr Mann Markus Maier ist ein ebenfalls international auftretender Saxofonist, der als Teil des Ensembles Sax Allemande mit dem Echo Klassik Award ausgezeichnet wurde. Das Trio Sax Allemande gehört mittlerweile zu den erfolgreichsten Saxofonensembles.

Zusammen mit ihrem zwölfjährigen Sohn Erik begannen die beiden den Abend mit Johann Sebastian Bachs Triosonate G-Dur BWV 1039, dem der „Jugend musiziert“-Preisträger auf der Violine „Loure“ aus Partita No. 3, ebenfalls von Bach, und später Niccolo Paganinis „Caprice No. 14“ folgen ließ und dabei sein bereits jetzt höchst beachtliches Können unter Beweis stellte. Auch in Fritz Kreislers „Präludium und Allegro in the Style of Pugnani“ ließ Erik den Bogen über die vier Saiten tanzen, als ob es kein Morgen gäbe. Oganesjan erwies sich hier als einfühlsame Kammermusikpartnerin, die das innige Musizieren mit dem eigenen Sohn sichtlich genoss. Im Folgenden glänzte sie in den drei kurzen Stücken von Jean Sibelius als ausdrucksstarke Solistin, setzte in puncto Virtuosität und Tempo noch einen drauf, agierte aber stets souverän und ausdrucksstark.

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Das Ehepaar spielte dann zusammen die „Carmen Fantasie“ des Franzosen François Borne. Bekannte, wohltuende Klänge vor allem mit der berühmten „Habanera“, ehe dann der Torero „auf in den Kampf“ musste. Dabei übte das Saxofon einen besonderen Reiz aus, ist es doch für den Großteil der Zuhörer in dieser Besetzung etwas Neuartiges.

Das interessante Programm, dem ein paar verbindende und erklärende Worte zu den Stücken gut getan hätten, ergänzte Markus Meier, der auf drei verschiedenen Saxofonen spielte, solistisch um das höchst anspruchsvolle Werk „Caprice en forme de valse“ von Paul Bonneau, ehe es dann mit drei Präludien von George Gershwin, die das Paar gemeinsam zum Besten gab, wieder versöhnlicher und eingängiger wurde.

„Bei einem Familienkonzert darf man natürlich das vierte Mitglied nicht ausschließen“, bemerkte am Schluss der Vater – nicht ganz ohne Stolz, einen weiteren musikalischen Trumpf ausspielen zu können. Besonders, wenn man schon so gut Klavier spielen kann wie die zehnjährige Tochter Sophia, was diese dem Publikum bei den beiden Zugaben „Plaisir d’amour“ von Jean-Paul-Égide Martini und Claude Debussys „Petit nègre“ beweisen durfte.

Reinhold Schmid

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