1. Startseite
  2. Lokales
  3. Miesbach
  4. Miesbach

Wenn Worte fehlen: Neue Kommunikationstafel hilft bei Sprachbarrieren am Spielplatz

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Dieter Dorby

Kommentare

Wenn die richtigen Worte fehlen: Die neue Kommunikationstafel, die Behindertenbeauftragte Elisabeth Neuhäusler und Bürgermeister Gerhard Braunmiller gemeinsam präsentieren, soll helfen, Sprachbarrieren zu überwinden. Begriffe sind unter anderem „Ja“, „Nein“, „essen“, „trinken“, helfen“, „buddeln“, „spielen“, „rutschen“, „aua“ und „Pflaster“.
Wenn die richtigen Worte fehlen: Die neue Kommunikationstafel, die Behindertenbeauftragte Elisabeth Neuhäusler und Bürgermeister Gerhard Braunmiller gemeinsam präsentieren, soll helfen, Sprachbarrieren zu überwinden. Begriffe sind unter anderem „Ja“, „Nein“, „essen“, „trinken“, helfen“, „buddeln“, „spielen“, „rutschen“, „aua“ und „Pflaster“. © tp

In Miesbach ist das Thema Inklusion jetzt so richtig angekommen. Nachdem die Kreisstadt bekanntlich am Nordgraben ihren Abenteuerspielplatz dort in einer Inklusionsform neu erfindet, folgt nun eine weitere Neuerung. In der Riviera wurde eine sogenannte Kommunikationstafel aufgestellt – und wieder steht ein Spielplatz dabei im Mittelpunkt.

Aufgekommen ist diese Form der Unterstützung im Austausch zum Inklusions-Abenteuerspielplatz mit dem Verein Lebenshilfe. Mitinitiatorin Alexandra Braunmiller war als Heilpädagogin von dieser Hilfsmöglichkeit schnell überzeugt und regte solche Tafeln auch für Miesbach an. Ihr Mann, Bürgermeister Gerhard Braunmiller, und Behindertenbeauftragte Elisabeth Neuhäusler, die ebenfalls beim Abenteuerspielplatz aktiv ist, waren schnell an Bord. Immerhin dürfte es die erste Tafel dieser Art im Landkreis sein.

Die Zielgruppe, die unterstützt werden soll, sind jene, die Schwierigkeiten mit dem Sprechen haben – sei es wegen einer Störung oder dauerhaften Einschränkung, einer verzögerten Sprachentwicklung, wie man sie bei Kindern unter dem Begriff „Late Talker“ kennt, oder einfach, weil man als Ausländer die deutsche Sprache nicht beherrscht.

Diese Bilder helfen, wenn die Worte fehlen

„So können zum Beispiel Kinder andere Kinder oder oder Erwachsene zu dieser Tafel bringen und ihnen zeigen, was sie sagen möchten, aber nicht sagen können“, erklärt Neuhäusler. „So ist ein nonverbaler Austausch möglich.“ Zudem helfe die Tafel bei der Kontaktaufnahme. Die Wortgruppe ist mit „spielen“, „rutschen“, „Ja“, „Nein“, „Bank“, „nach Hause“, „helfen“ und „aua“ speziell auf die Interaktion am Spielplatz ausgerichtet. Neuhäusler: „Der Spielplatz kann damit umso mehr zum Treffpunkt und zur Begegnungsstätte werden.“

Tafeln für mehrere Spielplätze

Positiv dabei ist, dass dieses Hilfsangebot leicht umzusetzen war. Gegen eine geringe Lizenzgebühr erhielt die Stadt eine Zusammenstellung von Symbolen, die für Spielplätze geeignet sind. Stadtwappen dazu – fertig. Der Bauhof zimmerte dann den Holzrahmen dazu. Wie Bürgermeister Braunmiller ergänzt, hat die Stadt insgesamt fünf Tafeln produziert. Je eine wird bei den Spielplätzen in Bergham und am Lindenplatz aufgestellt, eine ist für den Abenteuerspielplatz am Nordgraben reserviert, und eine dient als Reserve.

Lesen Sie auch: So geht es weiter mit der Umgestaltung der Riviera

Behindertenbeauftragte und Braunmiller halten dies für einen guten weiteren Schritt in Richtung inklusionsbewusste Stadt. „Inklusion ist in Miesbach gerade dabei, ein breiter Begriff zu werden“, sagt Neuhäusler. „Der Blick und das Bewusstsein ändern sich bei den Menschen. Angestoßen wurde dies gerade durch den Inklusions-Abenteuerspielplatz.“ Die Spendenaktionen dafür laufen noch.

ddy

Auch interessant

Kommentare